Realschuldirektor Ewald Kaiser berichtet - 10 Jahre Realschule Oberpleis

Aufnahme: 1975

Realschuldirektor Ewald Kaiser berichtet - 10 Jahre Realschule Oberpleis

In diesem Jahr kann die Realschule für Jungen und Mädchen in Oberpleis auf ein Jahrzehnt erfolgreichen Schulaufbaus und erfolgreicher Bildungsarbeit zurückblicken. Im Januar 1964 vom  Gemeinderat der ehemaligen Gemeinde Oberpleis einstimmig beschlossen, begann die Realschule ihre Arbeit im April 1965 mit einer ersten Klasse von 38 Schülern in einem Raum der eben fertiggestellten Evangelischen Volksschule. Schon im September 1967 konnte sie mit vier Klassen, 161 Schüler das in Rekordzeit fertiggestellte Realschulgebäude an der Dollendorfer Straße beziehen. 1969 wurde der Fachraumtrakt der Schule fertiggestellt. Damit war bis auf die leider immer noch fehlende Turnhalle der geplante Realschulkomplex vollendet: Er war für eine einzügige, sechsklassige Schule vorgesehen, die maximal 240 Schülern Aufnahme bieten sollte. Diese Zahlen waren jedoch schon zu diesem Zeitpunkt längst überholt, die Realschule hatte 1969 bereits 315 Schüler. Hinzu kamen die beiden ersten Klassen des neu eingerichteten Gymnasiums i. E. in Oberpleis, dem zwei Räume des Fachraumtraktes überlassen wurde. Außerdem wurde 1969/70 die Aufbaurealschule für Spätaussiedler aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, die der Caritasverband in der Oberpleiser Burg Niederbach unterhielt, der Realschule angegliedert und in den Räumen der Schule unterrichtet.

Deshalb war bereits 1970 eine Erweiterung des Klassentraktes um neun Klassen notwendig. Der erhebliche Andrang von Schülern zur Realschule und Gvrnnasium steigerte sich noch mehr und machte 1973 einen weiteren großen Anbau erforderlich, obgleich drei Klassen der Aufbaurealschule Oberpleis verließen und in Much ein neues Internat bezogen. 11 Klassenräume, 1 Werkraum,1 Gymnastikhalle,1 Aufenthaltsraum,1 Kursraum und die Schülerbibliothek wurden neu erstellt. Hinzu kamen eine neue Eingangshalle und ein größerer Konferenzraum für die Realschule. 1975 fehlen wieder Klassenräume und 8 Pavillonklassen werden zur Zeit auf der Rasenfläche neben der Schule aufgestellt. Auf dem unteren Schulhof steht schon seit 1971 ein zweiklassiger    Pavillonbau. Zur Zeit werden etwa 1100 Schüler in 30 Klassen im Gebäude der Realschule unterrichtet. Sie entfallen zu gleichen Teilen auf Realschule und· Gymnasium. Zum neuen Schuljahresbeginn im September 1975 werden es 35 Klassen sein, von denen 18 zum Gymnasium und 17 zur Realschule gehören. Über 1200 Schüler besuchen dann das Haus, das vor wenigen Jahren für 240 Schüler gebaut wurde und dessen Fach­ und Nebenräume und das fünffache der vorgesehenen Kapazität aufzunehmen haben. Hoffen wir auf eine baldige Verwirklichung der seit 1970 laufenden Planung des Schulzentrums Oberpleis, denn in den nächsten Jahren wird die Situation im Realschulgebäude sehr schwierig werden und kaum noch zu meistern sein. Schon jetzt ist das Haus hoffnungslos überbelegt und das nicht nur vormittags.

In den Räumen der Realschule arbeitet nachmittags die vor einigen Jahren begründete Musikschule mit einer Vielzahl von Angeboten an Kinder, Heranwachsende und Erwachsene. Am Abend gehört die Schule dem Volksbildungswerk mit seinen zahlreichen Kursen, Lehrgängen und  Vorträge. Auch das Kammerorchester, der Gemischte Chor Oberpleis und andere Gruppen üben in der Realschule. Keine andere Schule im Stadtgebiet von Königswinter ist auch nur vergleichsweise ähnlich ausgenutzt. Das ist sehr erfreulich, aber für die Schulleitungen und insbesondere für den bewährten und beliebten Hausmeister, Herrn Frings, oft auch sehr problematisch. Auch hier könnte das Schulzentrum viel an Entlastung bringen. Trotz drangvoller Enge und mancherlei Probleme des Aufbaus hat die Realschule Oberpleis bisher gute Arbeit geleistet. Seit  1970, als sie zum ersten Male ihre Absolventen entließ, entsendet sie Jahr für Jahr einen hohen Anteil ihrer Schüler zu ·den Gymnasien und Fachoberschulen. Viele dieser ehemaligen Schüler haben inzwischen das Abitur erworben oder die Fachhochschulreife erreicht. 1973 zum Beispiel gingen von 60 Schülern der Abschlussklasse 21 zum Gymnasium und 22 zu berufsbildenden Vollzeitschulen.

Aber auch die Schüler, die unmittelbar in die Berufsausbildung strebten, haben ihren Weg zufriedenstellend begonnen. Manche von ihnen wenden sich nach erfolgreicher Lehre den weiterbildenden Schulen zu. Diese Ergebnisse beweisen, daß die Realschule in Oberpleis eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Sie führt die Jugend ·des östlichen Königswinterer Stadtgebietes in die Welt der mittleren und gehobenen Berufe, in Verwaltung, Industrie und Wirtschaft, sie öffnet ihnen die Wege zum sozialen Aufstieg zu Fachhochschule und Universität. Sie leistet dies durch ein gut besetztes und hinsichtlich der Fächerverteilung wohlausgewogenes Kollegium mit jungen und einsatzbereiten Fachkräften, die einerseits aufgeschlossen, aber auch kritisch die Entwicklungen im modernen Bildungswesen verfolgen und entsprechend überprüft in ihre didaktisch-methodischen Uberlegungen einbeziehen, die aber andererseits die alten Grundsätze schulischer Erziehung nicht vernachlässigen, welche der Realschule und ihrer Erziehungs- und Bildungsarbeit seit vielen Jahren Anerkennung und Wertschätzung in der Gesellschaft eingetragen haben. E. K.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 26 vom 27.06.1975; Foto: Günther Steeg: Bericht: E. K.
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Rudolf Pieper (SZ)
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