Aufnahme: 1973
In Sizilien zwei Menschen gerettet - Bravouröser Einsatz eines jungen DLRG-Kameraden
Am Vormittag des 15. Juli 1973, einem Sonntag, war ein Schirokko, ein Sandsturm aus der Sahara, über die sizilianische Küste gefegt und hatte das Mittelmeer in Aufruhr gebracht. Auch als mittags die Sonne wieder vom Himmel brannte, rollte noch Woge auf Woge gegen den Strand. In der kleinen Bucht von Punta Bracetto bei Ragusa entstanden durch das zurückflutende Wasser unberechenbare Unterströmungen, durch die man leicht ins Meer hinausgetrieben werden konnte. Eine deutsche Urlauberfamilie aus Oberpleis, die sich gerade mit großem Vergnügen von den hohen Wellen schaukeln ließ, erkannte rechtzeitig die Gefahr und strebte zum Ufer. Da sahen Erhard Väth und sein Sohn Jan, die am weitesten draußen waren, etwa 100 Meter vom Strand entfernt zwei Männer, die verzweifelt mit den Armen um sich schlugen und nach Luft schnappten. Sobald sie die anderen Familienmitglieder in Sicherheit wußten, kehrten sie um und schwammen den ersten der Ertrinkenden an.
Dieser hatte inzwischen das Bewußtsein verloren. Gemeinsam schleppten sie ihn in Strandnähe. Während der Vater dem zweiten Ertrinkenden nacheilte, der schon 200 Meter von der Strömung fort getrieben worden war, schleppte Jan Väth unter Aufbietung aller Kräfte den wesentlich schwereren Mann auf den Sand. Dem Vater gelang es glücklicherweise, auch den zweiten Mann noch zu packen und durch die heftige Brandung hindurch an Land zu ziehen. Von den zahlreichen italienischen Urlaubern wagte niemand, im Wasser zu Hilfe zu kommen. Um so eifriger waren sie dafür an Land: Die bewußtlosen Männer wurden hin und her gezerrt, und Jan Väth mußte sich schließlich sehr energisch Platz verschaffen, um überhaupt eine richtige Wiederbelebung durchführen zu können.
Obwohl beide Retter total erschöpft waren, gelang es ihnen, die Verunglückten wieder zum Atmen zu bringen, und endlich an einen herbeigerufenen Krankenwagen zu übergeben. Die deutsche Familie geriet bald in den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit und rettete sich nur durch die Flucht vom Strand vor der neugierigen Anteilnahme der Urlauber. Der entschlossene Einsatz der beiden Lebensretter wurde auch im sizilianischen Rundfunk gemeldet. Eine außergewöhnliche Leistung war es zweifellos, weil Sohn Jan erst 13 Jahre alt ist und erst unmittelbar vor den Ferien seine Prüfung für den Grundschein der DLRG abgelegt hatte. Vater Erhard Väth ist schon seit Jahren Grundscheinbesitzer. Jan ist wie seine Geschwister Mitglied der DLRG Oberpleis und eifriger Trainingsteilnehmer. Für alle Kameraden wird diese Rettungstat sicher ein Ansporn sein.
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