Konzert des Kammerorchesters Oberpleis

Aufnahme: 1971

Konzert des Kammerorchesters Oberpleis

Das Kammerorchester Oberpleis bot am vergangenen Samstag im Rathaussaal zu Oberpleis ein Konzert, das alle bisherigen Leistungen weit übertraf. Der Saal konnte die große Zuhörerschar nicht alle fassen, so daß man noch im Flur aus den Büros zusammengetragene Stühle aufstellen mußte. Viele Stimmen, die sich einen größeren und akustisch besseren Saal für die Oberpleiser Konzerte wünschten, wurden laut. Die Werkauswahl stand unter dem Thema „Wegbereiter der Klassik", das in den Programmheften Erläuterung fand. Die Reihenfolge war nicht nach chronologischen, sondern nach klanglichem Aspekt aufgebaut. So mußte in der „Salzburger Sinfonie" bewiesen werden, daß man konzertante Streichmusik zu spielen imstande war. Die durchsichtige Linienführung der ersten und zweiten Geigen kam deutlich zu Gehör, die Intonation war sauber, der Rhythmus straff. Das Flötenkonzert von J. J. Quantz (dem Flötenlehrer Friedrich des Großen) wurde mit jugendlichem Elan von Manfred Quirrenbach, einem Schüler von Richard Neigenfind, vorgetragen.

Sein musikalisches Empfinden und sein technisches Können ließen die Zuhörer in helle Begeisterung ausbrechen. Das Orchester begleitete exakt und ließ die filigranen Läufe der Flöte gut hervortreten. Im Brandenburgischen Konzert Nr. 4 in G-Dur von J. S. Bach war das Con­ertino besetzt mit Rudolf Meurer als Solo-Violinist, M. Quirrenbach und R. Neigenfind als Flötisten und Karl Meurer als Cellist. Am Cembalo saß Margot Kremer. Das musikalisch, rhythmisch-technisch schwierige Werk wurde in einer für ein Laienorchester unerwartet guten Weise, auch stilistisch einwandfrei, vorgetragen. Der Solo-Violinist R. Meurer brachte die virtuosen Geigenpartien glänzend zur Geltung. Die beiden Flöten, das Cello und das Cembalo dazu bildeten ein ausgeglichenes Concertino. Das Orchester begleitete straff, fast motorisch, ließ aber an kadenzierenden Stellen auch Ritardandi vernehmen, um dann das Tempo wieder aufzunehmen.

Diese guten Leistungen sind nicht zuletzt dem unermüdlichen Leiter des Orchesters zu verdanken. „Der Kantor Kurt Wirtz kann neben einem Berufs­-Kapellmeister gut bestehen." (Zitat eines Fachmannes). Hervorgehoben werden muß auch der erstmalige Einsatz eines Cembalos, das Herr Optikermeister Hans Göpel, Bonn/Oberpleis, dem Kammerorchester zur Aufführung zur Verfügung gestellt hatte. In der Pause, in der Drinks gereicht wurden, hatte man Gelegenheit, eine Ausstellung der Malerin Uschi Losem, Oberpleis, zu besichtigen. Einige Arbeiten waren im wahrsten Sinne des Wortes noch „taufrisch ", entstanden sie doch erst in der Nacht vor dem Ausstellungstag. Beim anschließenden entspannenden gemütlichen Zusammensein der Orchestermitglieder und der Zuhörer dankte Herr Quirrenbach allen: den Solisten, dem Orchester und seinem Leiter, Kurt Wirtz, aber auch dem aufmerksamen Publikum. Der Kulturreferent der Stadt Königswinter, Herr Peter Josef Kneiseler, wünschte dem Orchester weiteren Erfolg.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 18 vom 30.04.1971; Foto: Günther Steeg; Bericht: R
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
Räume & Galerien
Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989) Vereine
Aufrufe
124

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.