Aufnahme: 1970
Studienfahrt der Aufbau-Realschule - Internat Burg Niederbach - nach England
Auf ihrer Englandfahrt besichtigten die Oberpleiser Aufbau-Realschüler auch das Geburtshaus von William Shakespeare.
Englische Sprache, englische Geschichte, englische Literatur, englisches Leben, jahrelang in Theorie eingepaukt, sollte jetzt Wirklichkeit werden.10 Tage England waren geplant. Ein Bus erwartete uns in Dover und stand uns während der Studienfahrt zur Verfügung.
Canterbury
über die alte Römerstraße (Watling Street) fuhren wir bis Canterbury, wo die ehrwürdige Kathedrale unser erstes Ziel war. Wir standen an der Stelle, wo im Jahre 1176 der Erzbischof Thomas a Becket von zwei Rittern Heinrichs II. ermordet worden war. Auf der Watling Street fuhren wir weiter, mit kurzer Rast in Rochester, nach London.
London
Die Teilnahme an einer Sitzung im Oberhaus brachte uns, zum ersten Mal in Kontakt mit dem englischen Parlament. Dem Parlamentsgebäude gegenüber liegt die Westminster Abtei, die englische Begräbnis- und Krönungskirche. Hier interessierten wir uns für die Grabstätte der Königin Elisabeth I. und ihrer Rivalin Maria Stuart, den Krönungssessel mit dem eingebauten schottischen "stone of scone", auf dem Elisabeth II. von dem Erzbischof von Canterbury gekrönt worden war. Der „stone of scone" erinnert uns an die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Schottland und England. Im „Poets Corner" suchten wir den deutschen Komponisten, die Statue von Shakespeare und die Grabstätte von Charles Dickens. Der Besuch im Tower hinterließ eine grausige Erinnerung an die blutige Geschichte der englischen Königsfamilien.
Das mächtige Bauwerk von St. Pauls, einst Mittelpunkt des englischen Commonwealth, imponiert noch heute jedem Besucher als das imposanteste Werk des großen englischen Architekten: Christopher Wren. Natürlich wollten wir auch das Schauspiel einer Wachablösung am Buckingham-Palast und in Whitehall erleben, dem hektischen Betrieb am Trafalgar Square zusehen, in der Oxford Street Souvenirs einkaufen und einen Blick in die Carnaby Street werfen.
Oxford
Die nächste Tagesfahrt sollte uns ins Shakespeareland führen. Die Mittagspause legten wir in Oxford ein, um wenigstens eins der 22 Colleges zu besichtigen. Ein Student vom „Christ Church College" zeigte uns vom Turm der Margaretenkirche die 1000 Türme und Türmchen der Stadt.
Stratford on-Avon
Der Besuch in der Grafschaft Warwickshire galt natürlich ausschließlich den Plätzen, die durch William Shakespeare weltberühmt geworden sind. In der Henley Street in Stratford führte uns eine englische Studentin durch das Geburtshaus des Dichters; in der Trinitykirche lasen wir die Inschrift seiner Taufe, sahen sein Grab und das seiner Frau Anne Hathaway. In Shottery besuchten wir das strohgedeckte Haus von Anne Hathaway, und in Wilmcote machten wir eine kurze Rast, um auch eine Erinnerung mitzunehmen von dem Geburtshaus seiner Mutter, Mary Arden, Tochter eines Landedelmannes.
Windsor
Auf der Fahrt nach Süden hielt uns Windsor Castle und auf der anderen Seite der Themse die Eton-Schule für einen Tag fest. Von größeren geschichtlichen Interesse für uns war Runnymede, wo 1215 König Johann, Bruder von Richard Löwenherz, unter dem Druck von Fürsten und Bischöfen die erste Freiheitsakte, die Magna Carta, unterzeichnen mußte, es war der Beginn des heutigen Oberhauses. Nun wollten wir auch noch die Ruine von Schloß Kenilworth sehen, wo 50 Jahre später Philipp de Monfort 1625 den König zwang, auch Bürger und Kaufleute zum Parlament zuzulassen; und dies war der Beginn des Unterhauses.
Winchester
Weiter gings nach Süden, vorbei an Ascot, dem berühmten Pferderennplatz, zur ersten Hauptstadt von England, Winchester, in dessen weiträumiger Kathedrale - sie soll die größte Englands sein - die Königin Viktoria 1880 ihr 50-jähriges Regierungsjubiläum gefeiert hat. Wir parkten neben dem Denkmal Alfred des Großen, der hier, im Süden Englands, das große Sachsenreich errichtete, gerade zu der Zeit, als Karl der Große das Frankenreich in Europa schuf und die Sachsen vernichtend schlug.
Portsmouth
Englands größter Überseehafen Southampton und der Kriegshafen Portsmouth waren unser nächstes Ziel. Doch wegen eines Dauerregens langte es nur zu einer Rundfahrt, wobei uns Portsmouth als Geburtsort von Charles Dikkens schulisch etwas mehr interessierte.
Brighton
Dann fuhren wir die Küstenstraße entlang bis Brighton, dem modernsten Seebad Englands. Hier fühlten wir uns als Weltenbummler, alles war neu für uns. Mit englischen Jugendgruppen, die wir in der Jugendherberge kennenlernten, gingen wir zur neuen modernen Sporthalle, einige trafen sich hier beim Eislaufen, andere gingen ins Hallenbad, eine weitere Gruppe versuchte ihre Künste auf der Bowlingbahn. Der Abendspaziergang, die Lichterspiele an den Piers und der starke Fremdenverkehr hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Hastings
Nicht ganz so prunkvoll war es im nächsten Seebad, in Hastings. Wir machten Rast in „Battle" oberhalb Hastings, wo mit dem Sieg Wilhelms von der Normandie über König Harald 1066 die heutige Geschichte Englands ihren Anfang nahm.
Rye
Ein Erleben besonderer Art war unser Aufenthalt in dem reizenden Städtchen Rye, das eine so große Rolle im 100-jährigen Krieg zwischen Frankreich und England spielte und zu den berühmten Cinque Ports gerechnet wird. Wir hatten einen Umtrunk in der Mermaid Inn, einst Treffpunkt von Königen und Königinnen, aber auch von Seeräubern und
Dover
Bald erreichten wir unseren Ausgangspunkt, Dover, wo uns neben dem gewaltigen Castle besonders der älteste Leuchtturm Englands interessierte, der Pharaos, im 1. Jahrhundert gebaut, dessen Licht den römischen Schiffen den Weg über den Kanal zeigte. Wir fuhren am nächsten Tag nach Deutschland zurück ohne das Licht des Pharos, jedoch voll gepackt vom Erleben unserer 10-tägigen Studienfahrt durch England. Sch.
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