Aufnahme: 1967
Die Realschule in Oberpleis - von Schulleiter Ewald Kaiser
"Zur Entwicklung des Realschulwesens
Obgleich die Anfänge des Realschulwesens genauso wie die der allgemeinen Volksschulen und der Gymnasien bis in das 18. Jahrhundert, in die Zeit der Aufklärung, zurückreichen, hat sich die Entwicklung dieses Schultyps lange Zeit in bescheidenen Grenzen gehalten. Erst in unserem Jahrhundert wurde die Aufwärtsbewegung lebhafter, und nach 1945 setzte ein geradezu stürmischer Ausbau ein. So hat sich allein in den letzten 15 Jahren die Zahl der Realschulen in der Bundesrepublik mehr als verdoppelt, die Schülerzahl gar um über 150 Prozent erhöht. In Nordrhein-Westfalen stieg die Anzahl der Realschulen von 1963 bis 1966 von 336 auf 452, während die Zahl der Schüler von 133 000 auf 178 000 anwuchs. Diese günstige Entwicklung dauert unvermindert an. Was ist der Grund für diese außergewöhnliche Aufwärtsbewegung? In besonderem Maße ist die Realschule als Schule unserer modernen Zeit anzusehen, die einerseits dem wachsenden Bildungsbedürfnis breiter Schichten und andererseits den erhöhten Anforderungen von Wirtschaft, Industrie und Verwaltung gerecht zu werden vermag. Allgemeinbildend aber berufsfeldbezogen führt sie zu einem qualifizierten Abschluß, der günstige Berufsaussichten für ein weites Feld mittlerer und gehobener Berufe eröffnet und darüber hinaus den Besuch von höheren Fachschulen, Ingenieurschulen und gymnasialen Aufbauzügen ermöglicht. Ohne Zeitverlust ist jedem begabten Realschüler heute das Erreichen des Abiturs möglich. Das erklärt die ständig wachsende Beliebtheit unserer Schulform.
Städte und Gemeinden haben in zunehmendem Maße erkannt, wie notwendig Einrichtung und Bau von weiterführenden Schulen, aber auch der Ausbau unseres gesamten Bildungswesens für unser Volk sind. Sie sind dabei in der Erfüllung ihrer Aufgaben für Gegenwart und Zukunft oft bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gegangen. Gerade kleinere und stadtferne Gemeinden haben häufig ein Äußerstes getan, um auch ihren Kindern den Besuch einer weiterführenden Schule zu ermöglichen. Allein bei uns im Siegkreis sind seit 1960 zu den bestehenden vier Realschulen in Troisdorf, Königswinter und Much fünf Neueinrichtungen gekommen. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, daß Oberpleis als geographisch gesehen zentraler Ort des südlichen Siegkreises rings von einem Kranz von Realschulen umgeben ist. Von Linz über Bad Honnef, Königswinter und Beuel bis zu Menden, Troisdorf, Siegburg, Hennef und Herchen reiht sich eine Kette von Realschulen. Das wirft die Frage auf: „War dann die Errichtung der Realschule in Oberpleis notwendig?" Dazu bedarf es eines kurzen Rückblicks:
Ein Rückblick auf die Vorgeschichte der Realschule in Oberpleis.
In früheren Jahren war dem bildungswilligen jungen Menschen aus unserem Gebiet ein recht mühseliger und oftmals nicht ungefährlicher Weg zur Erreichung eines höheren Bildungs-abschlusses vorgezeichnet. Die bestehenden Realschulen in Königswinter, Beuel und Troisdorf zu erreichen, erforderte lange Fahrzeiten und oftmals noch längere Wartezeiten, häufig genug waren die betreffenden Schulen überfüllt und mußten auswärtige Schüler abweisen. Für Kinder aus den entfernter liegenden Teilen der Gemeinde war der Besuch einer weiterführenden Schule entweder ganz unmöglich, oder sie waren den größten Teil des Tages unterwegs, um sich dann noch mit den Hausaufgaben beschäftigen zu müssen. So konnte es geschehen, daß Kinder aus Pleiserhohn oder Hühnerberg um 6 Uhr das Haus verließen, mit dem Fahrrad nach Oberpleis fuhren, um dort den Bus erreichten, der sie an den Schulort brachte, wo sie bis zum Beginn des Unterrichts noch geraume Zeit warten mußten.
Mittags gab es oft noch längere Wartezeiten, so daß diese Kinder manchmal erst um 16 Uhr oder noch später heimkamen. Es ist nur natürlich, daß diese Strapazen viele begabte Schüler abschreckte und so die Bildungs-reserven in unserer Gemeinde nur höchst unzureichend ausgeschöpft wurden. Welche Gemeinde, welches Land kann sich das in der heutigen Zeit leisten? Es ist hier dankbar anzuerkennen, daß schon sehr frühzeitig aufgeschlossene Bürger der Gemeinde Oberpleis, die einen Blick für die Erfordernisse der Gegenwart besaßen, auf die Unhaltbarkeit dieses Zustandes hingewiesen und nach Wegen zur Abhilfe gesucht haben.
Schon um 1950 hat sich der Realschullehrer Christian Schenkelberg, der nach dem Kriege in seine Heimat Oberpleis zurückkehrte und seine Lebenstätigkeit von Köln nach Königswinter verlegt hatte, um die Errichtung einer Realschule in Oberpleis bemüht. Seinerzeit fand er noch nicht die genügende Resonanz für seine Vorschläge. Die stürmische Entwicklung auf dem Gebiete des Schulwesens war damals ebenso wenig abzusehen, wie die wirtschaftliche Expansion oder die unglaubliche Ausweitung der Bautätigkeit, gerade auch in unseren Höhengemeinden. Ein volles Jahrzehnt mußte vergehen, bevor erneut Ansätze zur Einrichtung einer weiterführenden Schule für den Oberpleiser Raum gemacht wurden.
Im Jahre 1960 fanden Besprechungen interessierter Kreise statt, und nun kam es zu den ersten konkreten Ergebnissen. Im Gemeinderat wurde erstmals ein Antrag auf Einrichtung einer Realschule gestellt. Damit war der Stein ins Rollen gebracht, und in den folgenden Jahren begann man dem Gedanken, in Oberpleis eine Realschule zu begründen, zusehends näher zu treten. 1962 und 1963 wurden erneute Anträge gestellt, und das Problem „Realschule" wurde heftig diskutiert. Die Befürworter mehrten sich, zumal gerade zu dieser Zeit bei den benachbarten Schulen Unterbringungsschwierigkeiten für unsere Kinder bestanden. Außerdem entstanden 1962 die Realschulen in Siegburg und Hennef; 1963 wurde in Herchen mit dem Aufbau einer Realschule begonnen.
Der starke Zustrom zu diesen Schulen, von denen die ersteren gleich mit zwei parallelen Klassen beginnen konnten, zeigte die Notwendigkeit des Ausbaus dieser Schulform in unserem Bereich und ließ manchen Zweifler verstummen. So bestand denn auch im Rat der Gemeinde Oberpleis zumindest von 1963 an Einmütigkeit darüber, ob die Einrichtung einer Realschule in Oberpleis wünschenswert sei. Lediglich die Möglichkeiten der Durchführung des Projektes wurden verschieden beurteilt. So sah man große Schwierigkeiten bei der Klärung der Raumfrage, da in Oberpleis kein geeignetes Gebäude für die Unterbringung einer Realschule zur Verfügung stand. Außerdem bezweifelte man, ob bei dem bestehenden Lehrermangel genügend Lehrkräfte zu gewinnen seien. Auch seitens der Bezirksregierung in Köln waren die Aussichten zunächst recht
skeptisch beurteilt worden.
Inzwischen war in der Bevölkerung der Gemeinde der Wunsch nach einer eigenen Realschule immer stärker geworden, einmal aus den schon dargelegten Gründen, dann aber auch, weil zu dieser Zeit durch Presse, Rundfunk und Fernsehen die Notwendigkeit des Ausbaus der Bildungsmöglichkeiten lebhaft propagiert wurde und das Schlagwort vom „ Bildungsnotstand" die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf die Schulsituation lenkte. Vor allem auch die in diesen Zeitraum fallenden intensiven Bemühungen des Staates zur Verbesserung der schulischen Verhältnisse, die Aufklärungsarbeit des Kultusministeriums, die das möglichst restlose Erfassen der Bildungsreserven zum Ziele hatte, trugen zu der Forderung bei, den Oberpleiser Kindern den Besuch einer Realschule innerhalb der Gemeinde zu ermöglichen.
Doch ging die Initiative weiterhin von den Mitgliedern des Gemeinderates aus. Auf Grund der Besprechung eines Gemeindevertreters mit der Fachdezernentin bei der Bezirksregierung in Köln, die sich nunmehr positiv zu der Einrichtung einer Realschule äußerte, und die Förderung durch die Regierung in Aussicht stellte, wurde im Januar 1964 ein Dringlichkeitsantrag auf Errichtung einer Realschule gestellt. Dieser Antrag wurde in der Sitzung des Rates vom 28. 1. 1964 vorgebracht. Die Diskussion ergab volle Übereinstimmung über die Notwendigkeit der Einrichtung, doch waren sich die einzelnen Ratsmitglieder über den Zeitpunkt der Eröffnung und den Ort der vorläufigen Unterbringung noch uneins.
So stellte man das „Wie" und das „Wann" zunächst zurück und stimmte darüber ab, ob der Rat willens sei, eine Realschule in Oberpleis einzurichten. Das Ergebnis der Abstimmung bewies wieder einmal, daß die Vertreter der Gemeinde allen Schulfragen aufgeschlossen gegenüberstehen und von dem Willen getragen sind, für Oberpleis bestmögliche Bildungsvoraussetzungen zu schaffen: Der Rat faßte den einstimmigen Grundsatzbeschluß, eine Realschule zu errichten. Gleichzeitig wurde ein Ausschuß gewählt, der die Aufgabe hatte. sich mit den im Zusammenhang mit der Realschulgründung auftauchenden Problemen zu befassen. Damit war der entscheidende Schritt getan.
Die Regierung wurde von dem Beschluß in Kenntnis gesetzt, und am 16.4.1964 fand eine Besprechung mit Vertretern des Regierungspräsidenten statt, in der unter anderem auch die Frage nach der Notwendigkeit einer Realschule für den hiesigen Raum mit dem Sonderausschuß des Rates erörtert wurde. Diese Frage wurde von allen Anwesenden einhellig bejaht. So konnte von der Gemeindeverwaltung ein eingehend begründeter Antrag auf Erteilung der Genehmigung zur Errichtung einer einzügigen Realschule in Oberpleis unter der Trägerschaft der Gemeinde Oberpleis an den Kultusminister des Landes Nord-Rhein-Westfalen gestellt werden. In diesem Antrag wurden alle notwendigen Fragen, wie Entfernung von den Nachbarorten mit Realschulen, Größe des Einzugsbereichs, Schülerzahl des Einzugsbereichs, Finanzlage der Gemeinde usw. ausführlich dargelegt. Auch für die vorläufige Unterbringung der ersten Realschulklasse konnte eine akzeptable Lösung angeboten werden. Gleichzeitig wurde die Bereitschaft des Rates bekundet, baldmöglichst ein Realschulgebäude zu errichten. Die Genehmigung zur Einrichtung der Schule wurde zu Ostern 1965 beantragt. Nachdem das Kultusministerium dem Antrag stattgegeben hatte, stand der Einrichtung der Realschule nichts mehr im Wege.
Im Januar 1965 wurden zwei Planstellen für Realschullehrer(innen) öffentlich ausgeschrieben, damit der Schulbetrieb Ostern 1965 rechtzeitig beginnen konnte. Eine der Lehrkräfte sollte mit der federführenden Leitung der Schule beauftragt werden. Am 22. Februar 1965 befaßte sich der Haupt- und Finanzausschuß der Gemeinde mit den eingegangenen Bewerbungen. Er stellte fest, daß es vorerst genüge, eine Lehrkraft einzustellen und die übrigen Stunden zunächst durch nebenamtliche Kräfte erteilen zu lassen. In der Ratssitzung vom 3. März 1965 wurde aus den Reihen der Bewerber um die Realschullehrerstelle der Realschlulleiter Ewald Kaiser ausgewählt und mit der Leitung der Schulde betraut. Er war bisher an der Realschule in Königswinter tätig gewesen.
Die Anfangsjahre der Realschule
Am 22. April 1965 begann für die erste Realschulklasse in Oberpleis der Unterricht. Von rund 45 angemeldeten Kindern waren nach dem Probeunterricht 38 Schüler übriggeblieben, welche die 5. Klasse (Eingangsklasse) der Realschule bildeten. Mit Genehmigung des Schulamtes des Siegkreises fand diese Klasse in der gerade rechtzeitig bezugsfertig gewordenen neuerrichteten Evangelischen Volksschule Aufnahme und konnte neben einem modernen lichten Schulsaal auch die Fachräume der Volksschule benutzen. Das Nebeneinander der beiden Schulformen wickelte sich reibungslos ab, und es bildete sich ein außerordentlich gutes Verhältnis zwischen den Kollegen beider „Fakultäten" heraus. Die zunächst in ihrer Ausstattung noch dürftig bestückte Realschule konnte jederzeit mit der freundlichen Hilfeleistung der Gastgeber rechnen. Die 38 Schüler des ersten Jahrgangs stammten ausschließlich aus dem Amt Oberpleis und zwar aus der Gemeinde Oberpleis 32 und aus der Gemeinde Stieldorf 6 Schüler. Nach Schulorten ergab sich folgende Verteilung: Oberpleis (Kath. Volksschule) 13, Oberpleis (Ev. Volksschule) 3, Thomasberg 5, Sandscheid 5, Eudenbach 8, Stieldorf (Kath.) 2, Stieldorf (Ev.) 1, Rauschendorf 1 Schüler. (2 Schüler aus Freckwinkel, Gemeinde Stieldorf, hatten vorher die Kath. Volksschule Oberpleis besucht.)
Die Klasse teilte sich auf in 21 Jungen und 17 Mädchen. Ende 1965 kamen ein Junge und ein Mädchen hinzu, so daß die Klassenstärke am Ende des Schuljahres 40 betrug. Der Unterricht in den Fächern Englisch, Kath. und Ev. Religion, Musik und Mädchenturnen wurde durch nebenamtliche/nebenberufliche Kräfte erteilt. So hatte sich der alte „Vorkämpfer" für die Realschule, Herr Direktorsstellvertreter i. R. Schenkelberg, gern zur Verfügung gestellt und nahm seine Arbeit mit Begeisterung auf.
Die Geistlichen beider Konfessionen erteilten den Religionsunterricht, während der Lehrer und Kantor Herr Kurt Wirtz den Musikunterricht und Frau Gymnastiklehrerin Gräser das Mädchen-turnen übernahmen. So war eine gedeihliche Bildungsarbeit gewährleistet, und dieses erste Jahr sicherte der Realschule die Anerkennung von Eltern und Öffentlichkeit.
Schwieriger gestaltete sich die Situation im 1. Kurzschuljahr von Ostern 1966 an. Zwar waren als neue Lehrkräfte die Realschullehrerin Fräulein Helga Franzen und die Kunsterzieherin und Werklehrerin Frau Ilse Horstmann hinzugekommen und damit die Lehrerfrage zur Zufriedenheit gelöst, doch ergaben sich nunmehr erhebliche Raumschwierigkeiten, da in der Ev. Volksschule kein weiteres Klassenzimmer zur Verfügung stand. Die neue Klasse 6 erhielt den größeren Raum in der Volksschule, da sie mit 43 Schülern (21 Jungen und 22 Mädchen) mehr Platz beanspruchte. Klasse 6 mußte mit dem notdürftig eingerichteten Gastraum der ehemaligen Gaststätte Lichtenberg vorliebnehmen, der zwar eine neue Beleuchtungsanlage und modernes Schulgestühl erhielt, aber neben großer Enge mancherlei Unzulänglichkeiten mit sich brachte.
Die größten Übel waren die erhebliche Entfernung zwischen beiden Räumen, die Überquerung der Hauptstraße für die Schulkinder und die Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung der Aufsichtspflicht für die Lehrer. Auch hier erwiesen sich die Kollegen der beiden Volksschulen als hilfreich und entgegenkommend, indem sie die Pausenaufsicht auf dem gemeinsamen Schulhof für die Lehrer der Realschule mit übernahmen. Die Realschule bestand inzwischen aus 2 Klassen mit insgesamt 81 Schülern (44 Jungen und 37 Mädchen). Zum ersten Male waren auch drei Schüler aus amtsfremden Gemeinden dabei und zwar 2 Schüler aus Ittenbach und 1 Schüler aus Heisterbacherrott. Zusammen mit 15 Kindern aus Stieldorf ergaben dies 18 Schüler aus den Nachbargemeinden; 63 kamen aus der Gemeinde Oberpleis.
Noch problematischer gestaltete sich die Situation, als am 1. Dezember 1966 das 2. Kurzschuljahr anlief. 42 Schüler wurden aufgenommen, ohne daß zunächst ausreichender Schulraum vorhanden war. Der bereitwillig zur Verfügung gestellte Physikraum der Ev. Schule erwies sich als zu klein für die große Schülerzahl. Diesmal war es die Kath. Volksschule, die der Realschule aus der Not half. Eine zahlenmäßig kleinere Klasse bezog den Physikraum und machte der Realschule einen
hinreichend großen Raum im Gebäude der Kath. Volksschule frei. Doch war diese jetzt in drei verschiedenen, zum Teil weit voneinander entfernten Gebäuden untergebracht; die Folge waren Zeitverlust und viele unnötigen Wege. Hinzu kam für die Schulleitung das Fehlen jeglicher Verwaltungs- und Nebenräume, so man dem Ende der provisorischen Unterbringung voller Erwartung entgegensah.
Inzwischen war die Schülerzahl auf 121 angewachsen, davon 63 Jungen und 58 Mädchen. 80 Schüler hatten ihren Wohnsitz in der Gemeinde, 32 kamen aus den Nachbargemeinden. Als neue Lehrkraft trat Herr Bernd Wettke in das Kollegium ein, während Herr Wirtz aus Zeitmangel seine nebenberufliche Tätigkeit an der Realschule aufgeben mußte. Sein Scheiden wurde von Lehrern und Schülern lebhaft bedauert. Ihm sei an dieser Stelle noch einmal aufrichtig gedankt für seine Lehrtätigkeit und besonders für seinen Einsatz beim Aufbau des Schulchores. Zum Schuljahresbeginn 1967 kam Frau Christa Sußmann als weitere Lehrkraft hinzu. Es traten wiederum 42 neue Schüler in die Realschule ein, die damit im vierten Jahr ihres Aufbaus vier aufsteigende Klassen mit 161 Schülern zu versorgen hatte. Eine Weiterführung des Provisoriums wäre unter den vorliegenden Umständen nicht langer möglich gewesen. Gottlob erübrigte sich die Sorge um die Unterbringung. Die Realschule konnte rechtzeitig zum Schulbeginn den soeben fertiggestellten 1. Bauabschnitt ihres eigenen Schulgebäudes beziehen.
Eine Schlußbetrachtung
Was selbst der kühnste Optimist nicht für möglich gehalten hätte, wurde durch die gute Zusammenarbeit erreicht. In nicht einmal zwei Jahren vom Beginn der Planung an konnten Verwaltungs- und Klassentrakt bezugsfertig erstellt werden; die eigentlichen Bauarbeiten nahmen nur rund 11 Monate in Anspruch. Das zeigt, wie energisch das Bauvorhaben von den Mitgliedern des Rates, den Angehörigen der Verwaltung, vom Planer und der Bauleitung vorangetrieben wurde. An dieser Stelle sei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß auch der weitere Verlauf der Bauarbeiten, vor allem die Errichtung des wichtigen und für die Realschule dringend notwendigen Fach- und Sonderraumtraktes und der Turnhalle in der gleichen zügigen Weise vonstatten gehen mögen. Die Realschule für Jungen und Mädchen in Oberpleis hat sich ihren festen Platz in der Gemeinde erworben und ist als Bildungsinstitution nicht mehr aus ihr fortzudenken. In steigendem Maße wird sie auch von den Nachbargemeinden beachtet und empfängt zunehmend mehr Kinder aus diesen Orten. Sie ist für die Höhengemeinden in gewisser Weise eine „Mittelpunkt-Realschule" geworden. 13 verschiedene Schulen aus sieben Gemeinden entsenden Kinder in diese Schule.
Von zur Zeit 159 Schülern stammen 110 aus der Heimatgemeinde, 49 kommen aus den Gemeinden Stieldorf, Ittenbach, Heisterbacherrott, Aegidienberg, Hennef und Uckerath. Die Vorermittlungen haben ergeben, daß in den kommenden Jahren mit einem weiteren Ansteigen der Schülerzahlen fest gerechnet werden kann.
All dies beweist, wie notwendig die Einrichtung dieser Schule war und wie weitsichtig und zukunftsgerichtet die Mitglieder des Rates der Gemeinde Oberpleis sich gezeigt haben. Sicherlich gehörte Mut dazu, bei der angespannten Finanzlage und dem gleichzeitigen Bau von drei Volksschulen in der Gemeinde, den Beschluß zur Errichtung einer Realschule unter der Trägerschaft der Gemeinde zu fassen und diesen Beschluß sobald in die Tat umzusetzen. Doch wird die Zukunft den Gemeindevätern recht geben. Wenn der erfolgreiche Besuch dieser Schule und der damit ermöglichte soziale Aufstieg in die mittleren Führungsschichten unserer Gesellschaft durch viele entsprechend begabte Kinder genutzt wird, ist dies der schönste Dank, der ihnen zuteil werden kann.
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