Aufnahme: 1967
Fußballer des TuS 05 Oberpleis auf großer Fahrt
Die Fahrt führte über Aachen, Antwerpen, Gent, Ostende, Dünkirchen nach Calais, wo man morgens um 8.30 Uhr eintraf. Da das Fährschiff nach Dover erst gegen 11.15 Uhr ablegte, nutzten die Oberpleise die Wartezeit zu einem Bummel durch Calais.
Von Dover aus ging es dann weiter, entlang der Südküste der englischen Insel, zu der etwa 53 Meilen südlich von London gelegenen 162000 Einwohner zählenden Stadt Brighton, dem Ziel der Reise. Hier wurden die Oberpleiser von den Verwandten Josef Vogts herzlich empfangen und gastfreundlich bewirtet. Nachdem man sich von den Strapazen der langen Anfahrt etwas erholt hatte, wurde noch am gleichen Abend ein kleiner „Abstecher" durch die Gaststätten Brightons unternommen, bei dem es reichlich Gelegenheit gab, das englische Bier zu probieren. Allerdings war der abendliche „Ausflug" recht kurz, da die englischen Gaststätten bereits um 22.30 Uhr schließen.
Am nächsten Morgen trainierten die Oberpleiser Fußballer berefts eifrig im Stadtpark. Nach dem Mittagessen ein kurzer Besuch im „Chinesischen Pavillon''.
Anschließend gegen 15.30 Uhr offizieller Empfang des „deutschen Besuches" durch die Bürgermeisterin der Stadt, Mrs. Watson-Miller. In herzlichen Worten begrüßte die Bürgermeisterin die Oberpleiser und hieß sie willkommen. Josef Vogt dankte Mrs. Watson-Miller für die freundliche Aufnahme in Brighton, überbrachte ihr die Grüße der Gemeinde Oberpleis und überreichte ihr im Auftrage von Bürgermeister Anton Weber ein Bild von Oberpleis mit Widmung, sowie einen persönlichen Brief des Bürgermeisters.
Die Gäste aus Deutschland waren dann sehr überrascht, als die Bürgermeisterin sofort auf das Bild zeigte und in einwandfreiem Deutsch erklärte: „Das ist der Olberg" Das Siebengebirge und auch Oberpleis habe sie noch gut in Erinnerung, da sie vor etwa 40 Jahren in Bonn studiert habe. Bei Tee und Kuchen unterhielt man sich noch einige anregende Stunden.
Anschließend machten die Oberpleiser eine Stadtrundfahrt und vergnügten sich beim traditionellen Brightoner Fisch- und Chips-Essen. Der Donnerstag brachte dann den sportlichen Höhepunkt des Englandbesuches.
Am späten Nachmittag fand das Freundschaftsspiel des TuS 05 Oberpleis gegen die Mannschaft des Patcham Athletic Football Club statt. Nach dem Wimpelaustausch begann das faire und spannende Spiel. Vor zahlreichen Zuschauern gelang es den Oberpleisern binnen kurzem einen 1: 0 Vorsprung durch Becker herauszuholen, den die Engländer bald darauf durch ihren Mittelstürmer wieder wettmachten. Er war es auch, der kurz vor dem Halbzeitpfiff seine Mannschaft durch ein weiteres Tor in Führung brachte.
In der zweiten Hälfte des Spieles setzte zunächst Limbach einen gegen die Gastgeber verhängten Elfmeter eiskalt ins Netz und schaffte so den Ausgleich zum 2:2. Nun steigerte sich die Spannung bei Spielern wie Zuschauern: Als dann Becker durch ein Bombentor kurz vor Spielschluß für die Entscheidung sorgte (3:2). war die Freude bei den Oberpleisern groß.
Nach dem Spiel lud der englische Club seine deutschen Freunde zum Essen ein.
Dem sportlichen Wettkampf war am Morgen eine Meerrundfahrt um Brighton, bei der man die herrliche Strandpromenade des größten Erholungsortes an der englischen Südküste bewundern konnte, vorausgegangen. Außerdem besichtigten die Oberpleiser das bekannte Automuseum Brightons, in dem der berühmt-berüchtigte Wagen Görings ausgestellt ist.
Der Freitagvormittag wurde zu einem Einkaufsbummel durch Brighton benutzt. Am Abend lud der englische Club zu einer Party, an der wiederum die Bürgermeisterin teilnahm, nach Altfriston, einem Vorort Brightons, ein. Hier erlebten die deutschen Gäste echte englische Gastfreundschaft.
Vom Club-Vorsitzenden erhielten die Oberpleiser eine Fußball-Statuette mit Widmung der englischen Spieler.
Der vorletzte Tag des Englandbesuches führte die Fußballer des TuS 05 zu einer umfangreichen Exkursion nach London. Neben der Besichtigung des Big-Ben, der Westminster-Abtei, der Tower-Brücke und dem Buckingham-Palast hatte man abends noch Gelegenheit einem rasanten Windhund Rennen beizuwohnen.
Am Sonntagmorgen in aller Frühe nahmen die Oberpleiser dann etwas wehmütig Abschied von einer Stadt, in der sie viel Schönes erleben durften und traten die Heimreise an. hw.
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