Aufnahme: 1936
Aus der Geschichte der Pfarrei Oberpleis - Die Schule in Thomasberg.
Die hiesige Schule wurde am 1. Mai 1865 in einem Saal, den die Gemeinde von dem Gastwirt Theodor Raths zum Preise von 60 Mk. gemietet hat, eröffnet.
Besucht wird sie von 101 Kindern. Die Kinder waren teils nach Oberpleis und teils nach Heisterbacherrott in die Schule gegangen. Sie hatten den Unterricht 1, 2, 3, u. 4 einige sogar 5 u. 6 Jahre besucht. Die älteren Kinder benutzten zum Lesen den Kern der biblische
Geschichte von Schumacher.
Geläufigkeit hatten sie sich wohl in etwa zu eigen gemacht, aber an Betonung war dabei gar nicht zu denken. Die verschiedenen Interpunktionszeichen kannten sie nicht einmal dem
Namen nach, geschweige denn, daß sie im Lesen von ihnen berücksichtigt worden wären. Die jüngeren Kinder, die schon 1, 2, 3 u. 4 Jahre die Schule besucht hatten, konnten noch nichts, die meisten kannten nicht einmal die Buchstaben. Im Rechnen war es ebenso
schlecht bestellt.
1866 stieg die Kinderzahl auf 126, 1867 auf 131. Der erste Lehrer war: Gierlich.
Am 13. Sept. 1868 wurde er nach Siegburg-Mülldorf versetzt. Bis zum Schluß des Jahres wurde die Stelle von einem Präparanden verwaltet.
Am 1. Jan. 1869 wurde Th. Laufenberg von Troisdorf Krs. Bonn nach hier versetzt, der am 13. Sept. 1873 nach Köln ging.
1. Dez. 1875 bis 1. Okt. 1876 Präparand Hummerich.
16. Okt. 1876 bis 5. Juli 1882 Lehrer Heinrich Arenz.
5. Juli 1882 bis 28. Aug. 1882 3 Präparanden: Thomas, Klettver und Arenz.
Ab 28. Aug. 1882 Matthias Schonauer.
Bisher war die Schule in einem Saale, den man von Herrn Raths gemietet hatte. Ebenso war die Wohnung des Lehrers gemietet und zwar von Herrn Theodor Schonauer.
Da die Pachtsumme schon eine beträchtliche war, ungefähr gleich den Zinsen des Anlagekapitals für einen Neubau, so wurde beschlossen, ein neues Schulhaus zu bauen. Zu dieses Zweckes hatte man schon vor 5 Jahren ein Grundstück von ungefähr 32 Ar
von Herrn Th. Raths angekauft.
Auch konnte der gemietete schlechte Schulsaal die Anzahl der Kinder nicht aufnehmen, da deren Zahl 143 betrug.
Diese Zahl übertrifft schon bei weitem die gesetzliche zulässige Höchstzahl und man mußte, um diesem Übelstande abzuhelfen, den Neubau beginnen.
Der Bau wurde im Juni des Jahres 1882 dem Schreinermeister Klöver aus Döttscheid übergeben, der ihn im folgenden Jahre im Oktober fertigstellte.
Der erste Unterricht begann in demselben Jahr und zwar am 22. Okt. 1882 im unteren Schulsaal. Mit Ostern wird die Schule 2-Klassik. Frl. Orbach aus Oberpleis wurde als Lehrerin ernannt.
Das Oekonomiegebäude baute die Gemeinde selbst unter Leitung des Aufsehers Schwindt.
Weihnachten 1888 wurde Frl. Orbach als Lehrerin nach Brügge bei Dülmen versetzt.
Ihr folgte am 2. Jan. 1889 Katharina Metternich.
Während der Krankheit des Lehrers Schonauer vom 24. Nov. bis Weihnachten 1901 war als Vertreter Lehrer Schwindt aus Oberpleis tätig.
1893 wurde ein 10 m tiefer Brunnen gebaut und eine Pumpe aufgestellt.
2. Dez. 1895 Volkszählung: Schulbezirk 888 Einwohner.
Ab Ostern 1898 wurde die Schule 3-Klassik mit 2 Lehrern.
Vom 20. März bis 13. Mai 1890 Candidat A. Bochem aus Düsseldorf als Vertreter der beurlaubten Lehrerin Metternich.
Am 1. und 4. Februar 1901 als Vertreter des erkrankten Lehrers Schonauer: Lehrer Linnig aus Oberpleis.
Im Jahre 1900 verfügte die Kgl. Regierung, da die Schülerzahl auf 180 gestiegen war, die Einrichtung der 3. Klasse. Zu diesem Zwecke mußte ein Erweiterungsbau ausgeführt werden. Derselbe wurde dem Maurermeister Friedrichs aus Oberdollendorf übertragen.
Am 1. Okt. 1902 war der Bau fertiggestellt.
Seit dem 1. Mai 1902 ist die Schule 3-Klassik. Schulkinderzahl 193.
Lehrer Heinrich Ennenbach aus Birkenfeld b. Neunkirchen, der am 1. Mai 1902 seine Lehrtätigkeit hier aufnimmt, erhielt eine Wohnung im Neubau.
3. Jan. 1905 Lehrer Ennenbach nach Bonn-Kessenich versetzt.
13. Febr. 1906 bis 31. März 1905 als Vertreter; Schulamtskandidat Stommeln aus Schönenberg im Siegkreis.
1. April 1905 bis 5. Sept. 1908 Josef Schoppe aus Essen; 2 Lehrer werden versetzt nach Essen.
17. März 1900 bis 1. Juli 1912 Lehrer Westendorp versetzt nach Elberfeld.
15. Aug. 1909 bis 1. Nov. 1911 Wilhelm Axer aus Euskirchen als Lehrer für die eingerichtete 4. Klasse. Die frühere Dienstwohnung des Lehrers Westendorp wird als Schulsaal eingerichtet. Axer nach Ruppichteroth versetzt.
2. Nov. 1911 bis 20. Aug. 1914 Lehrer Simon aus Ruppichteroth, zum Heer einberufen.
15. Juli 1912 bis 15. Okt. 1914 Lehrer Faber aus Niederpleis, zum Heer einberufen.
9. Nov. 1914 bis 1. Juni 1917 Frl. Faßbender aus Rüngsdorf.
16. April 1913 bis 4. April 1916 Frl. Klara Eidenberg aus Gebhardtshain, versetzt nach Troisdorf.
11. April 16 bis 31. März 1917 Frl. Maria Müller aus Siegburg Wolsdorf, nach Troisdorf versetzt.
14. Juni 1917 bis 17. Febr. 1918 Frl. ten Holthaus aus Herrenstein.
21. Jan. 1918 bis 17. Dez. 1918 Frl. Christine Schwindt aus Oberpleis. 17. Dez. 1918 Franz Symnofsky aus Köln. 17. Dez. 1918 bis 15. April 1925 Hermann Willnecker aus Köln, versetzt nach Rauschendorf.
1. Okt. 1922 Hauptlehrer Matthias Schonauer tritt infolge der Erreichung der Altersgrenze nach 40-jähriger Lehrertätigkeit in seinem Geburtsort in den Ruhestand.
1. Okt. 1922 bis 1. März 1927 der bisherige 1. Lehrer der Schule Sandscheid, Richard Müller, wird Hauptlehrer, später versetzt nach Lohmar.
1. Febr. 1923 Lehrerin Kath. Metternich tritt in den Ruhestand nach 36-jähriger Tätigkeit;
sie starb am 16.Nov. 1927. 1. Febr. 1923 bis 1. April 1932 Lehrerin Christine Schwindt nach Oberpleis versetzt.
15. April 1925 bis 1. April 1927 Lehrer Theodor Faber aus Wellerscheid, versetzt nach Köln.
Ab 1. April 1927 Schulamtsbewerber Fritz Hardes aus Köln-Nippes als Lehrer nach hier berufen. 1. März 1927 bis 30. Juni 1927 Schulamtsbewerber Christian Schneider aus Bonn-Endenich versetzt nach Hersel. Ab 1. Juli 1927 ruht eine Klasse wegen des Rückgangs
der Kinderzahl: 133 1. Aug. 1927 Lehrer Franz Symnofsky zum Hauptlehrer ernannt.
Ab 1. April 1932 Frl. Anna Felten, bisher in Frechen bei Köln, als Lehrerin nach hier versetzt.
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