86 bestanden die Reifeprüfung

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1999

86 bestanden die Reifeprüfung

Fremdsprachen sind nicht mehr gefragt - Mahnende Worte des Schulleiters beim Abitur.

st. 86 Abiturientinnen und Abiturienten nahmen in einer Feierstunde in der Aula des Schulzentrums Abschied vom Gymnasium am Ölberg in Oberpleis. Sie wurden verabschiedet von ihren Jahrgangsstufenleitern Lothar Heidinger und Marlene Barth. Drei Abgangsschüler wurden besonders ausgezeichnet: Torsten Leyendecker für besondere schulische Leistungen, Ralph Thesen und Felix Nattermann für besonderes schulisches Engagement und Christian Spiekermann erhielt den Preis der Chemischen Industrie. „Nach neun oder zehn Jahren haben nun die Abiturienten ihre allgemeine Hochschulreife erhalten. Aber was heißt Hochschulreife?"  stellte Schulleiter Klaus Breuer in seiner Ansprache die Frage.

Nur noch elf der Abgangsschüler belegten zwei Fremdsprachen, nur einer drei, während die meisten nur noch eine Fremdsprache als Wahlfach  nahmen. 22  Schülerinnen und  Schüler hätten im letzten halben Jahr keine Fremdsprache mehr belegt, Englisch und Französisch seien so gut wie „out", so Breuer. Die  Schuld für diese Misere gibt der Schulleiter dem Gesetzgeber, der es ermöglicht, daß die Schüler ihre Fächer selbst wählen können. Auch viele allgemeine Fächer werden nicht mehr gewollt. „Mathematik trocknet das Herz aus", Latein ist etwas für Altertumsforscher", sei vielfach zu hören. Nach Meinung der Schüler fehle ein Fach auf dem Lehrplan: Freizeitkunde. Was mache ich in meiner Freizeit? Breuer: „Es gibt auch einige Schüler, die das Lehrpersonal als ,Widerlager' bezeichnen." Nach Meinung der Schüler sei die Penne eine Begegnungsstätte mit Freunden und nicht eine Stätte des Wissens.

Wenn das so weiter ginge, könne man von einem Zusammenwachsen Europas - besonders im sprachlichen Bereich - nicht mehr reden. In den vergangenen 50 Jahren habe man viel Freiheit bekommen, aber Freiheit müsse auch ihre Grenzen haben. Breuer betonte auch, das Gemeinnutz vor Eigennutz gehe. Das sei aber heute nicht mehr selbstverständlich. Den Schulabgängern wünschte der Schulleiter in ihrem Leben Selbstvertrauen und persönliches Glück zum Wohle in der Gemeinschaft. Bürgermeister Herbert Krämer gratulierte den Abiturienten, Julia  Erler und Christian Schultheiß sprachen Abschiedsworte für die Abgänger und Dr. Bernhard Ziese sprach Grußworte der Eltern. Umrahmt wurde die Feierstunde durch den Kammerchor der Schule unter der Leitung von Pavel Brochin am Klavier Irina Brochin. Außerdem spielten die Solisten des Abiturjahrgangs Anne Becker und Sonja Zimmermann (beide Klavier) und Florian Sebald (Violoncello). Der weltlichen Entlaßfeier ging in St. Pankratius ein ökumenischer Gottesdienst voraus.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 24 vom 17. Mai. 1999; Foto: Groote; Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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