Aufnahme: 1998
„Die Musik in dieser Stadt spielt in Oberpleis"
fwg. Mit diesem provokanten Satz eröffnete Vorsitzender Hans Hillen letzten Donnerstag die 98er-Generalversammlung des Werbekreises Oberpleis. Bevor es aber soweit war, mußten erst einmal noch Stühle aus der nahen Kreissparkasse ins Ristorante Calabria geschafft werden. Offensichtlich hatten vor allem die Themen der Tagesordnung „Auswirkungen des Euro" und „Bebauung des Post-Mattes-Eck" 48 Teilnehmer angelockt. In seinem Bericht zitierte Hans Rillen eine aktuelle Untersuchung über die Kundenbedürfnisse, die an erster Stelle die Sauberkeit eines Ortes ermittelte. Deshalb sei also der Besensamstag vor dem 10. Oberpleiser Sonntag eine richtige Maßnahme gewesen. Zwar habe der verkaufsoffene Sonntag ein wenig unter dem schlechten Wetter gelitten, aber insgesamt sei er wieder ein großer Erfolg gewesen. Die Aktionen zu Weihnachten hätten allerdings nicht den großen Erfolg gezeigt. Das soll sich 1998 mit neuen Aktionen ändern. Geplant sind ein wandelnder Adventskalender und die Herausgabe eines ganzjährigen Veranstaltungskalenders.
Hillen führte in seinem Bericht dann weiter aus: „Wenn die Entwicklung in Oberpleis weitergehen soll, müssen alle - wie schon in der Vergangenheit - etwas dafür tun und dürfen sich Neuerungen nicht verschließen." Dazu zählt der Vorsitzende des Werbekreises auch das Internet. Oberpleis sollte sich schon bald mit einer Webseite in diesem neuen Medium präsentieren. Weiter führte Rillen aus, daß der Werbekreis die Bebauung des Post-Mattes Eck außerordentlich begrüße. Damit verbunden sei die Erwartung einer zügigen Genehmigungspraxis aller Baugenehmigungen für den Wiesengrund und die Lösung zu erwartender Verkehrsprobleme. Auch die Planung für das Bebauungsgebiet „Eigenacker Ost" und eines weiteren Gewerbegebietes im Bereich der früheren Straßenmeisterei müsse zügig vorangetrieben werden. Der große Standortvorteil von Oberpleis liege darin, daß es im und um den Ort noch reichlich Reserveflächen für eine weitere Bebauung gebe. Über die Ausgestaltung könne und müsse man sicherlich reden, aber Verhinderungsversuche sollten tunlichst vermieden werden.
Die Nähe zum Siebengebirge sollte Grundlage zur Entwicklung touristischer Konzepte sein. Dazu gehöre auch das 140- Betten-Hotel im Gewerbegebiet Ruttscheid, das ein Investor errichten möchte. Hans Hillen berichtete dann über die Bemühungen zur Entwicklung eines Gesamtstadtmarketings, das leider nach neuesten Erkenntnissen nun nicht zustande komme, da die Altstadt unter Führung von Altbürgermeister Günter Hank ein eigenes Konzept entwickeln wolle. Dadurch seien die durch die Kreissparkasse gesponserten Voruntersuchungen der Fachhochschule Rheinbach, die zu einer komplexen Struktur eines Gesamtmarketings führen sollten, zunächst einmal infrage gestellt. Auf ein für Oberpleis interessantes Vorergebnis kamen die Wissenschaftler in ihren Interviews: Zum Einkaufen nach Oberpleis, zum Wein nach Dollendorf, zum Bürgermeister nach Königswinter. Hans Hillen bedauerte ausdrücklich, daß es hinsichtlich eines gemeinsamen Marketings für Tal und Bergbereich nach dem Stand der Dinge zu einer Spaltung gekommen sei. Im Jahr 2002 werde der Werbekreis 50 Jahre alt, führte Hillen weiter aus.
Aus den Gründertagen und den nachfolgenden Jahren seitdem sei ein umfangreiches Archiv vorhanden, das nach seiner Auffassung historisch-wissenschaftlich aufbereitet werden sollte. Dafür wolle der Werbekreis bis dahin jährlich 2000 DM zurückstellen, um eine Veröffentlichung zu finanzieren. Im Zusammenhang damit forderte er die Anwesenden auf, zu Hause nach Fotos und Dokumenten zu suchen und sie gegebenenfalls für eine solche Arbeit zur Verfügung zu stellen. Nach dem Kassenbericht durch Willi Sülzen, der ein positives Saldo von rund 6200 DM für das vergangene Geschäftsjahr auswies, leitete Hans Hillen dann über zu einem wichtigen weiteren Thema: Vorstellung eines Zusatzkonzeptes für den 11. Oberpleiser Sonntag: Die Apfelbörse. Dazu gab er das Wort an den Medienexperten Hermann Sack, der viele gute Vorschläge zu diesem Thema unterbreitete und Muster eines Logos, Plakates und Aufklebers vorstellte. Sack führte überzeugend aus, wie gut sich das Apfelthema in der Öffentlichkeit darstellen lasse und den bisherigen Erfolg des Oberpleiser Sonntags weiter steigern könne. Die Versammlung beauftragte den Vorstand, das Konzept weiterzuverfolgen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu präsentieren.
Nächster Punkt der Tagesordnung: Die Geschäftsführerin der Entwicklungs- und Bauträgergesellschaft EWF aus Königswinter und ein Mitarbeiter des Unternehmens stellten anhand eines Modells die Bebauung des Post-Mattes-Eck vor. (Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete bereits darüber). Auf großes Interesse mit vielen Fragen in der anschließenden Diskussion stieß der Vortrag von Wolf Ruge, Leiter der Anlageberatung der Volksbank Bonn Rhein-Sieg über die Auswirkungen der Euroeinführung auf die Unternehmen. Der Referent konnte mit seinen klaren und sachlichen Ausführungen viel Aufklärung zur Euro Einführung vermitteln. Wichtigste Botschaft: Die Unternehmen sollten sich schon jetzt um die technischen Einzelheiten und die Umstellung von Datenverarbeitung kümmern. Zum Schluß des Abends mit seinem umfangreichen Pro neuen Mitglieder mit ihren Unternehmen vor. Der Werbekreis Oberpleis hat auch im vergangenen Jahr eine erfreuliche Mitgliederentwicklung genommen. Aus- und Eintritte saldieren sich zu insgesamt jetzt 80 Mitgliedern, drei mehr als noch ein Jahr zuvor.
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