Aufnahme: 1994
Susanna Herberth überreicht Danielle Mitterand ein selbst gemaltes Bild zum Thema Menschenrechte
Danielle Mitterand besuchte Oberpleiser Schulzentrum
"st. Die Schülerinnen und Schüler des Oberpleiser Schulzentrums konnten in der vergangenen Woche einen besonderen Gast begrüßen: Danielle Mitterand, die Gattin des französischen Ministerpräsidenten, kam zu Besuch, um den Europäischen Pass gegen Rassismus populär zu machen. Kinder und Jugendliche der Hauptschule und des Gymnasiums hatten die Entwürfe zu den Bildern auf der Vorder- und Rückseite des Passes gestaltet. Ihnen hatte Madame Mitterand Geschenke mitgebracht. Vor dem Eingang der Schule begrüßte Bürgermeister Herbert Krämer Danielle Mitterand und überreichte ihr einen Blumenstrauß. Ausländische Schulkinder sprachen in der Aula zunächst in ihrer Heimatsprache und dann in Deutsch den Text: „Wir kommen aus unterschiedlichen Erdteilen, wir kommen aus unterschiedlichen Ländern, wir sprechen verschiedene Sprachen, wir sind verschiedene Menschen, aber wir sind alle Bürger dieser Erde." Die algerische Schülerin Zora Bajoui sagte in ihrer Muttersprache und dann in deutsch: „Wir werden gegen den Rassismus kämpfen, denn wir wollen alle leben" und überreichte dem hohen Gast einen Blumenstrauß.
Die Ansprache von Danielle Mitterand, die ins Deutsche übersetzt wurde, gipfelte in der Feststellung, dass der Rassismus nicht nur in Deutschland und in Frankreich zu beobachten sei, sondern die ganze Welt bedrohe. „Aber die Menschenrechte gelten überall auf dieser Erde oder sollten es jedenfalls. Deshalb müssen wir den Kampf um die Menschenrechte und gegen den Rassismus möglichst schnell beginnen, und zwar in unserer Heimat und in Europa. Jeder persönlich sollte dies mit eigenen Mitteln tun. Alle sind aufgefordert, den Rassismus weit von sich zu weisen." Die Präsidentengattin bat die jungen Menschen, sich als Bürger dieser einen Welt im kommenden 21. Jahrhundert zu bewähren. Der Direktor des Gymnasiums, Klaus Breuer, würdigte in seiner Ansprache den unermüdlichen Einsatz von Danielle Mitterand gegen Terror, Gewalt, Rassismus und Elend in der Welt. Sie gebe damit ein Beispiel für die jungen Menschen für Gerechtigkeit und gegen Hass.
Gerade die Schüler des Oberpleiser Gymnasiums hätten auf diesen Gebieten durch ihren Einsatz für Straßenkinder in Guatemala, für politische Gefangene in Chile, für Indianer in Mexiko, durch Kleider- und Lebensmittelsammlungen für hungernde Menschen in Bosnien und Moskau sowie die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern schon viel getan. Nach dem Sketch „Minister und Häuptling", den Schüler der Klasse 8 a des Gymnasiums aufführten, entspann sich eine zunächst zögerliche, dann aber recht lebhafte Diskussion um die Menschenrechte in aller Welt zwischen den Schülerinnen und Schülern und ihrem Gast. Die Leitung der Diskussionsrunde hatte Brigitte Erler vom „Bunten Forum". Susanne Herberth überreichte Madame Mitterand ein selbst gemaltes Bild zum Thema Menschenrechte. Einschlägige Plakate hatten die Schüler des Gymnasiums im Unterricht entworfen, die in der Aula ausgestellt waren."
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