Aufnahme: 1994
„Dat selleve Spell wie jedes Johr“
Entlassfeier in der Hauptschule Oberpleis 1994
Es war eben nicht wie jedes Jahr. Die Entlassschüler verzichteten auf das übliche "Kalte Buffet" und sammelten stattdessen für ein Kinderkrankenhaus in Kroatien. 750 Euro konnten sie dem Überbringer, Herrn Martin über-reichen. Statt des Schulleiters, Herrn Landsberg, hielt ein Ehrengast, Herr Dr. Herles, Chefredakteur des Generalanzeigers, die Festansprache. Er betonte, wie wichtig es sei, nie die Hoffnung aufzugeben: „ Selbst wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, zitierte Herles Luther und überreichte zum Schluss seiner Rede jedem Entlassschüler symbolisch einen Apfel. Die Schüler zeigten sich offensichtlich beeindruckt.
Zum Ende des Programms, das mit viel Liebe und netten Ideen von den Schülern gestaltet wurde, gab es noch eine Überraschung. Als der Bühnenvorhang sich öffnete, sah man in ein vornehmes Esszimmer. Dezente Klaviermusik und das warme Licht der Kerzen auf der festlich gedeckten Tafel erzeugten eine festliche Stimmung und dann erschien er, der Butler Fritz Karl, und holte Frau Renate zur Geburtstagsfeier ab.
Im Folgenden muss er die vier geladenen Freunde der Neunzigjährigen, die schon lange nicht mehr leben, ersetzen, folglich auch für vier trinken, wobei er von Menügang zu Menügang betrunkener wird und seine Frage: „Dat selleve Spell wie jedes Johr?“ von Mal zu Mal unverständlicher wird. Die drei Klassenlehrer, der 10a Herr Birkhäuser, 10b Frau Reusch-Birkhäuser und 10c Frau Schermuly hatten das Stück mit dem immer wieder über das Bärenfell stolpernden Butler als Überraschung für Schüler, Eltern und Kollegen heimlich einstudiert, dazu auch noch in Pleeser Platt. Begeisterter Schlussapplaus bestätigte die gelungene Überraschung.
(Zum Film: s. Link unten)
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