35-Tonnen-Spende für Russland

Aufnahme: 1993

35-Tonnen-Spende für Russland

"st. Ein LKW-Zug von 18 Meter Länge und bepackt mit 32 Tonnen Lebensmitteln, Kleidung und Bettwäsche
startete vom Oberpleiser Gymnasium zur vier Tage dauernden Fahrt nach Moskau, um dort ein Waisenhaus, ein Behindertenheim für Jugendliche, ein Altersheim mit 400 Personen und die Sweschnikowj Partnerschule zu unterstützen. Seit Mai diesen Jahres hatte eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Elternvertreter Constantin Cnyrim, Herbert Stuhlmann und Schulleiter Klaus Breuer die Organisation dieses Unternehmens bis ins Detail geplant. Erhebliche Unterstützung fand die Aktion seitens des Regierungspräsidenten, der Bundeswehr, der Stadt Königswinter, der russischen Botschaft und der Transportfirma Klingenberg.

Aufgrund bestehender Verbindungen zu russischen Freunden schlossen sich dieser Aktion das Michaelsen-Gymnasium Hildesheim, das Gymnasium Altenforst in Troisdorf und die orthodoxe Gemeinde in Frankfurt an. Fast unerwartet hoch war dann die Spendenbereitschaft von Eltern und Schülern des Gymnasiums am Ölberg sowie von Privat- und Geschäftsleuten des Königswinterer Raumes, die Sachspenden, Nahrungsmittel und Geld im Gesamt-wert von rund 70.000 DM zu dieser Hilfsaktion beisteuerten. In intensiver Arbeit wurden eine Woche lang jeden Nachmittag von Schülern, Lehrern und Eltern alle eingegangenen Sachspenden geprüft, sortiert und verpackt.

Von dem Geld wurden Nahrungsmittel für das Waisenhaus, das Behinderten- und das Altenheim gekauft. In den letzten Tagen vor der Abfahrt des Transportes türmten sich dann die etwa 2.500 Pakete aller Größen in der Eingangshalle des Gymnasiums. Um die Zollformalitäten zu erleichtern war es gelungen, Vertreter des deutschen und auch des russischen Zolls am Abfahrtstag nach Oberpleis zu holen, die die Ladung kontrollierten und sowohl Zugwagen als auch Anhänger verplombten. Zur Verabschiedung des Transportes fanden sich dann Schüler, Lehrer, Eltern und Attache´ Wolkow von der russischen Botschaft ein, der ein spezielles Empfehlungsschreiben mitbrachte.

Oberstudiendirektor Klaus Breuer dankte besonders dem Initiator der Hilfslieferung, Constantin Cnyrim, den Schülern und den beiden Fahrern des Transportes, Dieter Dohmen und Ulrich Keller. Um die Verteilung der Güter vor Ort zu kontrollieren, begleiteten Constantin Cnyrim und Pavel Brochin den Lastzug nach Moskau. Der Weg führte nicht durch Polen, sondern nach Mukran/Rügen, von dort mit der Fähre 20 Stunden nach Kleipeda/Litauen und dann noch 1.000 Kilometer über Minsk und Smolensk."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 45 vom 11.11.1993
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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