Aufnahme: 1993
Rektor Steinmann zeichnet die besten Abgangsschüler aus
Abschiedsfeier an der Realschule
"33 Jungen und 49 Mädchen erhielten an der Realschule Oberpleis ihre Reifezeugnisse bei der Abschlussfeier in der Aula des Schulzentrums. 32 davon schafften den erweiterten Realschulabschluss mit Qualifikation (Berechtigung zum Besuch einer weiterführenden Schule). Die drei Zehnerklassen wurden zuletzt von Ingrid Bongartz, Ursula Colling und Willi Klahold geführt. 28 Abgänger wollen eine Handelsschule bzw. Höhere Handelsschule besuchen, 16 eine handwerkliche Lehre beginnen, sieben eine kaufmännische Lehre, fünf eine Lehre in einem Verwaltungsberuf, fünf in einem sozialen Beruf, drei wollen zur Polizei oder zum Bundesgrenzschutz, zwei zur Berufsfachschule und 16 wollen das Abitur nachholen. Mit einem Buchgeschenk wurden die besten Schülerinnen und Schüler der drei zehnten Schuljahre geehrt: Ute Koch, Philipp Billion, Daniel Jakob, Yvonne Lorenz, Sonia Steinbüchel, Jens Coosmann und Alexandra Orth.
Rektor Karl-Josef Steinmann erläuterte eine Statistik. Ein Vergleich mit dem vergangenen Jahr ergab gravierende Unterschiede. Die Zahl derer, die eine berufliche Ausbildung antreten, ist trotz erhöhter Gesamtschülerzahl von 60 auf 44 Prozent zurückgegangen. Die Zahl derer, die eine weiterführende Schule besuchen wollen, ist dagegen von 40 auf 56 Prozent gestiegen. Am auffälligsten sind die Vergleichszahlen für die Handelsschulen. Waren es im vergangenen Jahr nur acht Schüler, die diese Form der Weiterbildung anstrebten, so sind es in diesem Jahr 28. Die Zahl derer, die zum Gymnasium gehen wollen, ist in etwa gleich geblieben. Ingrid Bongartz hielt die Abschiedsrede für das Lehrerkollegium. Sie stellte sich die Frage, ob die Lehrerschaft in den sechs Jahren für die Zukunft ihrer anbefohlenen Schützlinge genug getan habe. Es wurden Sprachen vermittelt, um besser miteinander reden und eine Brücke zum Mitmenschen schlagen zu können. Mathematisch-naturwissenschaftliche Kenntnisse sollen helfen, die Realitäten der Welt zu verstehen.
Geisteswissenschaftliche Kenntnisse können von Nutzen sein, um die Phänomene der Welt zu deuten. Religiöse Kenntnisse erlauben es, tiefer in die Geheimnisse und den Sinn des Lebens vorzudringen. Und nicht zuletzt der musisch-kreative Bereich, um die Gestaltbarkeit der Welt zu erfahren und die eigene Lebenswelt gestalten zu können. Ingrid Bongartz zum Schluss: 'Aus dem Menschlein vor sechs Jahren ist heute ein Mensch geworden'. Die Entlassfeier begann mit dem Schullied, welches der Chor sang. Bürgermeister Herbert Krämer überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Robert Wiedenmann als Elternvertreter richtete die Glückwünsche an die Lehrerschaft und an die Eltern sowie an die Entlassschüler. Die Klassen neun verabschiedeten sich auf musikalische Art und mit Wunderkerzen von ihren älteren Mitschülerinnen und Mitschülern.
Antje Lossen und Manuela Zander sprachen Worte des Dankes und des Abschieds. Umrahmt wurde die Feierstunde vom Chor der Klassen fünf und sechs sowie von den Instrumentalisten Daniel Schulz (Gitarre), Tobias Winterscheid (Schlagzeug), Anne Münch (Querflöte), Gudrun Münch (Klavier), Birgit Müller (Klarinette) und Andreas Sauder (Panflöte) unter der Leitung von Johannes Lubrich. Anstelle der Nationalhymne sang man zum Abschluss die Europahymne, um sich mit den ausländischen Mitbürgern zu solidarisieren. Unter dem Motto ‚Welchen Weg wollen wir nun gehen? Können wir selbst entscheiden? ‘ fand vorher ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche statt."
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