Abgebildete Personen
Aufnahme: 1991
94 Abiturienten beim Gymnasium am Ölberg
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Kohl, Vogel und Genscher gratulierten
st. Zu den Gratulanten für die Abiturientinnen und Abiturienten am Oberpleiser Gymnasium am Ölberg gehörten auch Bundeskanzler Helmut Kohl, der bisherige SPD-Chef Dr. Hans Jochen Vogel und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. Der Bundeskanzler schrieb in seinem Grußwort u.a.: „Wenn Sie nun ins Berufsleben treten oder sich in Studium und Fortbildung weiter darauf vorbereiten, dann bitte ich Sie, Ihre Energien nicht allein auf Ihren persönlichen Erfolg zu lenken. Ebenso wichtig ist, dass Sie einen Teil Ihrer Kraft dem Allgemeinwohl widmen und sich zugunsten derer engagieren, die nicht oder nicht mehr über die Kraft zum Engagement verfügen."
Hans Jochen Vogel betonte in seinem Schreiben: „Der Beginn Ihres Studiums oder Ihrer beruflichen Ausbildung fällt in eine schwierige, aber auch sehr spannende Zeit. Sie sind die Ersten seit fast 40 Jahren, die ihr Abitur im geeinten Deutschland ablegen. Sie könnten Ihre Ausbildung auch in Dresden, Leipzig oder Ost-Berlin absolvieren. Eine Aussicht, die uns noch vor zwei Jahren völlig utopisch erschienen wäre."
Hans-Dietrich Genscher in seinem Glückwunschschreiben: „Sie gehören zu dem Jahrgang, der seine schulische Reifeprüfung erstmals seit fast einem halben Jahrhundert in einem geeinten Deutschland abgelegt hat. Mit der Erlangung der staatlichen Einheit eröffnen sich Ihnen schon mittelfristig berufliche Perspektiven, an die Ihre Vorgänger nicht zu glauben gewagt haben. Gleichzeitig erschließt sich Ihnen durch den fortschreitenden europäischen Einigungsprozess europaweit ein berufliches Betätigungsfeld, das zu betreten Ihnen Herausforderung sein sollte."
Oberstudiendirektor Klaus Breuer erklärte in seiner Ansprache, dass vor den Abiturienten ein Markt der Möglichkeiten liege, voll von Erwartungen, Hoffnungen und Illusionen. Zentrale Aufgabe der Schule sei es, durch Unterricht wichtige Fähigkeiten der Schüler zur Entfaltung zu bringen. Zur Entdeckung der Fähigkeiten in der Schule gehöre aber auch die Entdeckung der eigenen Grenzen, der Grenzen der schulischen Leistungsfähigkeit.
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