Aufnahme: 1990
Realschule feierte Jubiläum, 1573 Schülerinnen und Schüler in 25 Jahren
'Unsere Schule hat keine Segel'
Mit diesem Lied eröffnete der Schulchor der fünften und sechsten Klassen unter der Leitung von Johannes Lubrich
die Festfeier zum 25-jährigen Bestehen der vom ersten Rektor, dem unvergessenen Ewald Kaiser, gegründeten Realschule in Oberpleis.
Der heutige Leiter der Schule, Karl-Josef Steinmann, betonte in seiner Willkommensansprache in der Aula des Schulzentrums, dass es heute wichtiger denn je sei, nicht zu sehr in die Vergangenheit zurückzublicken, sodann angesichts der politischen Ereignisse im Osten seit dem Herbst des vergangenen Jahres in die Zukunft zu schauen. Die ureigenste Aufgabe einer Schule sei es ohnehin in die Zukunft zu blicken. Trotzdem nannte Steinmann eine Zahl: 1573 Schülerinnen und Schüler haben in diesen 25 Jahren ihren Realschulabschluss erworben.
Viel Wasser sei den Pleisbach hinuntergeflossen, seit am 24. April 1965 Ewald Kaiser 38 junge Menschen um sich scharte und damit die Realschule Oberpleis begründete. In einem angemieteten Raum wurde mit einer Klasse begonnen. Heute werden 430 Jungen und Mädchen von 32 Lehrern unterrichtet. Steinmann schloss seine Ansprache mit dem Wunsch: 'Möge die Realschule Oberpleis noch vielen Jungen und Mädchen den Weg in die Zukunft weisen.' Der stellvertretende Rektor, Bernd Dahs, erschien als Bänkelsänger und sang auf die Melodie 'En dr Kayjass Nr. 0' ein Lied auf die Oberpleiser Jubiläumsschule. Dies, wie es sich für einen 'Pleeser Jong' geziemt, in der heimischen Mundart.
Er wurde dabei vom Schulchor unterstützt. 'Die Schule ist ein Stück Heimat geworden', betonte Bürgermeister Günter Hank in seiner Festansprache. Schließlich vermittele die Schule Bildung, und die sei sehr wichtig für den Einzelnen. Unter vielen bekannten Persönlichkeiten vor mehr als 250 Jahren seien noch viele Analphabeten gewesen. Heute würde Bildung und Ausbildung nicht nur im Elternhaus vermittelt. Eine moderne Schule habe die Aufgabe, jeden Menschen zu bilden. Hank ging dann auf die Schulsysteme ein und betonte, dass es früher Volksschule, Gymnasium und Mittelschule bzw. Realschule gegeben habe. Die Volksschule, heute Grund- und Hauptschule, habe vielen Menschen ein grundlegendes Wissen vermittelt.
Heute würde die Hauptschule vielfach fälschlicherweise als eine Schule zweiter Klasse betrachtet. Die Realschule Oberpleis habe einen sehr guten Ruf und die Stadt sei stolz auf sie. Mit der Differenzierung an den Gymnasien sei er nicht einverstanden. Das sei schon ein regelrechtes Spezialistentum. An den Realschulen sei Gott sei Dank nicht herumgebastelt worden. Als Geschenk brachte Hank 500 DM mit.
Die Realschule Oberpleis habe ihre eigene unverwechselbare Tradition bewahrt, sagte Landrat Dr. Franz Möller. Immerhin sei Oberpleis eine unter 18 Realschulen im Rhein-Siegkreis. Regierungsdirektorin Christiane Lorenz erklärte in ihrer Glückwunschansprache, dass sich jede Schule ihr eigenes Profil in der Öffentlichkeit erarbeitet habe: ‚Die Schule hat einen sehr guten Ruf am Schulstandort Oberpleis und noch weit über das Stadtgebiet von Königswinter hinaus. Dies ist nicht zuletzt auf die hervorragende Leitung der Schule zurückzuführen‘, erklärte Schulpflegschafts-vorsitzender Günther Herr: "Das Ziel Ihrer Schule ist in den vergangenen Jahren gewesen, Kinder und Jugendliche zu verantwortungsvollen Menschen zu erziehen, die mit ihren Gaben und Möglichkeiten ihr eigenes Leben und das unserer Welt gestalten und formen".
"Nicht nur darin hat die Realschule ihr eigenes Gepräge und Profil bewahrt", sagte der evangelische Pfarrer Heiko Schmitz. Die Glückwünsche der katholischen Gemeinde überbrachte Pfarrer Willi Müller. Gast der Festfeier am Vormittag war auch der 92-jährige Christian Schenkelberg, der sich bereits nach dem Zweiten Weltkrieg für die Einrichtung einer Realschule in Oberpleis einsetzte. Solistin Wilma Kutter verschönerte die Feier mit Melodien aus den Musicals ‚Cats‘ und ‚Starlight Express‘. Beifall gab es auch für die tänzerischen Einlagen von Schülerinnen und Schülern unter der Einstudierung von Helga Glimm. Mit dem Schullied von Ewald Kaiser und Johannes Lubrich endete die Festfeier zu Beginn der Jubiläumswoche. Am Klavier begleitete die musikalischen Darbietungen Rolf Förster. Instrumentalsolisten waren Christina Schmidt (Querflöte), Maarten Kusche (Violine) und Monika Görres (Gitarre).
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