Aufnahme: 1990

Ein „fliegender Zug"

st. Ein Protest-Plakat, das für sich spricht und in seiner Gestaltung aus dem Rahmen fällt. Nordrhein-West­falens Umweltminister Klaus Matthiesen erhielt es von der „Bürgerinitiative gegen eine Schnellbahn durch das Siebengebirge", aus Vinxel, anläßlich seiner Rundreise durch das Siebengebirge. Autor des Plakates, auf dem ein monströser ,,Intercity-Express-Zug" mit Baggern und Reißzähnen das Siebengebirge frißt, ist der 15-jährige Schüler Christoph Schulze-Rauschenbach.

Nach seinem Rundflug über das Siebengebirge machte Klaus Matthiesen noch beim Wasserbeschaffungsverband Thomasberg, in Bellinghauserhohn, in Ittenbach und auf dem Laagshof halt, bevor er sich vom Ölberg aus einen letzten Überblick über das Siebengebirge verschaffte. Mit einer Kiste voller Äpfel machte sich dann der Minister auf den Heimweg nach Düsseldorf. Der Obstbauer Franz Bellinghausen, dem er sie abkaufen wollte, hatte sie dem Umweltminister geschenkt. Der Minister ließ allerdings keinen Zweifel daran, daß er die Schnellbahn befürworte: „Der Wahnsinnsverkehr  von der Straße muß weg, allerdings muß eine Trasse gefunden werden, die der Lebensqualität der Menschen entspricht."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 4 vom 25.01.1990; Text: Günther Steeg; Plakat: Christoph Schulze-Rauschenbach
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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