Aufnahme: 2020 (Bericht 1979)
Gymnasium am Oelberg - Ein eigenes Gymnasium -
- Traum der sechziger Jahre, als die Bewohner von Oberpleis eine Realschule entstehen sahen;
- 1967 Initiative einer resoluten Elterngruppe, an deren Spitze Frau Dr. Brigitte Mohr segensreich wirkte;
- 1969 hoffnungsfroher Anfang mit zwei ausgelagerten Jahrgängen des Gymnasiums Zeithstraße (Siegburg) unter der verantwortungsbewußten Betreuung von Herrn Dr. Wilmar Laute;
- volle Realität geworden mit dem ersten Abitur im Frühling 1978 und dem Einzug in den Neubau im August des gleichen Jahres.
Dieser Erfolg macht leicht die Mühen vergessen: Hier haben Stadt und Land sich vereint angestrengt, hier haben Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam manche Krise bestanden und sich immer wieder gestärkt zu neuen Taten zusammengefunden, während andere sich wohl auch resignierend zurückzogen. Zu Ehren der Gründereltern haben wir diese Schule „Gymnasium am Oelberg" genannt, wie sie es gewollt hatten; und über manches Mißverständnis hinweg liegt darin auch unser aller Dank.
Und nun stellt sich dieses Gymnasium vor. Fast 900 Schüler sind eingeschrieben: 674 in der Sekundarstufe l, 192 in der Sekundarstufe II, der differenzierten Oberstufe. Von diversen Schulreformen sind wir nicht gerüttelt worden, sondern konnten - ruhig planend - mit unseren obersten Jahrgängen in die neue Form hineinwachsen.
Bereits im 4. Jahrgang streben unserem als dreizügig geplanten Gymnasium so viele Kinder zu, daß vier parallele Eingangsklassen gebildet werden müssen. Die Schüler kommen zum Teil aus den Grenzbereichen unserer Stadt bzw. unseres Bundeslandes.
Zur Zeit unterrichten 50 Lehrer an der Schule. Während wir jahrelang Hilfslehrkräfte, vor allem aus der Universität Bonn und der ortsnahen Industrie zur Erweiterung unseres Unterrichtsangebots anwerben mußten, ist die Zuweisung voll ausgebildeter Gymnasiallehrer in den letzten zwei Jahren erfreulich gewachsen. Und bald wird man auch die letzten Mangelfächer ausreichend und qualifiziert besetzen können.
Die bauliche Ausstattung sowie die Einrichtung des Gymnasiums am Oelberg sind hervorragend. Das Land Nordrhein-Westfalen hat dafür 20,150 Millionen DM in das Schulzentrum eingebracht; denn das Gymnasium war als staatliche Schule gegründet und ist erst 1974 in die Trägerschaft der Stadt Königswinter übergeführt worden.
Von diesem Geld sind ein gymnasialer Trakt mit Klassen, allen naturwissenschaftlichen, Kunst/Werk- und Medienräumen, der Verwaltung und einer Großturnhalle gebaut worden; und kostenanteilig entstanden Pädagogisches Zentrum und Sportaußenanlage. - Inmitten des Baukomplexes liegen die Räumlichkeiten für eine zentrale Bücherei, an deren Aufbau alle vier Schulen des Schulzentrums gemeinsam wirken werden.
Die Lerninhalte dieses Gymnasiums ergeben sich teils aus der Landesgesetzgebung, teils aus der Wahl der Schüler. Alle Kinder fangen mit ENGLISCH als der ersten Fremdsprache an. In Klasse 7 wählen sie FRANZÖSISCH oder LATEIN als zweite Fremdsprache; denn für das Abitur sind zwei Fremdsprachen erforderlich. Die LATEIN-Gruppe aus 7 kann nach Klasse 10 (nach 4 Jahren) das Kleine Latinum, nach 11,1 (nach 4 1/2 Jahren) das Große Latinum erwerben.
In Klasse 9 kann jedes Kind die 3. Fremdsprache erlernen (vierstündig) oder zwei zweistündige Neigungsfächer wählen. Wer jetzt mit LATEIN beginnt, kann nach Abschluß der Klasse 11 (nach 3 Jahren) das Kleine Latinum er¬reichen. In Klasse 11 stoßen alljährlich Absolventen der Haupt- bzw. Realschule zu uns, die einen qualifizierten Schulabschluß erworben und sich damit als fähig erwiesen haben, mit den gymnasial vorgebildeten Schülern Schritt zu halten. Diese Gruppe erreicht unter Aufbietung aller Kräfte zeitgleich mit den Gymnasiasten das Abitur. Sie nötigt uns allen immer wieder Hochachtung ab.
Die Schülerlaufbahnen gestalten sich, gemäß den Richtlinien für die differenzierte Oberstufe der Gymnasien, individuell. Unter Berücksichtigung bestimmter Pflichtbelegungen sucht sich jeder Schüler seinen Weg nach seinen Neigungen und Fähigkeiten. Wie die beiden ersten Jahre (Kl. 5 und 6) als Orientierung auf dem Gymnasium eine pädagogische Einheit sind, so bilden die beiden letzten Jahre (Jahrgang 12 und 13) die Abiturphase. In das heutige Abitur fließen also nicht nur die eigentlichen Prüfungsergebnisse, sondern auch die Leistungen der beiden letzten Jahre ein. Die Prüfung selbst umfaßt vier Fächer.
Das mit dem Schuljahr 1978/79 gültig gewordene Schulmitwirkungsgesetz geht von einer verantwortungsbewußten Schülerschaft und von verantwortungswilligen Lehrern und Eltern aus. Alle drei Gruppen werden gemeinsam auch dem Gymnasium am Oelberg ein neues Gesicht geben; möge sich weiterhin die Würde des Menschen, sein wacher Verstand, seine Einsicht in Notwendiges, seine Achtung vor dem Andersdenkenden, sein Mitgestaltungswille an unserer demokratischen Verfassung darin abzeichnen.
Haupteingang zum Gymnasium
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