Aufnahme: 2019

Burg Niederbach in Oberpleis

 „Niederbach erscheint ursprünglich als Sitz eines gleichnamigen Geschlechtes von Nederwich; im J. 1450 ist es schon im Besitz der Familie von Zweiffel und kommt später durch Heirat an die Wolff von Metternich. Von diesen kaufte Niederbach im J. 1609 Johann Scheuermann, im J. 1622 Peter Beiwegh und endlich im J. 1636 Wilhelm von  Merscheid gen. Hillesheim. Franz Caspar Wilhelm von Hillesheim errichtete im J. 1742 den noch bestehenden Bau. Mit seinen  Kindern starb das Geschlecht im Mannesstamme aus; durch Heirat und Legat fiel Niederbach in den ersten Jahren des 19. Jh. an die jetzigen Eigentümer, die Grafen Spee auf Helitorf. Das Burghaus Niederbach diente bis vor kurzem als landwirtschaftliche Winterschule.

Das Herrenhaus, ursprünglich ganz von Wasser umgeben, hat drei Achsen an der Schmalseite, sieben an der Langseite, zwei Geschosse über dem hohen Souterrain, die Fenster einfach rechteckig in Hausteineinfassung. An der Hauptfront ein gut detailliertes kleines Portal in Quadern mit Pilastern und kräftigem Abschlussgesims, daran noch die Rollen für die Zugbrücke. Über den drei Mittelachsen an jeder Seite ein kleiner Giebel, in dem einen die Jahreszahl 1742 und das Allianzwappen von Hillesheim und von Hatzfeld; einfaches Walmdach. Grössere Wirtschaftsgebäude sind nicht mehr vorhanden. Der Katasterplan aus dem Anfang des 19. Jh. zeigt noch an der Südseite ein zweiflügeliges Wirtschaftsgebäude und ebenso einen kleineren Bau an der Westseite, zum Teil noch ebenso wie das Herrenhaus von Wassergräben umgeben.“

Edmund Renard in Die Kunstdenkmäler des Siegkreises, Düsseldorf 1907.

Die Familie von Hillesheim zählte zum Ritterstand des Herzogtums Jülich-Berg. 1636 erhielt Wilhelm von Hillesheim die Burg Niederbach in Oberpleis. Wilhelm von Hillesheim starb am 13. Februar 1658 in Rellinghausen und wurde in der Pfarrkirche in Oberpleis begraben. Seine Frau Katharina von Syberg starb am 28. August 1662 und wurde ebenfalls in der Pfarrkirche zu Oberpleis begraben. Eine dritte Begräbnisstätte in der Oberpleiser Pfarrkirche war die Ruhestätte der Katharina von Hillesheim. 1693 in ihrem Stift in München gestorben, wurde sie in der Pfarrkirche Oberpleis zu den bereits dort ruhenden Eltern beigesetzt. Diese drei alten Grabsteine dienten n ach dem Abriss der Pfarrkirche 1820 als Einfriedigung eines Kohlenlagers im Dorfe Oberpleis. 1906 kaufte Graf Spee diese drei Grabsteine und ließ sie nach Schloss Ahrendahl bei Sinzig bringen, wo sie heute noch stehen.

1712 erfolgte die Erhebung des Franz Caspar Wilhelm (1663-1748), Enkel von Wilhelm von Hillesheim, in den Reichsgrafenstand: er amtierte von 1723 bis 1743 auch als kurpfälzischer Minister und besaß ein Palais in Mannheim.

Freiwilliger Landsturm vom Siebengebirge 1814, 5. Banner Oberpleis, Hauptmann Peter Josef Contzen, Scheffe, Burg Niederbach.

 Allianzwappen von Hillesheim und von Hatzfeld aus dem Jahr 1742

Am 24. November 1723 hatte Franz Wilhelm Caspar von Hillesheim die Gräfin Maria Catherina Elisabeth von Hatzfeld, Tochter des Grafen Sebastian von Hatzfeld-Gleichen-Rosenberg geheiratet. Sie stammte von Schloss Crottorf.

Herrenhaus mit ehemaligen Wassergräben und Zone der ehemaligen Wirtschaftsgebäude wurden am 14. Oktober 1985 von der Stadt Königswinter als Nummer A 35 in die Liste der geschützten Baudenkmäler eingetragen.

Zur Verfügung gestellt von
Willi Joliet Burg Niederbach - Benediktinerpropstei St. Pankratius Oberpleis
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