Aufnahme: 2004
Rainer Schiefer geht nach 24 Jahren Schulleitung in den Ruhestand
"Die Heckenschere ist das richtige Geschenk
Schüler und Lehrer der Hauptschule Oberpleis sagen 'Maach et joot!'
An der Hauptschule Oberpleis endet heute nicht nur das Schuljahr, sondern auch eine Ära. Schulleiter Rainer Schiefer geht nach 41 Jahren im Schuldienst, davon 24 Jahre als Mitglied der Schulleitung der Hauptschule, in den verdienten Ruhestand. Nach Lehrerstationen in Thomasberg, Niederpleis und Paraguay wirkte Schiefer 20 Jahre lang als stellvertretender, dann vier Jahre als Schulleiter. Mit einer großen Feier in der Aula des Schulzentrums verabschiedeten Kollegen, Schüler und Weggefährten den scheidenden Lehrer am Montag in die zweijährige 'Freistellungsphase', an deren Ende er seine Entlassungsurkunde erhält. Zu den Gästen zählten unter anderen Vertreter der Stadt als Schulträger um Bürgermeister Peter Wirtz, die evangelischen und katholischen Pfarrer von Oberpleis, Heiko Schmitz und Dirk Baumhof, sowie die Schulleiter der anderen Königswinterer Schulen und der Hauptschulen im Schulaufsichtsbezirk IV des Kreises.
Als Conferencier führte Schiefers Stellvertreter Godehard Mai durch das Programm der Abschiedsfeier, das aus den obligatorischen Reden und Schüleraufführungen zusammengesetzt war. So zeigten die Wahlpflichtgruppen Chor, Zirkus und Step-Aerobic in zum Teil atemberaubenden Auftritten, dass man in der Hauptschule mehr als nur Englisch und Mathe lernen kann. 'Ich stehe hier natürlich auch mit einem weinenden Auge', sagte Peter Wirtz, 'denn Rainer Schiefer ist mir und der Stadt als zupackender und warmherziger Schulleiter ans Herz gewachsen. Er hat es geschafft, dass die Hauptschule nicht als Restschule dasteht, sondern als voll akzeptierte und besuchenswerte Bildungseinrichtung innerhalb der Stadt'. Schulrätin Barbara Kahlen stellte dem Scheidenden ein exzellentes Zeugnis als 'vielseitiger Allround-Lehrer und erfolgreichen Schulleiter' aus.
Bei ehemaligen Mitschülern habe sie herausgefunden, dass Schiefer schon als Kind und Jugendlicher 'ein prima Kumpel' war. Diese Auffassung teilen offensichtlich auch Schiefers Schüler. 'Es fällt uns schwer, Sie gehen zu lassen, denn Sie waren nicht nur ein guter Lehrer, sondern auch als Rektor immer verständnisvoll', stellte eine Abordnung der Schülervertretung fest und wünschte dem Neu-Pensionär in allen 15 an der Schule vertretenen Sprachen alles Gute für die Zukunft. Das rheinische 'Mach et joot' am Schluss war zwar wohl das am wenigsten Exotische, sprach aber offensichtlich allen aus dem Herzen. Das Kollegium verabschiedete sich mit Chorgesang und mit einem lückenhaften Klassenbuch aus Schiefers ehemaliger Schule in Thomasberg von 1972, das bei Aufräumarbeiten gefunden worden war. 'Jetzt hast du ja Zeit, die fehlenden Einträge nachzuholen'.
Für Erheiterung sorgte die Rede des Sprechers der Schulleiterkonferenz der Hauptschulen im Aufsichtsbezirk IV und Leiters der Hauptschule Much, Robert Buchholz. 'Bei der Überlegung, was man dir zum Abschied schenken könnte, sind wir auf die einzig richtige Lösung gestoßen - eine Heckenschere', teilte Buchholz dem leidenschaftlichen Hobbygärtner Schiefer mit. In launigen Worten erklärte der Sprecher dieses zunächst eigenartig erscheinende Geschenk. Kraft, Uneitelkeit, Zuverlässigkeit sind nur einige der Eigenschaften des 'pädagogischsten der Gartengeräte' die Buchholz aufführte und mit Schiefers Wirken assoziierte. Rainer Schiefer selbst zeigte sich gerührt und bewegt. 'Ich kehre zwar der Schule den Rücken, nicht aber Ihnen, den Menschen, die mit mir gearbeitet haben', versprach er. Bei aller Traurigkeit, die Wirkungsstätte zu verlassen, 'freue ich mich auf das Leben nach der Schule im Kreise meiner Familie'. Für seine liebsten Freizeitbeschäftigungen mit Ehefrau Marie-Theres, das Reisen und die Gartenarbeit, dürfte der Schulleiter nun dank zahlreicher entsprechender Geschenke bestens ausgestattet sein."
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