Aufnahme: 1980
Amateurfunker stellten ihr Hobby aus
"Ein dichtes Netz von Amateurfunkstationen überspannt unseren Erdball.
Funkamateure aus aller Herren Länder unterhalten einen ständigen persönlichen Kontakt miteinander, ungeachtet aller Staatsgrenzen, aller Unterschiede in Sprache, Rasse und Religion. ‚Amateurfunkdienst ist international, kennt keine trennenden Schranken — ist Völkerverständigung in des Wortes ureigenster Bedeutung.' Dies erklärten kürzlich bei einer Amateurfunkausstellung in der Aula des Oberpleiser Schulzentrums die Vorstandsmitglieder Heinz Mohr und Wolfgang Oepen. Mit dieser Ausstellung wollten die Amateurfunker aus dem Siebengebirge der Bevölkerung ihr Hobby vorstellen.
Vor allem die Jugend zeigte reges Interesse. Der Besuch war überaus zufriedenstellend.
Der Oberpleiser Verein wurde vor 12 Jahren gegründet. Zunächst nannte man sich ‚Funkamateurclub Oberpleis‘, späterhin änderte man den Namen in „St. Augustin", da auch viele Bewohner aus dieser Gegend Interesse am Funkdienst hatten. Nunmehr hat der Verein den Namen ‚Amateurfunkclub Siebengebirge‘ mit der Funkabkürzung ‚dkosg 25‘. Im Bezirk Köln-Aachen gibt es 39 Ortsvereinigungen; der Siebengebirgsclub ist der 25. in diesem Bezirk. Dem Siebengebirgsclub gehören rund 75 Mitglieder an.
Die Besucher der Ausstellung erfuhren, dass es auf der Erde mehr als eine Million Amateurfunkstationen gibt, davon über 36 000 allein in der Bundesrepublik und Berlin. Aus der Oberpleiser Aula wurde in alle Himmelsrichtungen gefunkt, so nach New York, Tokio, Moskau und Sydney. Und das in Sekundenschnelle, falls die dortigen Stationen besetzt waren. Gerade in diesem unmittelbaren Erleben eines weltweiten persönlichen Kontaktes liegt die Faszination des Amateurfunkdienstes, aus dem sich häufig der Grundstein einer jahrzehntelangen Freundschaft bildet. Der Amateurfunkdienst bietet viele und interessante Möglichkeiten, sei es im Telefonfunksprechverkehr, in Telegrafie unter Anwendung des Morse-Codes, im Funkfernschreiben, im Funkverkehr aus dem Kraftwagen, im Satellitenfunk und schließlich auch sogar schon im Amateurfernsehen. Es gibt also fast kein Gebiet der drahtlosen Nachrichtentechnik, das nicht auch dem Funkamateur offensteht.
Natürlich ist eine gehörige Portion Fachwissen erforderlich, aber das lässt sich erlernen, meinte Wolfgang Oepen. Denn die Funkamateure sind meistens keine Leute mit technischen Berufen, sondern Kaufleute, Ärzte, Handwerker, Angestellte, Beamte und auch Geistliche. Eine leistungsfähige Amateurfunkstation mit Empfänger, Sender und Antenne — alles das war in Oberpleis zu besichtigen — braucht nicht teuer zu sein. Schon mit Geräten so um die 400 Mark kann man in ferne Kontinente funken. Natürlich sind nach oben in den Kosten keine Grenzen gesetzt. Man kann Funkgeräte kaufen, aber auch selbst basteln, was auch erlaubt ist. Nicht jeder darf so ohne Weiteres einen Sender erwerben oder bauen und damit „in die Luft gehen". Eine Genehmigung der Deutschen Bundespost ist erforderlich. Nach bestandener Prüfung erhält der Amateur mit der Lizenzurkunde ein eigenes Rufzeichen. Ab 14 Jahre darf man funken, der jüngste in Oberpleis erblickte vor 16 Jahre das Licht der Welt. Im Siebengebirgsclub werden, wenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllt — auch „Siebengebirgsdiplome" verliehen. Eines dieser Diplome erhielt kürzlich die Funkstation des Bundespräsidenten.
Der Jahresmitgliederbeitrag beträgt für die Siebengebirgsmitglieder 75, — DM. Wolfgang Oepen will ab Herbst einen Funklehrgang in der Volkshochschule durchführen. Wer Mitglied werden will, kann sich melden bei Heinz Mohr, Ittenbacher Straße 5 in Königswinter 21, Telefon (02244) 22 98 oder bei Wolfgang Oepen, Wellesberg-Hennef 41, Telefon (02248) 27 47."
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