Aufnahme: 2023
Creutz der Mission wurde erneut restauriert
Das reich verzierte Holzkreuz von 1734 in Berghausen ist, soweit bekannt, das älteste vollständig erhaltene Holzkreuz im alten Siegkreis.
(bk) Berghausen. In den letzten Jahrzehnten hatte das Missionskreuz erneut stark gelitten. Letztmalig war es 1983 renoviert worden. Deshalb war nun eine erneute Restaurierung des Holzes erforderlich und ein neuer Farbanstrich wurde aufgetragen. Frank Klein gelang es im Vorfeld, die dafür erforderlichen Mittel beim Denkmalschutz der Stadt Königswinter einzuwerben. Das reich verzierte Holzkreuz wird durch eine giebelartige Abdachung der Kreuzarme gestützt. Das schlanke Kreutz, dessen Stamm aus einem verstärkten Fuß wächst, ist mit Christi Leidensgliedern, Händen, Herz und Füßen, und einem Leidenssymbol, der Dornenkrone, geschmückt.
Im Fuß des Kreuzesstammes befindet sich eine Nische mit muschelförmigem Abschluss, darunter ein Kapitellchen, auf dem eine kleine Madonnenfigur thront. Kreuzesstamm und Kreuzesarme enden in kleeblattförmigen Abschlüssen, die am Ansatz durch Zierrahmen von den Balkenendungen abgesetzt sind. Das Kreuz weist durch die Erinnerungstafel auf die Primizfeiern zweier aus der Gemeinde hervorgegangener Priester hin. Zum einen Pater Albertus Schoroth aus Sandscheid, zum anderen Pater Raphael Wasserheß aus Berghausen. Herbert Krämer gab im Rahmen der kleinen Feierstunde einen kurzen geschichtlichen Rückblick: „Die rheinische Bevölkerung hatte über viele Jahrzehnte Kriege und Verwüstungen erlebt.
Durch Kontributionen und Einquartierungen war es verarmt und ausgeblutet. Die Verfolgung von Hexen und Zauberern, der Geist der Aufklärung und die Entstehung der Freimaurer brachten weitere Verwirrung. Die Kirche versuchte, der verarmten und unterdrückten Bevölkerung, die dazu noch unwissend und abergläubisch geworden war, zu helfen. Die Missionare stärkten und festigten im Volk den Glauben. Zu diesem Zweck forderten sie die noch gutgläubige Bevölkerung auf, in den Dörfern Kreuze zu errichten, da die Wege zu den Kirchen oft sehr weit waren. So versammelten sich die Bürger von Berghausen vor diesem Kreuz zum Engel des Herren, zum Rosenkranzgebet, Andachten für die Verstorbenen und zu Mai-Andachten.“ Der Dorfgemeinschaft in Berghausen ist es wichtig, dieses Denkmal zu erhalten und so stieß man mit einem Glas Sekt auf den Erhalt dieses besonderen Holzkreuzes gemeinsam an.
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