Bauern stiegen in ihre Traktoren

Abgebildete Personen

Aufnahme: 2023

Bauern stiegen in ihre Traktoren

Mit einer gemeinsamen Fahrt machten die Bauern auf die geplanten Kürzungen durch die Bundesregierung aufmerksam.

(bk) Siebengebirge. Zu einer Fahrt starteten annähernd 25 Traktoren ihre Motoren und setzten sich von Stieldorferhohn kommend in Richtung Oberpleis in Bewegung. Der Grund - die geplanten Belastungen der Bundesregierung im Agrarbereich. „Viele unserer Kollegen machen sich auf nach Berlin, um dort ihren Protest gegen die geplanten Belastungen und damit die Verteuerung des Agrardiesels und der Kfz-Steuer zu protestieren“, so Marc Grohmann, „Wir wollen hier im Bergbereich von Königswinter ein Zeichen setzen, um unsere Unzufriedenheit über die Entscheidungen in Berlin, zum Ausdruck zu bringen.“ Es war eine ad-hoc-Aktion, die jedoch unter den Landwirten auf große Resonanz stieß.

Der Deutsche Bauernverband weist in seinen Eckdaten darauf hin, dass der Verbrauch in der Landund Forstwirtschaft jährlich ca. 2 Mrd. Liter Diesel beträgt. Der Normalsteuersatz liegt bei 47,04 Cent/Liter, die Teilerstattung beträgt 21,48 Cent/Liter. Zusätzlich gilt seit 2021 die CO²-Emissionsabgabe auf Treib- und Brennstoffe von 25 Euro/t, was netto ca. 6,7 Cent/Liter Diesel entspricht. Die Emissionsabgabe steigt netto auf ca. 13,4 Cent/Liter Diesel, was 50 Euro/t CO² in 2025 entspricht. „Wir wollen dem Endverbraucher weiterhin Produkte anbieten können, die durch niedrige Erzeugerpreise günstig erworben werden können“, so Willi Quink, „Andere Länder stehen hinter ihren Bauern, dies scheint in dieser Bundesregierung nicht so zu sein. Daß unsere Berufsgruppe, die eh schon unter Druck steht, derart belastet werden soll, finde ich in einem Höchstmaß ungerecht.“

Auch wenn diese Protestaktion ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein mag, die Diskussionen über die Einsparpotenziale gehen weiter und werden zeigen, inwieweit der Agrarsektor hier belastet werden wird. Dazu abschließend diese Äußerung. „Wieso sollen Landwirte, die 1% der Bevölkerung ausmachen, 10% des Einsparpotentials stemmen. Dies ist nicht nachvollziehbar“, so Julia Klöckner, ehemalige Agrarministerin (CDU) im ZDF, „Die Anzahl der Bauernhöfe in unserem Land geht permanent zurück und wir importieren zunehmend Agrarerzeugnisse aus dem Ausland, dies ist kein guter und zukunftsweisender Trend.

Zu den Berichten im General Anzeiger – siehe Link unten.

Quelle
Rundblick Siebengebirge | 25. Jahrgang | Nr. 52 | Samstag, 30. Dezember 2023 | Kw 52 |
Zur Verfügung gestellt von
Rautenberg Media KG Zu den Berichten im General-Anzeiger - Zum Bericht im General-Anzeiger vom 10.1.2024
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