Aufnahme: 2023
Eine Feierstunde der besonderen Art
Die Stiftung Eisbacher Marienkapelle hatte an Heiligabend in die Kapelle des Ortes eingeladen.
(bk) Eisbach. Jetzt ist sie da – die Heilige Nacht! Mit diesen Worten begrüßten Elisabeth Mankertz und Burkhard Severin die Einwohner des Ortes Eisbach, die den Weg in die Marienkapelle gefunden hatten. „Wer zum ersten Mal einen Gottesdienst in unserer Kapelle mitfeiert, mag sich vielleicht wundern“, so die Vorsitzende der Stiftung Eisbacher Marienkapelle, „Wir feiern den Gottesdienst so, wie ihn die Christen vermutlich in den ersten drei Jahrhunderten gefeiert haben.
Die Apostelgeschichte berichtet im zweiten Kapitel davon – die Frauen und Männer verharrten in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und in den Gebeten. Man traf sich in einem Haus, das groß genug war – Kirchen gab es noch nicht – und die ältesten Männer und Frauen leiteten durch den Gottesdienst – Priester gab es ja auch noch nicht. Wer sich so versammelte, vertraute auf die Zusage Jesu -Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ So erfüllte man den Auftrag, den der Herr vor seiner Hinrichtung gegeben hatte – Denkt an mich und feiert dieses Mahl zu meinem Gedächtnis“ Diese Verpflichtung gilt für uns als Christinnen und Christen bis heute.“
Der Stiftungsvorstand machte darauf aufmerksam, das Pfarrer Markus Hoitz, Pfarrvikar Alessandro Granado Agiular und Kaplan Klaus Hopp an diesem besonderen Abend theoretisch an 32 Altären die Weihnachtsgottesdienste feiern müssten. Dies ist jodoch unmöglich. Daraus hat man in den vergangenen Jahren in Eisbach gelernt und bereitet den Gottesdienst selbst vor und legt die Gestaltung in die eigenen Hände. Auch in diesem Jahr will die Weihnachtsbotschaft nicht zu dem passen, was wir im vergangenen Jahr erlebt haben“, so Burkhard Severin, „Es hört sich wie ein Anachronismus an, wenn wir gleich im Weihnachtsevangelium die Frohe Botschaft hören - Und plötzlich war bei dem Engel, der den Hirten auf dem Feld die frohe Botschaft von der Geburt des Messias verkündet, eine Menge himmlischer Heerscharen, die Gott lobten und sangen ‚Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Friede den Menschen, die sich von dieser Botschaft anrühren lassen‘.
Auch in diesem Jahr gab es Unfrieden und Kriege - in der Ukraine und im Gazastreifen -, die uns medial vor Augen führen, zu welcher Unmenschlichkeit Menschen der einen Menschheitsfamilie fähig sind. Und das Ganze wird uns von höchster politischer Stelle noch als „Zeitenwende“ verkauft. Und jene, die mit Friedenstauben auf ihren Plakaten auf die Kriegsverbrechen aufmerksam machten, wurden vom ranghöchsten deutschen Politiker als - gefallene Engel, die aus der Hölle kommen, weil sie einem Kriegstreiber das Wort reden - gebrandmarkt.
Stattdessen sollen wir wieder kriegstüchtig werden. Was ist das für eine Zeitenwende, in der den Friedensengeln auf dem Feld von Bethlehem der Mund verboten wird, die uns da schmackhaft gemacht werden soll? In dieser unserer Christmette rückt eine andere Orientierung in den Mittelpunkt. Wir feiern, dass für uns Christinnen und Christen die Zeitenwende vor zweitausend Jahren eingetreten ist. Damals haben die himmlischen Heerscharen gesungen - Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Friede den Menschen, die sich von dieser Botschaft anrühren lassen. Allem Unfrieden und aller menschengemachten Grausamkeit und Lebensfeindlichkeit zum Trotz. Dass diese Zusage gilt, dass feiern wir in diesem Weihnachts-Gottesdienst.“ Der Gottesdienst konnte in der Kapelle des Ortes nur feierlich gefeiert werden, weil viele Menschen mit angepackt hatten.
Im November hatten Clemens Ostermann, Michael Strieder und Bernhard Corsten eine Woche lang den Holzboden gelegt. Reiner Hermes hatte den tollen Krippentisch gebaut und Martin Pohl hatte dafür gesorgt, dass Maria und Josef mit Jesus in einen so schönen großen Stall einziehen konnten. „Vielen Dank für diese Unterstützung, dieser Dank gilt auch Margret für die musikalische Unterstützung und dir Doris danke für den Blumenschmuck, für den du das ganze Jahr über sorgst“, so der Stiftungsvorstand. Mit dem Lied „Stille Nacht - Heilige Nacht“ und der Hoffnung auf besinnliche Weihnachtstage wurden die Gläubigen wieder in die dunkle Nacht entlassen.
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