Aufnahme: 2023
Die Werkstatt der Schmetterlinge – Es musizierten Schülerinnen und Schüler der Musikschule Königswinter
(bk) Oberpleis. Unter den Erschaffern der Dinge dieser Erde arbeitet Rodolfo, der Enkel des Erfinders des Regenbogens. Er hat einen Traum: Er möchte ein Wesen schaffen, so schön wie eine Blume, so lebendig wie ein Insekt, so leicht wie ein kleiner Vogel. Er sitzt am Wasser und denkt nach - und hat endlich seine große Idee. Diese Idee wurde in der ev. Kirche in Oberpleis lebendig. „La historia dela creacion de las mariposas“ - so im Originaltitel - „Die Werkstatt der Schmetterlinge“ wurde musikalisch wie auch optisch durch ein Figuren- und Objekttheater in Szene gesetzt. Die Einleitungsmusik entsprang den Instrumentalisten Kyryl Barbashev, Oska Becker, Tom Bonn, Dominik Grejtak und Mykola Yudko. Darüber hinaus musizierten unter der Leitung von Götz Berger an der Querflöte Lea Hüttemann, der Viola Carolina Fürtig, der 1. Gitarre Felix Reckers und der 2. Gitarre Zeinab Akbarinanehkaran.
Die Rahmensätze spielten Lisa Küpper und Nils Boch auf ihren Gitarren. Die Geschichte von Gioconda Belli, die im Fokus der Aufführung stand, appelliert daran, im Prozess der Gestaltung der Welt nicht von den Idealen einer bestmöglichen Welt zu lassen. Sie fordert auf, den Verlockungen einer bequemen Haltung durch unkritische Regelkonformität zu widerstehen. Der junge Rodolfo aber sendet einen Schmetterling. Gioconda Belli beschreibt ihn als „das Niesen des Regenbogens“. Fängst du ihn, so stirbt er. Schmetterlinge kann man nur bewundern, nie aber besitzen. Bewunderung ernteten auch die Schülerinnen und Schüler, die diese Geschichte musikalisch begleiteten.
Schauspierich wurde das Geschehen um den Schmetterling von René Böttcher dargestellt. Die Musik stammt aus der Feder von Björn Raithel. „Wie schreibe ich Musik, die nicht billige Klischees bedient, mit denen Kinder allzu oft abgespeist werden? Wie kann ich Musik einen szenischen und typenhaften Ausdruck verleihen, der zwar dem Theater dient, jedoch nicht rein plakativ ist“, so die Fragen, die sich der Komponist stellt. Eine Antwort darauf konnte das Publikum in der ev. Kirche letztens erahnen. Die Aufführenden haben auf jeden Fall durch ihr musikalisches wie auch theaterorientiertes Wirken bei der Beantwortung dieser Fragestellungen erfolgreich mitgewirkt.
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