Aufnahme: 2023
Ade, triste Metallrutsche - „Außer Rand und Band“ – Das soll aus dem Schulhof der Eudenbacher Grundschule werden
Die Eudenbacher Grundschüler wünschen sich schon lange einen neuen Schulhof. Der Wunsch soll nun bald in Erfüllung gehen. Die Stadt plant für die Umgestaltung 720.000 Euro an Mitteln ein.
Es ist für die Kinder, Eltern und Lehrer der Grundschule Eudenbach ein echtes Herzensprojekt: ein neuer Schulhof. Bereits vor drei Jahren hatte sich die Schüler mit einem Schreiben an den Bürgermeister gewandt und ihn gebeten, an der Schulhofsituation etwas zu verbessern. Die Erfüllung dieses Wunsches ist nun zum Greifen nah.
Der Ort, an dem sich die Kinder in den Pausen eigentlich so richtig austoben und miteinander spielen sollen, hat in Eudenbach bisher eher den Charme eines Hinterhofs: trostloser grauer Asphaltboden, ein Sandbereich mit einer Metallrutsche, drei Turnstangen und ein Klettergerüst, ein paar Sitzbänke und Tische. Kein Wunder, dass sich hier bereits mehrere Jahrgänge an Schulkindern sehnlichst einen „neuen“ Schulhof gewünscht haben. Dieser Wunsch soll nun endlich in Erfüllung gehen: Der Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Königswinter hat in seiner Sitzung am 15. August grünes Licht für die Sanierung des Schulhofs gegeben. Eine Nachricht, die die Kinder „mindestens enthusiastisch“ aufgenommen haben, wie Rektorin Alexandra Weber berichtet. Die Grundschule Eudenbach gehört als Zweigstandort zur Katholischen Grundschule Sonnenhügel in Oberpleis.
720.000 Euro sollen für die Neugestaltung in die Hand genommen werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, die erforderlichen Mittel in den Haushalt 2024/2025 einzubringen und die notwendigen Voraussetzungen zum Beginn des Projektes zu schaffen. „Der Weg ist bereitet. Ich gehe davon aus, dass das Geld in den kommenden Haushalt eingestellt wird“, so Stefan Sieben, zuständiger Geschäftsbereichsleiter Grundstücke und Gebäude bei der Stadt. 2024 könne dann mit der konkreten Planung und Ausführungsplanung begonnen werden. „Damit ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem kindgerechten, attraktiven und förderlichen Schulhof genommen, der auch am Nachmittag von allen Eudenbacher Kindern genutzt werden kann“, freut sich Weber. „Auch wenn es bis zu Umsetzung noch etwas dauern wird, sind wir glücklich über diesen Erfolg.“
Einen Erfolg, an dem die Kinder nicht unbeteiligt sind. Nachdem sie sich Anfang 2020 mit einem Brandbrief an den damaligen Bürgermeister Peter Wirtz (CDU) gewandt hatten, weil der Schulhof so langweilig sei, wurde die Bitte im September mit einem Schreiben der Schule konkretisiert. Fest stand: „Wir brauchen etwas richtig Neues, nicht nur eine neue Rutsche“, so Weber. Tatsächlich sei auf dem Schulhof in der Vergangenheit immer nur mal etwas ausgetauscht oder ausgebessert worden, das Klettergerüst oder die Rutsche zum Beispiel. Die Sitzgruppen hatte einst der Förderverein aus eigenen Mitteln angeschafft.
Der Ausschuss für Schule, Städtepartnerschaft und Sport beauftragte daraufhin noch im selben Jahr die Verwaltung, verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten prüfen zu lassen. Der Knackpunkt: Die Verwaltung verfügte zu diesem Zeitpunkt schlicht und einfach nicht über die notwendigen personellen Ressourcen. Die Lösung: Der städtische „Nachwuchs“ durfte ran.
Nachwuchsführungskräfte packen Projekt Schulhof an
Das Projekt wurde fortan im Rahmen einer Nachwuchsführungskräfteschulung vorangetrieben. Das fünfköpfige Projektteam führte unter anderem in allen vier Klassen der Grundschule eine Schülerbefragung durch. Auch die Rektorin sowie Vertreter der Lehrerschaft, der OGS-Leitung und der Nachbarschaft kamen zu Wort. Nicht nur klimaneutral und nachhaltig sollte der neue Schulhof werden, sondern vor allem barrierefrei. Größter Wunsch der Kinder: eine Spielstadt mit Rutsche. Auch ein Seilspielgerät, eine Kletterstrecke und ein Platz zum Fußballspielen standen auf der Wunschliste, die bei der Planung entsprechend berücksichtigt und mit einbezogen wurde.
Die Variante, für die sich Verwaltung und die Schulleitung schlussendlich entschlossen haben, klingt zumindest vielversprechend: „Außer Rand und Band“ sollen die Kinder künftig auf ihrem Schulhof sein können und sich unter anderem auf einem Soccerfeld, dass dort nach aktuellen Planungen vorgesehen ist, austoben können. Auch Kletterhöhlen und eine Spielanlage mit Rutsche und Kletterseilen sind angedacht. Sitzgruppen, eine Pergola, Insektenhotels, Hochbeete und ein kleines Atrium finden sich ebenfalls auf dem Entwurf. Und es gehört dazu ein barrierefreier Zugang.
„Das Ganze ist ein tolles Beispiel für einen basisdemokratischen Prozess“, findet Weber, die sich vor allem darüber freut, dass die Stimmen der Kinder nicht nur gehört, sondern auch erhört wurden. Schließlich hätten die Jungen und Mädchen in Eudenbach doch das gleiche Recht auf einen schönen Schulhof wie die Schulkinder in Oberpleis, „auch wenn es hier nur 80 Kinder sind“, zumal sich Weber sicher ist, dass der Schulstandort Eudenbach – der immer mal wieder infrage gestellt wurde – tatsächlich erhalten bleibt. „Wir haben hier auch total motivierte Eltern. Das macht richtig Lust, etwas Neues zu gestalten.“ Erst kürzlich hatten Mütter und Väter dem Schulflur mit einem „Gute-Laune-Anstrich“ in Hellgrün ein fröhliches Gesicht verpasst. „In Eudenbach tut sich also was.“
Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 02.10.2023 - siehe Link unten.
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