Aufnahme: 2022
Warum der Rhein-Sieg-Kreis vom Bau des Seniorendorfs abrät
Wohnungen und Pflegeplätze für Senioren sollen auf dieser Brache in Oberpleis gebaut werden. Der Kreis und die Bezirksregierung haben gegen dieses Großprojekt Bedenken, wegen der möglichen Hochwassergefahr durch den nahen Pleisbach.
Trotz großer Bedenken des Rhein-Sieg-Kreises und der Bezirksregierung Köln wollen der Investor und die Kommunalpolitiker in Königswinter die Pläne für das Seniorendorf am Pleisbach in Oberpleis nicht aufgeben. Allerdings muss der Projektentwickler nun ein Gutachten für ein hundertjähriges Hochwasser und ein Evakuierungskonzept vorlegen.
Auf dem Gelände an der Propsteistraße sollen Bungalows und Pflegeplätze für etwa 120 Senioren entstehen. Die Investition liegt bei rund 28 Millionen Euro. Geplant ist ein viergeschossiges Pflegezentrum mit zwei Wohngruppen für je zwölf Bewohner und einer Wohngruppe mit zwölf Plätzen als Hotel oder Kurzzeitpflege. In dem Pflegemodul sind auch Tagespflegeplätze, Verwaltungsflächen und ein teilöffentliches Restaurant vorgesehen. In einem weiteren viergeschossigen Gebäude sollen 40 Wohnungen mit einer Größe zwischen 40 und 70 Quadratmetern entstehen. Ferner sind noch sieben eingeschossige Gebäude, so genannte Chalets, vorgesehen.
Schutzmaßnahmen reichen nicht aus
Der Projektentwickler hat bereits einige Maßnahmen wegen der Hochwasserproblematik ergriffen, die aber nichts an der Einschätzung des Rhein-Sieg-Kreises und der Bezirksregierung geändert haben. So werden in einem überarbeiteten Konzept das Überschwemmungsgebiet des Pleisbachs, der festgelegte Gewässerrandstreifen sowie das Landschaftsschutzgebiet von Bebauung freigehalten. Sowohl die Gebäude an der Propsteistraße als auch die eingeschossigen Gebäude (Chalets) wurden in ihrer Lage modifiziert und in ihrer Anzahl reduziert. So sind nur noch sieben statt vorher zwölf Chalets vorgesehen. Entlang des Gewässerrandstreifens wurde zur Verringerung der Gefährdung von Personen eine Abgrenzung durch Zäune und Hecken aufgenommen. Außerdem wurde der Abstand zwischen einzelnen Gebäuden vergrößert. Das im Vorentwurf noch vorhandene Fachwerkhaus an der Propsteistraße wurde zwischenzeitlich abgerissen. mel
Zum Bericht im General-Anzeiger - siehe Link unten.
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