Aufnahme: 2022
Blau und Weiss dominierte im Oberhau
Die Turnhalle in Eudenbach wurde wieder zum Festsaal und zahlreiche „Partygäste“ kamen in Dirndl und Lederhose.
(bk) Eudenbach. Nach zweijähriger Coronapause konnte der Bürgerverein Oberhaus am vergangenen Wochenende endlich wieder sein traditionelles Oktoberfest zum Erntedank feiern. In diesem Jahr stand die Veranstaltung in der Festhalle Eudenbach auch im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums des Vereins. So startete der Abend mit einem kleinen Festakt, zu dem alle Bürger aus dem Oberhau geladen waren. Jürgen Kusserow, stellv. Bürgermeister der Stadt Königswinter, Ratsmitglied Michael Ridder und Ingo Alda, Bürgerverein Oberhaus überbrachten ihre Grußworte und gratulierten dem Verein zu diesem Jubiläum, verbunden mit dem Dank für das ehrenamtliche Engagement im Rahmen des gesellschaftlichen Lebens am östlichen Rande des Stadtgebietes. Nach dem eher besinnlichen Teil durfte dann die Wiesn-Stimmung in die Halle einziehen. „O`zapft is“ und dies ließen sich die Besucher nicht zweimal sagen.
Für jeden Geschmack war an diesem Abend etwas geboten. Den Auftakt machte der Musikzug der freiwilligen Feuerwehr mit traditionell bayerischen Stücken. Unterstützt durch die örtlichen Vereine servierte das Team des Bürgervereins dazu leckeres Essen und eine reiche Auswahl an Getränken. Nachdem sich auch Musikerinnen und Musiker der Feuerwehr ins Getümmel gestürzt hatten, stand die Suche nach einem neuen Erntekönig auf dem Programm. Im Oberhaus ist es Brauch, dass mit der Übernahme dieses Amtes im Vorfeld eine Schätzfrage möglichst zielgenau beantwortet werden muss.
Diesmal hatten die Moderatoren einen Behälter mit Kronkorken befüllt und nun ging es darum, die Anzahl dieser Blechkorken möglich genau zu schätzen. Keine leichte Aufgabe. Das Gefäß wurde genauestens beäugt und Vermutungen machten die Runde. Als Sandra Nicolai die Bühne betrat, waren alle Schätzergebnisse ausgewertet und die Spannung stieg. Drei Namen standen auf ihrem Zettel und einer darunter sollte die Kette oder das Krönchen übergeben bekommen. Auf dem dritten Platz fand sich Sabine Schiller wieder, sie hatte den Inhalt auf 876 Kronkorken geschätzt. Matthias Weber war sich gemeinsam mit Gisela sicher, dass genau 1150 Kronkorken in diesem Behälter aufbewahrt wurden. Doch auch diese Schätzung war noch zu ungenau. Die Zahl, 1273, gab am Ende den Ausschlag. Stephan Müller hatte diese auf seinem Zettel stehen. Damit lag er der wirklichen Zahl 1817 am nächsten. In fescher Lederhose, kariertem Hemd und Tirolerhut betrat er die Bühne.
Eine Begleitung konnte er nicht vorweisen, somit ging das Krönchen erst einmal wieder in den Safe zurück. „Wir gratulieren zu der Würde, unsere Region nun als Erntekönig vertreten zu können“, „Jetzt hast du, so Sandra Nicolai, die besten Voraussetzungen, um schnell eine Partnerin zu finden, denn wer kommt schon an einem so feschen Erntekönig vorbei." In Ermangelung einer Dame wurde ihm so neben seiner Amtskette auch der Blumenstrauß übergeben. Dass Stephan Müller nicht aus dem Oberhau, sondern aus Oberpleis kommt, verzieh man dem neuen Würdenträger schnell, zeigte es doch, dass dieses Fest über die Grenzen des Oberhaus auf großes Interesse stößt.
Nach der Übergabe der Königswürde ging der Bürgerverein in den Partymodus über. Fetzige Wiesnpartymusik der Live-Band Merilyn sorgte dafür, dass die Heizung in der Festhalle an diesem Abend ausgeschaltet bleiben konnte. Das es sich in der Festhalle um eine Veranstaltung zu Erntedank handelte, machte neben der überdimensionalen Erntekrone, die über den Köpfen der Festgemeinde angebracht war, auch ein mit Früchten verzierter Leiterwagen deutlich. Die Nahrungsmittel wurden nach dem Fest an die Tafel Königswinterer übergeben, um dort an bedürftige Bürger der Stadt verteilt werden zu können.
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