Aufnahme: 1970 (Film)
Film: "Zo Foß noh Kölle" - Oberpleis lachte
"Club Hupp 17 gewann eine Wette - Ständchen am Ostermann-Brunnen
In Oberpleis gab es am Sonntag (dem 10. Mai 1970, Anm. d. Red.) einen Volksauflauf, als zwei Mitglieder des 'Club Hupp 17' zu einem Fußmarsch nach Köln starteten. Der Vorsitzende der Oberpleiser Narrenzunft, Hans Robert Mies, gab mit einer Kinderpistole den Startschuss zu der 'kleinen Sensation', die durch Lautsprecher in allen Einzelheiten geschildert worden war. In Schottenkostümen machten sich Karl Heinz Lindlar und Peter Krey auf den 40 km langen Weg, der im Kölner Gasthaus Früh sein Ende fand.
Zu diesem Fußmarsch war es gekommen, als die Mitglieder des Club Hupp 17 an ihrem Stammtisch in der Gaststätte Harry Schlarb über den Ostermannschen Karnevalsschlager 'Ich mööch ze Foß noh Kölle jonn" diskutierten. Ein Wort ergab das andere, und plötzlich hieß es: 'Wetten, dass wir bereit sind, nach Köln zu marschieren?' Zunächst wurde die Wette auf 20 Liter Bier gesetzt, doch Gastronom Harry Schlarb erhöhte sofort auf 100 Liter, um das 'Gaudi' des Fußmarsches in die Domstadt mitzuerleben. Mit Handschlag wurde die Wette besiegelt, und am Sonntagmorgen war es so weit, dass die 'Reise' angetreten werden konnte. Auf dem Kirchplatz hatten sich Hunderte von Schaulustigen eingefunden. Das Fanfarencorps der KG 'Rot-Blau Auelgau' war unter der Leitung von Josef Mieden mit dabei und schmetterte frohe Weisen. Eine Autokolonne, plakatiert und beschriftet, begleitete die unentwegten Marschierer auf ihrem beschwerlichen Weg über Birlinghoven, St. Augustin, Menden, Troisdorf über die B 8 bis zur Domstadt. Gegen 16.30 Uhr war das erste Ziel, der Ostermann-Brunnen, erreicht. Hier gaben die Clubmitglieder ein humoristisches Ständchen zum Besten, bevor sie mit großem Hallo in der Altkölner Gaststätte Früh empfangen wurden. Unterwegs gab es für die beiden Akteure 'Marschverpflegung' in Form kalter Hühnchen, damit sie fit blieben. Meinte Hans Robert Mies beim Startschuss: 'Ganz Oberpleis marschiert im Geiste mit.'"
Der ungefähr ein halbes Jahrhundert alte Super-8-Film (s. Link unten), sozusagen ein Road-Movie des Spektakels, ist ein originelles Zeitdokument. Wir sehen unter anderem die Kirchenbesucher des Sonntagsgottesdienstes, erleben - wenn auch stumm - das junge Fanfarencorps Rot-Blau Auelgau, machen Halt in Uthweiler vor der Gaststätte Reuter ("Lisanna-Bar"), später beim Kartoffelsalatpicknick auf Porzer Rasen..., Schlussszene: die glücklichen Wettengewinner "zu Hause" bei Bramkamp.
In den darauffolgenden Monaten herrschten für die Clubmitglieder paradiesische Freibier-Verhältnisse. Je länger der Segen dauerte, desto mehr wurde ihnen klar, dass Harry Schlarb seine verlorene Wette äußerst großzügig einlöste. Das war ihm der Spaß wert.
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