Andenken an Josef Fuhr aus Eudenbach - Wie ein Stolperstein an ein Kapitel nationalsozialistischer Verbrechen erinnert

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Aufnahme: 2026

Andenken an Josef Fuhr aus Eudenbach - Wie ein Stolperstein an ein Kapitel nationalsozialistischer Verbrechen erinnert

Bürgermeisterin Heike Jüngling (r.) verneigt sich bei der Verlegung des Stolpersteins vor dem Andenken an Josef Fuhr, Opfer eines von vielen Medizinverbrechen im Nationalsozialismus auch im Rhein-Sieg-Kreis.

Eudenbach · Vor 85 Jahren wurde der fünffache Familienvater Josef Fuhr aus Eudenbach von den Nationalsozialisten ermordet. Wie sein Andenken jetzt posthum gewürdigt wird.

Weiße Rosen, ein flackerndes Grablicht, ein kleiner goldener Stein, auf dem der Name Josef Fuhr geschrieben steht: „Nun hat unser Großvater endlich eine eigene, kleine Grabstätte erhalten. Da sind wir sehr froh drüber“, sagt Wilbert Fuhr, Enkel des 1884 geborenen Möbelschreiners aus Eudenbach. 85 Jahre lang hat die Familie darauf warten müssen. 1941 war Josef Fuhr in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet worden – vergast, wie Tausende andere Menschen, die die Nazis als "lebensunwert" eingestuft hatten, weil sie krank, körperlich eingeschränkt oder pflegebedürftig waren. Ein Grab gibt es nicht, also auch keinen Ort der Trauer für die Angehörigen. Dass nun ein goldener Stolperstein vor seinem damaligen Wohnhaus an der Eudenbacher Straße 137 an den fünffachen Familienvater erinnert, ist ein kleiner Trost für seine Nachfahren.

„Stolpersteine sind klein, aber ihre Wirkung ist groß. Sie geben den Opfern einen Namen und somit ihre Würde zurück, sie holen sie mitten in unseren Alltag“, sagte Gabriele Wasser, die die Stolpersteinaktion in Königswinter wissenschaftlich begleitet. Mit insgesamt 37 verlegten Steinen – der Stein für Josef Fuhr ist der 38. und zugleich der erste für ein Opfer der „Krankenmorde“ durch die Nationalsozialisten – handele es sich um das größte dezentrale Erinnerungsmal in der Stadt.

„Durch die Stolpersteine sollen die Opfer der Nationalsozialisten sichtbar gemacht werden. Die Erinnerung bleibt dadurch nicht abstrakt“, so Wasser. In Königswinter sei die Arbeit noch lange nicht beendet. Es gebe noch viele Namen, hinter denen Schicksale stehen, die niemand kenne. „Sie alle gehören zu unserer Stadtgeschichte. Darum wünsche ich mir, dass die Liste der Stolpersteine weiter wächst.“

Ursprünglich sollte der Stolperstein gemeinsam mit vier weiteren im Stadtgebiet bereits im März verlegt werden. Damals wurde der Termin auf Wunsch der Hinterbliebenen Josef Fuhrs jedoch kurzfristig ausgesetzt. Grund war Kritik an mangelnder Kommunikation im Vorfeld der Aktion gewesen. Enkel Wilbert Fuhr berichtete dem GA damals, dass er sich überrumpelt gefühlt habe. Die Situation konnte aber schnell bereinigt werden. Im Beisein von Bürgermeisterin Heike Jüngling und dem zuständigen Geschäftsbereichsleiter für Kultur, Florian Striewe, nahmen die Angehörigen am Mittwoch sichtlich bewegt an der Zeremonie teil.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger - siehe Link unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 22.05.2026, Foto: Ralf Klodt; Bericht: Gabriele Quarg Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger
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