ARD-Quiz „Wer weiß denn sowas?“- Königswinterer Ort Schwirzpohl zur besten Sendezeit

Aufnahme: 2018

ARD-Quiz „Wer weiß denn sowas?“- Königswinterer Ort Schwirzpohl zur besten Sendezeit

Beim ARD-Quiz „Wer weiß denn sowas?“ mit Moderator Kai Pflaume spielt der kleine Königswinterer Ort unerwartet eine wichtige Rolle.

Jetzt hat es Schwirzpohl sogar ins Hauptabendprogramm der ARD gebracht. Moderator Kai Pflaume wollte am Samstagabend bei der Quizsendung „Wer weiß denn sowas?“ von seinen Kandidaten wissen, ob der Ortsteil von Königswinter nur eine Einwohnerin, einen eigenen Fernsehturm oder eine Ausweichlandebahn für Verkehrsflugzeuge hat.

Richtig ist, dass Schwirzpohl nur eine Einwohnerin hat. Sie heißt Marlies Schumacher, wurde 1940 in Schwirzpohl geboren und ist ihren Lebtag lang noch nie aus ihrem Heimatort weggezogen. Die ARD zeigte sie in einem Filmbeitrag im Interview.

So allein wie es zunächst aussieht ist die Dame auch gar nicht. Die 78-Jährige betreibt seit einigen Jahren eine kleine Pension, die besonders an den Wochenenden von Wanderern und Radfahrern gerne aufgesucht wird. Dann hat sie schon mal nette Gesellschaft.

Schwirzpohl erreicht man übrigens vom Nachbarörtchen Gratzfeld aus, das wiederum bei Eudenbach liegt. Von dort geht es über einen Feldweg zwischen zwei Kuhweiden und eine kleine Brücke – und schon ist man da. Und der Ort hat immerhin eine Fläche von 1,5 Hektar. Das entspricht einem Areal von 100 mal 150 Metern.

Seit einem Jahr hat man in Schwirzpohl sogar wieder ein eigenes Ortsschild mit gelber Schrift auf grünem Grund, um das Marlies Schumacher lange gekämpft hatte. Auch der Verein „Oberhau Aktuell“ hatte sich dafür eingesetzt. Schließlich hatte die Stadt Königswinter ein Einsehen. Dieser Anlass wurde im vergangenen Oktober auch gebührend gefeiert – mit vielen Gästen aus Gratzfeld, weil die Party sonst doch etwas kleiner ausgefallen wäre.

Bis zur Kommunalreform 1969 war Schwirzpohl ein eigenständiger Ort mit gelbem Ortsschild. Auch wenn es klein ist, hat das Dorf eine lange Geschichte. Bereits 1306 wurde Swyrzpul urkundlich erwähnt. Und mit einer Einwohnerin steht der Ort auch nicht allein da. Das nahe Kappesbungert ist komplett menschenleer. Dort wurde der letzte Bewohner vor 25 Jahren spätabends vom Auto überfahren. Drei Jahre zuvor hatte der Stadtrat beschlossen, dass Kappesbungert ein eigener Ortsteil bleiben darf.

Bei Schwirzpohl steht das sowieso außer Frage. Vielleicht hat der Ort ja demnächst sogar wieder drei Bewohner. Marlies Schumachers Sohn Klaus hat angekündigt, mit seiner Frau an seinen Geburtsort zurückzuziehen.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 23.07.2018 - siehe Link unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 23.07.2018; Foto: privat; Bericht: Hansjürgen Melzer Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 23.07.2018
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