Aufnahme: 2015

25 Jahre gelebte Inklusion - Montessori-Kinderhaus feierte Jubiläum

" Als in Deutschland noch kaum jemand das Wort 'Inklusion' kannte, wurde diese im Montessori-Kinderhaus bereits gelebt. Seit 25 Jahren lernen hier Kinder mit und ohne Einschränkungen voneinander, indem sie miteinander aufwachsen. Jetzt feierten Mitarbeiter, Eltern und Kinder der Elterninitiative Integratives Montessori-Kinderhaus Oberpleis das 25-jährige Bestehen der Einrichtung mit einem bunten Jahrmarkt wie anno dazumal.

Viele Ehemalige kamen mit ihren Familien und Freunden vorbei und auch die Nachbarn der Wohnanlage Propsteihof waren dabei. Die Kinder sangen 'Hoch lebe das Geburtstagskind', der stellvertretende Bürgermeister Sokratis Theodoridis genoss die schöne Atmosphäre und auch die Landtagsabgeordnete Andrea Milz schaute vorbei. Der Vorstandsvorsitzende Jonathan Schreyer erzählte in seiner Begrüßung von seiner ersten Begegnung mit dem Kinderhaus: leicht lädiert an einem Karnevalsfreitag mit den Blau-Weißen Funken, er habe sich gleich wie zu Hause gefühlt und das blieb auch so, als er Jahre später als Vater wiederkam. Dieses Kinderhaus erfülle alle Wünsche, die ein Kind habe und sie hoffe, dass das noch lange so bleibe, erklärte die Leiterin des Kinderhauses, Mipsi Kullack. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde auch der neue von Kreissparkasse und Volksbank gesponserte Kletterturm feierlich eröffnet. Anschließend war reichlich Gelegenheit an den verschiedenen 'Jahrmarkt' änden die selbst gemachten Köstlichkeiten zu probieren, zu spielen oder sich zu unterhalten.

Im März 1990 riefen vier Oberpleiser Elternpaare die Elterninitiative für ein Integratives Montessori-Kinderhaus ins Leben. Die ersten 15 Kinder mit und ohne Behinderung wurden in einer Privatwohnung in Hüscheid betreut. Gleichzeitig machte man sich auf die Suche nach geeigneteren Räumlichkeiten und fand diese schließlich im Propsteihof, der damals noch landwirtschaftlich genutzt wurde. Innerhalb von neun Monaten wurden die ehemaligen Stallungen in ein Schmuckkästchen umgebaut, so dass die Kinder im November 1992 in die neuen Räume ziehen konnten und das Kinderhaus um eine Gruppe erweitert werden konnte. Bei der Einweihungsfeier im März 1993 staunte Bürgermeister Herbert Krämer: 'Das ist wohl der schönste Kindergarten in unserer Stadt'.

Auf der Grundlage der Pädagogik von Maria Montessoris und deren Leitgedanken "Hilf mir, es selbst zu tun" wird das Team den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht und fördert das offene und selbstverständliche Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Im Laufe der Jahre wurde viel um- und angebaut, die großzügige Außenanlage neu gestaltet,... Doch eines ist geblieben: die 30 Kinder mit und ohne Behinderung, die hier von neun Mitarbeiterinnen - Erzieherinnen wie Therapeutinnen - betreut werden, fühlen sich hier angenommen und zuhause. Besonders gerne und intensiv wird jede Gelegenheit zu feiern genutzt. Seit 1996 bemüht sich ein Förderverein, den Fortbestand des Kinderhauses zu sichern und die Ideen der Gründungseltern zu realisieren. Mipsi Kullack, die das Haus von Anfang leitet, ist stolz: 'Wir haben schon immer Inklusion gelebt. Wer möchte, kann gerne von unseren Erfahrungen profitieren'."

Quelle
Extra-Blatt Siegburg vom 16.06.2015 Der General-Anzeiger berichtete am 17.06.2015
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