Aufnahme: 2015
Eisbacher feierten mit der Kirmes Abschluss der Restaurierungen
Eisbach (cg). "Das war schon ein Kraftakt", stellte Burkard Severin, Vorstandsmitglied der Stiftung Eisbacher Marienkapelle, fest. "Ich bin stolz auf das Ergebnis."
Im Rahmen ihrer Kapellenkirmes feierte die Dorfgemeinschaft diesmal mit Gästen aus Nah und Fern nicht nur Kirchweih und Patrozinium der Kapelle, sondern auch die Rückkehr der restaurierten Kunstgegenstände, vor allem der spätgotischen "schönen Madonna", die sich einem "Face-Lifting" unterzogen hatte. Diese Strahlenkranzmadonna, die seit 1970 den Altarraum der Kapelle ziert, ist nun endlich Eigentum der Eisbacher Stiftung. Dafür dankte Severin besonders Hans-Gerd Schlangen, der sich im Kirchenvorstand von Sankt Pankratius dafür stark gemacht hatte.
Mit der Kapellenkirmes feierten die Eisbacher auch den Abschluss der Innenrenovierung der Kapelle. Jetzt fehlt nur noch ein neuer Außenanstrich. Das einjährige Renovierungs- und Restaurierungsprojekt war für die Stiftung und damit für das ganze Dorf wahrlich eine große finanzielle und logistische Herausforderung. Bei den Vorarbeiten für den notwendigen Innenanstrich stellte sich heraus, dass alle Elektroleitungen erneuert werden mussten, da dem Leitungssystem die Erdung fehlte. In dem Zusammenhang wurde gleich auch die Lichttechnik mit allen Leuchtmitteln im Innen- und Außenbereich erneuert und die Kapelle mit neuester nachhaltiger LED-Technik ausgestattet. Außer der geplanten Sicherung und Restaurierung der Strahlenkranzmadonna aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden auch der barocke Altaraufsatz, die barocken Altarkonsolen, ein Wandbild aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie ein wandkreuz aufwändig restauriert.
Die Kosten von mehr als 25.00 Euro stemmte die Dorfgemeinschaft durch zahlreiche kleine und große Geld- und Sachspenden. Zu Beginn des Festgottesdienstes, den der Uthweiler Kapellenchor musikalisch mitgestaltete, dankte Burkard Severin allen Helfern und Unterstützern für ihr Engagement. Auch der Oberpleiser Pfarrer Markus Hoitz erschien zum Gottesdienst mit anschließendem Sektempfang, bei dem die ersten Eisbach-Kalender mit "Vorher-Nachher-Bildern" zur Restaurierung verkauft wurden. Auch beim Kirmeskaffee in der "Festhalle zum Gretchen" im Anschluss an die nachmittägliche Andacht wurden Kalender verkauft. Etliche Oberpleiser waren in einer Prozession zur Andacht gepilgert.
Auch zahlreiche Gäste, die in der Presse von der Restaurierung erfahren hatten und die Madonna in Augenschein nehmen wollten, kamen vorbei. Bei Kaffee und Kuchen oder später bei Reibekuchen und Bier entstand viel "Völkerverbindendes" zwischen Alteisbachern und neuen Nachbarn aus "der Siedlung". Aus dem Erlös des Festes kann der Ort etwa 300 Euro an Daniel Neudecker für sein Straßenkinderprojekt in Chile senden, und für die Kapellenrenovierung bleibt dann auch noch etwas übrig. Übrigens: Die spannende Geschichte, wie die wertvolle Strahlenkranzmadonna aus Unterfranken ins Siebengebirge und schließlich nach Eisbach kam, ist nachzulesen in dem Buch "Eisbach ist anders", das ein Eisbacher Autorenteam 2009 herausgegeben hat. Erhältlich ist es bei Pfarrer Werner Buchholz, Burkard Severin oder in der Kapelle.
Die Mitglieder des Stiftungsvorstands freuen sich über die gelungene Restaurierung von Kapelle und Inventar.
Gemütliches Beisammensein nach dem Festgottesdienst in der Kapelle.
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