Aufnahme: 2011
100 steile Stufen bis zum Instrument
Mittels einer besonderen Mechanik werden in Sankt Pankratius die Klöppel an den Glockenrand geschlagen.
Er hat sich wie ein Detektiv auf die Spuren von "Pankratius" und "Felicitas" begeben. Kurt B. Wirtz trug vor wenigen Jahren alles Wissenswerte über die Glocken der Pfarrkirche Sankt Pankratius zusammen.
Oberpleis. Er hat sich wie ein Detektiv auf die Spuren von "Pankratius" und "Felicitas" begeben.
Kurt B. Wirtz trug vor wenigen Jahren alles Wissenswerte über die Glocken der Pfarrkirche Sankt Pankratius zusammen. Ein kleiner kirchenhistorischer Schatz. Jetzt brachte er jedoch die Zierde des Glockenturms in ganz besondere Schwingungen.
Der frühere Küster, Organist und Chorleiter belebte eine alte Tradition. Er führte in Oberpleis das Beiern wieder ein, das bei besonderen kirchlichen Anlässen zu hören ist. "Noch bis in die 60er Jahre hinein beherrschten die Brüder Kurenbach aus Berghausen die Kunst des Beierns", erinnert sich der 82-Jährige, der 1952 seinen Dienst in der Pfarrgemeinde Sankt Pankratius antrat.
Bereits während des Zweiten Weltkrieges und einige Jahre danach war das Beiern nicht mehr zu hören. Denn: Die "Stimmen" dazu fehlten. Zwei der Glocken mussten nämlich von der Kirchengemeinde "aus kriegsbedingten Gründen" mit Anordnung vom März 1944 abgegeben werden. Konkret: Pankratius und Felicitas. Pankratius war mit 1 939 Kilo das Schwergewicht im Glockenturm: eine Menge Material für Munition also.
Aber es kam anders: Diese Glocke wurde nicht eingeschmolzen, sondern überstand den Krieg auf dem sogenannten Glockenfriedhof in Hamburg. Genauso, wie sie den Absturz vom Turm beim Abmontieren ohne Schaden weggesteckt hatte. Sie war zusammen mit Felicitas und der Herz-Jesu-Glocke 1924 eingeweiht worden.
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