Aufnahme: 2010
"Heiligenhäuschen auf dem Hartenberg"
"In zwölf Etappen von Kapelle zu Kapelle
Im Bergbereich von Königswinter arbeiten Heimatfreunde an einem Kapellenwanderweg
'Ich bin dann mal weg!' So wie Hape Kerkeling könnten sich bald auch Königswinterer abmelden. Aber sie müssen nicht unbedingt auf dem Jakobsweg pilgern so wie der Komiker. Denn: Königswinter soll einen Kapellenwanderweg bekommen. Das ist das neueste Projekt der Mannschaft vom Virtuellen Heimatmuseum. Zwölf Etappen hat 'Museumsdirektor' Franz Bellinghausen vorgesehen. Wer viel Kondition hat, schafft sie vielleicht an einem Tag. 'Aber den Jakobsweg geht man ja auch nicht an einem Stück', lacht Bellinghausen. Die Idee trägt der Thomasberger seit langem mit sich herum. 40 Jahre war er Mitglied des Kirchenvorstandes. Als das Internetzeitalter anbrach, richtete der aufgeschlossene Obstbaumeister nicht nur das Internet-Cafe der Kirchengemeinde ein, sondern überredete die Geistlichen außerdem, dass der Pfarrverband ins weltweite Netz eintritt. Seither haben auch die Kapellen ihren großen Auftritt mit Foto und Beschreibung, und verlinkt mit dem Heimatmuseum sind sie natürlich auch. Nachdem mittlerweile alle katholischen Gemeinden aus dem Bergbereich der Stadt zur Pfarreiengemeinschaft zusammengeschlossen wurden, fehlt keines der kleinen Gotteshäuser in der Sammlung.
Aber nun macht Franz Bellinghausen einen weiteren Schritt. Der 75-Jährige will die Kapellen verbinden. Mit dem Kapellenwanderweg. Klar, ein Klick, und mit 'Google Earth' könnte es losgehen. Aber Franz Bellinghausen möchte keinen Nullachtfünfzehn-Trip. Der schönste Weg soll es sein, mit hübschen Ausblicken, die vielleicht nur die ausgefuchsten Ortskenner als Geheimtipp in petto haben. Deshalb sein Aufruf an Wanderer, die Strecken mit auszusuchen. Franz Bellinghausen freut sich schon auf die Antworten. Wenn die Route feststeht, wird ein Künstler den Wegeplan mit Details zeichnen. Wer dann abmarschiert, kann ihn sich ausdrucken. Zum Tourenplan gehört ebenso die Beschreibung des jeweiligen Doms. Außerdem wird allen Kapellen ein Kästchen mit Kurzinfos angefügt. Darin enthallen ist neben Angaben zum Baujahr, Standort, zu Eigentümer und zur Nutzung auch ein Ansprechpartner mit Telefonnummer.
Auf Wunsch einer Wandergruppe könnte dann auch eine Führung arrangiert werden. Wer sich lieber mit GPS orientieren möchte, findet die Daten dazu. Ein weiteres Detail ist Bellinghausen wichtig: die Verpflegung der Wanderer. So werden sie anhand der Pläne auch erfahren, wo sie wann einkehren können. So könnte es von der Nikolauskapelle in Heisterbacherrott nach Vinxel, Rauschendorf über Bockeroth, weiter zur Kapelle auf dem Hartenberg gehen, dann nach Wahlfeld und Uthweiler, Pleiserhohn, Eisbach, Sandscheid, Quirrenbach nach Ittenbach zur Sophienkapelle auf der Margarethenhöhe und über den Oelbergrundweg zum Strücher Dom in Thomasberg zurück zur Ausgangsstelle. Noch unklar ist, wer der Träger dieses Weges wird."
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