Aufnahme: 2008

Kriegerehrenmal Sand

Dieses Denkmal steht an einer Straßenkreuzung zwischen den Ortschaften Sand, Sandscheid, Rübhausen, Pützstück und Frohnhardt. Der Obelisk trägt im oberen Teil Tafeln mit den Namen der im ersten Weltkrieg Gefallenen in der Mitte folgende Verse:

"Wanderer, der Du des Weges ziehst,
Weile - tritt her zum Stein und lies
die Namen der tapferen Helden all,
die da starben am Eisenwall.
Viel Gatten, Söhne, Brüder und Freunde
entriß der Tod der kleinen Gemeinde.
Sie alle haben für uns ihr Leben
in Liebe und Treue dahin gegeben.
Nun ruhen sie ferne im fremden Land,
die Treue noch hielten dem Vaterland.
Das soll das Mal des Dankes sein:
Im stillen Hain der schlichte Stein."

Auf die Initiatoren des Ehrenmals weisen folgende Zeilen hin:

"Gewidmet vom Männergesangverein Gemüthlichkeit Sand und den oben genannten Ortschaften".

Nach dem 2. Weltkrieg wurden weitere Tafeln zum Gedenken der darin gefallenen Soldaten und Zivilpersonen angebracht.

"1914 - 1918 starben für Heimat und Vaterland:

Pützstück
Joh. Hoitz 1916, Karl Kirschbaum 30.11.1912, Joh. Schmitz 20.7.1018, Bernh. Schmitz 8.10.1918

Waschpohl
Jak. Vels 2.11.1914, Jak. Weber 28.3.1918, Pet. Stockhausen, 5.1918, Christ. Bödefeld 4.6.1918

Sand
Aug. Hambuch 26.11.1914, Wilh. Bödefeld 27.2.1915, Wilh. Weber 11.10.1917, Peter Löwen 5.6.1918, Theo Lehmacher 3.6.1918, Heinr. Schultes 18.8.1918, Christ Klöfer 7.1.1915

Bennerscheid
Christ. Klein 5.5.1917

Frohnhardt
Pet. Züllich 11.5.1916, Christ. Hönscheid 17.9.1916, Christ. Winterscheid 24.3.1918, Wilh. Bödefeld 20.7.1918

Rübhausen
Jak. Feld 1.3.1915, Pet. Feld 17.8.1918, Rob. Aust 20.9.1917

1939 - 1945

Frohnhardt
Heinr. Bödefeld verm., Jos. Bödefeld + 1941, Georg Winterscheid verm.

Rübhausen
Peter Wasserheß + 1943, Theo Wasserheß + 1944, Aug Nöthen v. 1945, Peter Klasen + 1945

Waschpohl
Heinr. Stockhausen + 1942, Peter Menzenbach v. 1944, Willi Weber + 1944, Toni Töller v. 1943

Sand
Willi Weber - 1941, Willi Löwen + 1943

Bennerscheid
Michael Dahm + 1944, Karl Dahm + 1941, Willi Dahm + 1943
In der Heimat gef.
Theodor Schmitz + 1945, Anna Zöllig + 1945, Anna Klasen + 1945, Betti Rosen + 1945, Helene Bädorf + 1945, Julius Westhofen + 1945"

In den Jahren 1985/86 ließ der Bürgerverein Königswinter-Ost das Ehrenmal gründlich instandsetzen. Darüber berichtet die Siebengebirgs-Zeitung in Nr. 45 vom 6. November 1986:


Bürgerverein renovierte Ehrenmal

gst. Nach gründlicher Renovierung durch den Bürgerverein Königswinter-Ost konnte das Kriegerehrenmal, das an die Kriegsopfer der beiden Weltkriege erinnert, wieder eingeweiht werden. Risse im Mauerwerk und verwitterte Platten machten eine grundlegende Renovierung erforderlich. Dies wurde auch durch den hinzugezogenen Landeskonservator bestätigt. Nach der Auflage des Landeskonservators, aber auch aus eigenem Wunsch heraus wurde die Renovierung so durchgeführt, dass die Form und das Bild des Ehrenmales nicht verändert wurden. Der Geschäftsführer des Bürgervereins, Hans-Georg Marx, erläuterte bei der Einweihung die Geschichte des Ehrenmales und schilderte auch die viele Arbeit, die die Renovierung erforderlich machte.

In den vergangenen Jahren wurden ständig Mängel und sich steigernde Schäden beobachtet. Durchgeführte Ausbesserungen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Über eine Renovierung wurde dann im Juni 1984 erstmalig verhandelt. Der Vorstand wollte auf Wunsch der Mitglieder einen Teil der Vereinsgelder in die Renovierung stecken. Verhandlungen mit den entsprechenden Politikern, dem Restaurator und der Verwaltung wurden entsprechend geführt. Auf der Generalversammlung wurde dann die Renovierung beschlossen und aus der Vereinskasse ein Betrag von 3500 Mark genehmigt.

Am 19. Oktober des Vorjahres wurde mit den Arbeiten begonnen. Dabei stellte man schon bald fest, dass auch die Umgrenzungsmauer nicht mehr überholt werden konnte, sondern neu erstellt werden musste. Viele Probleme reihten sich aneinander. Das überaus zähe Wurzelwerk eines Baumes hatte die Umgrenzungsmauer in der Tiefe gesprengt. Ausgeliehenes Schalmaterial wurde gestohlen. Weiterhin war im Verlauf der Arbeiten deutlich erkennbar, dass recht wenige Bürger aktiv anfassten, obwohl sich bedeutend mehr auf einer Liste vorher dazu verpflichtet hatten. Dennoch wurden ob all der Schwierigkeiten zäh und ausdauernd die Arbeiten Zug um Zug fortgesetzt. Anstatt einer neuen betonierten Umgrenzungsmauer wurden offene Basaltsäulen errichtet. Diese Art sieht auch besser aus, passt besser zum Ort, war allerdings auch zeitaufwendiger und kostenintensiver. Der Vorstand entschied sich auch nicht für die Überarbeitung der vorhandenen Schriftplatten, sondern für eine komplette Neuerstellung, was sich auch besser auf das Aussehen und die Haltbarkeit auswirkte, allerdings auch auf den Preis. Zusätzlich wurde ein nasser, unansehnlicher Bereich zwischen Denkmal und Buswartehalle in die Renovierung mit einbezogen, befestigt, mit zwei Bänken und ordentlicher Bepflanzung versehen, sodass auch ein Freizeitbereich entstanden ist.

Nach vielen Kostenplänen ergab sich dann ein Kostenaufwand von schließlich doch noch 15000 Mark. Die Erneuerung der Schriftplatten verschlang allein eine Summe von 9400 Mark und bildete damit den höchsten Kostenaufwand. Für die Mauerabdeckung mussten 1600 Mark ausgegeben werden. 1900 Mark kosteten die Bänke und der Papierkorb. Für die Arbeiten am Geländer mussten 800 Mark ausgegeben werden. Diese 15000 Mark wurden finanziert durch einen Zuschuss der Stadt Königswinter in Höhe von 5650 Mark. Eine Sammlung in den Orten, die rund um das Kriegerehrenmal liegen, erbrachte 4290 Mark. Aus der Wirtschaft, von den Parteien und von den Banken erhielt der Bürgerverein für diesen Zweck an Spenden 2270 Mark. Aus der Vereinskasse wurden dann 2790 Mark entnommen.

Insgesamt wurden von den Vereinsmitgliedern am Denkmal 480 Stunden geleistet. Darin sind die Stunden der Planung, der Organisation, des Ausschachtens und des Entwässerungsanschlusses nicht berücksichtigt. Dafür kann man weitere 100 Stunden einsetzen. Die 480 Stunden wurden von 14 Bürgern aufgebracht, wobei allein Hans Peter Büllesfeld 105 Stunden wirkte. Marx bemerkte, dass, insgesamt gesehen, die Renovierung von vielen Bürgern und Behörden sowie Organisationen gutgeheißen wurde. Marx sprach Dankesworte an alle Beteiligten aus, besonders an einen Einzelspender, der gleich 1000 Mark stiftete. Für die Stadt dankte Bürgermeister Herbert Krämer dem Bürgerverein für die Initiative und Durchführung der Arbeiten.

Das Ehrenmal wurde im Jahre 1921 erbaut. Die Pflege und Unterhaltung des Ehrenmals oblag verschiedenen Gruppen und Vereinen, bis 1971 der Bürgerverein Königswinter-Ost mit einer jährlichen finanziellen Unterstützung durch die Stadt die Pflege übernahm.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 45 vom 6.11.1986
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Aus den Dörfern ringsum Kriegszeiten Presseberichte Presseberichte 3 (ab 2001) Vereine
Aufrufe
3621

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.