75 Jahre Kolpingfamilie

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Aufnahme: 2004

75 Jahre Kolpingfamilie

„Geehrt wurde mit einem Blumenstrauß durch den Vorsitzenden der 75jährigen Oberpleiser Kolpingfamilie, Thomas Lissek, bei einem Festakt in der Propst-Gerhard-Halle Hermann-Josef Hermes. Er gehört dem Vorstand seit nunmehr vier Jahrzehnten an. Der Vertreter der Kolpingfamilie des Bezirksverbandes Siegburg und Mitglied der Kolpingfamilie Eitorf sprach die Glückwünsche des Bezirks aus und bat die Jubiläumskolpingfamilie ihre Ziele nie zu ändern. Er brachte zwei Briefumschläge mit Geld zur Gratulation mit.

Günter Herr vom Werbekreis Oberpleis hegt die Hoffnung, dass die Oberpleiser Kolpingfamilie noch recht lange Bestand hat. Er bat, dass viele junge Familien beitreten und mitmachen mögen, damit die Kolpingfamilie noch recht lange am Leben bleibt. Er sprach auch für die Nachbarschaftshilfe Pleiserhohn, die ebenfalls stets die Kolpingfamilie unterstützen werde. Für den Bürgerverein Oberpleis wünschte Franz-Richard Vogt alles Gute für die Zukunft. Jürgen Kusserow von der SPD sagte, dass er selbst einmal Handwerksgeselle war und in vier Betrieben den Geist Adolf Kolpings gespürt habe.

Unter den weiteren Gratulanten befanden sich die katholische Frauengemeinschaft Oberpleis, die ein weiteres erfolgreiches Schaffen im Weinberg Gottes wünschte, der Bürgerverein Uthweiler, der TuS 05 Oberpleis und der Senatspräsident der Narrenzunft, die aus der Kolpingfamilie entstanden ist, Alfons Wegen. Die Kolpingfamilie sei die Stamm-Mutter der Narrenzunft. Der Festakt wurde musikalisch umrahmt von Andrea Winterscheidt und Carina Frings. Am nachfolgenden Sonntag wurde der zweite Festtag mit einem Gottesdienst begonnen, dem sich ein fröhliches Beisammensein im Quadrum (Kreuzgang) anschloss.

Die Gründung des katholischen Gesellenvereins fand am 3. März 1929 statt. 30 junge Männer fanden sich zur Gründungsversammlung im Sälchen von Jakob Lichtenberg ein. Von Anfang an hat der Verein eine rege Tätigkeit entwickelt. Große Beliebtheit fand in den ersten Jahren ein Lesezirkel geführt von Vizepräses Rektor Schneider. Es wurden auch Kurse in Stenografie, Plakatschrift und deutsch gehalten. Schon im Herbst 1930 fand eine erste Handwerksausstellung statt. 1933 bestanden fünf Fachabteilungen für Schreiner, Schlosser, Gärtner, Maler und Landwirte. Im Jahre 1933? wurde der Gesellenverein in ‚Deutsche Kolpingfamilie‘ umbenannt.  Aber noch in diesem Jahre kam die Kolpingfamilie in große Bedrängnis durch die Machthaber des Dritten Reiches.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurden die Versammlungen 1940 eingestellt. Mancher Kolpingsohn ließ sein Leben im Krieg. Doch schon am 10. September 1945 fing man mit frohem Mut wieder an. Außerdem begann man 1946 mit dem Karneval unter der Leitung von Hans Mies. Bis 1966 tagte man 37 Jahre im Vereinslokal Jakob Lichtenberg. Dann wurde das Haus verkauft. Neues Vereinshaus wurde das Anwesen Bellinghausen. Man führte einen Kommunalpolitischen Frühschoppen ein und gründete das Volksbildungswerk mit Herbert Krämer. Sport- und Kegelabende trugen zur Geselligkeit bei. Seit vielen Jahren wird im Herbst eine Wallfahrt zum Kolpinggrab in der Kölner Minoritenkirche durchgeführt. Die Kolpingfamilie zählt heute 116 Mitglieder. Zur Traditionspflege gehören auch Ausflüge, das Johannisfeuer im Juni und der Kreuzgang nach Ittenbach. Erlöse aus Veranstaltungen werden stets für lokale Zwecke verwendet."

Karin Bleil überreicht Thomas Lissek die Jubiläumsurkunde

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 23 vom 03.06.2004
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 3 (ab 2001)
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