Aufnahme: 2004

Ein neuer Presbyter, Marcus Schasse, im Interview

Die Arbeit im Presbyterium einer Gemeinde ist ein Ehrenamt, das man nicht so nebenbei erledigen kann und das Engagement, Zeitaufwand und Einsatz erfordert. Barsch sagt Paulus im Römerbrief (Kap 12N.7): „Hat jemand ein Amt, so warte er des Amtes." Wenn man jedoch voll im Beruf steht und sich in der freien Wirtschaft behaupten muss. bleibt nicht mehr viel Kraft für ehrenamtliche Tätigkeiten. Wie schön, dass wir wieder ein neues. junges Mitglied unseres Presbyteriums vorstellen können. Als Kandidat bei der Presbyterwahl 2004 beschrieb Markus Schasse seine Vorstellung vom Presbyteramt u. a. mit den Worten, dass die Gemeinde für ihn Mittelpunkt des christlichen Lebens ist. Nach seiner Wahl zum Presbyter hat Herr Schasse inzwischen einige Monate Zeit gehabt, Praxiserfahrung zu sammeln.

Daher fragen wir ihn:

Bitte erzählen Sie uns zunächst etwas über Ihr Leben; ihre Ausbildung, Ihren Beruf und ihr familiäres Umfeld.

Ich bin 37 Jahre alt. Aufgewachsen bin ich in Herdecke an der Ruhr, einer Kleinstadt in der Nähe von Dortmund. Nach dem Abitur habe ich zunächst eine Bankausbildung absolviert, anschließend an der Universität Münster Volks- und Betriebswirtschaftslehre studiert und meinen Abschluss als Diplom-Kaufmann gemacht. In Münster habe ich auch meine heutige Frau, Christina, kennen gelernt. Nach dem Studium habe ich eine Tätigkeit als Unternehmensberater begonnen. 1999 sind wir aus beruflichen Gründen ins Rheinland gezogen. Seit Ende 2001 wohnen wir in Oberpleis, wo wir uns sehr wohl fühlen. Wir haben eine vierjährige Tochter namens Elisabeth und erwarten für den Januar 2005 unser zweites Kind. Meine Freizeit verbringe ich neben der Presbyteriums- und Gemeindearbeit hauptsächlich mit meiner Familie. Meine Hobbies sind außerdem Fotografie, Literatur und Sport, insbesondere Laufen und Segeln.

Ich stamme aus einer Familie, in der das evangelische Christentum aktiv gelebt wird, und habe mich schon seit meiner Jugend immer am Gemeindeleben beteiligt. Als wir nach Oberpleis gezogen sind, habe ich daher schon früh den Kontakt zur evangelischen Gemeinde gesucht und bin durch die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen, wie z B. der Fastenwoche oder dem Bibelmarathon, schnell mit anderen Gemeindegliedern ins Gespräch gekommen,

Als Unternehmensberater sind Sie gewöhnt; sich ständig auf neue Firmenkonzepte; Sachprobleme und die damit Menschen befaßten einzufassen. Wie war die Eingewöhnungsphase im Presbyterium?
 
Diese Phase ging relativ schnell vonstatten, was wahrscheinlich auch daran lag, dass ich bereits Anfang 2002 Kontakte zur Kirchengemeinde geknüpft habe und daher Pfarrer Schmitz und einige Presbyteriumsmitglieder schon seit einiger Zeit kenne. Vor allen durch meine Mitarbeit im Arbeitskreis zur Erstellung der Gemeindekonzeption habe ich einen guten Einblick in die Strukturen und Abläufe der Gemeinde erhalten. Dies war mir für das Verständnis der Presbyteriumsarbeit sicherlich hilfreich. Ich wurde mit offenen Armen aufgenommen und sofort integriert. Mittlerweile arbeite ich in mehreren Ausschüssen und Arbeitskreisen mit und bin stellvertretender Finanzkirchmeister.
 
Sie haben auch die Gemeindekonzeption mitgestaltet. Diese nun vor: Was sind ihre neuen Schwerpunkte?

Ich bin Mitglied eines durch das Presbyterium neu ins Leben gerufenen Ausschusses, der sich mit der Umsetzung der in der Gemeindekonzeption formulierten Ziele beschäftigt. Unser erstes Projekt war die Präsentation unseres Gemeinde-Leitbildes auf dem letzten Erntedankfest. Diese hat, soweit ich es beurteilen kann, recht guten Anklang gefunden und viele Besucher des Festes zum Nachdenken und Diskutieren über ihre persönlichen Vorstellungen von einer funktionierenden
Gemeinde angeregt.

In der Zukunft möchte ich schwerpunktmäßig dabei mithelfen, die Organisationsstrukturen und Abläufe in unserer Gemeinde in ihren verschiedenen Bereichen wie z. B. Finanzen, Arbeitsorganisation oder Kindergarten auszugestalten und zu verbessern, damit unsere Gemeinde auch in finanziell schwierigen Zeiten ihre Aufgaben wahrnehmen kann. Ich denke, hier kann ich vor allem auch mein berufliches Wissen am besten einbringen.
 
Gibt es Aspekte in der Presbyteriumsarbeit, die Sie gerne ändern möchten oder wo sie der Ansicht sind, dass, wenn möglich, ein neuer gefunden werden müsste?

Die Presbyteriumsarbeit funktioniert meines Erachtens gut. Die Sitzungen sind häufig sehr lang, weil ausgiebig diskutiert wird, aber letztlich immer produktiv. Der Informationsaustausch zwischen dem Presbyterium und den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Gemeinde sollte intensiviert und verstetigt werden, damit dass Presbyterium noch besser auf die Belange der Mitarbeiter eingehen kann und die Identifikation der Mitarbeiter mit der Gemeinde gefördert wird. Im Rahmen der Umsetzung der Gemeindekonzeption wird daran gearbeitet.
 
Haben Sie Wünsche an die Gemeinde in Bezug auf Mitarbeit in bestimmten Teilbereichen? Oder vielleicht auch Anregungen für zukünftige Gruppeneinsätze?

Die Gemeindearbeit in den existierenden Gruppen und Arbeitskreisen funktioniert sehr gut. Zusätzlich würde ich mir wünschen, dass es uns gelingt, in einigen Bereichen auch mal etwas Neues auszuprobieren, z. B. neue Gottesdienstformen, die vielleicht auch solche Menschen ansprechen, die sonst nicht in die Kirche gehen. Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, die Offenheit unserer Gemeinde verstärkt nach außen deutlich zu machen und dadurch viele Menschen anzuregen, sich aktiv am Gemeindeleben zu beteiligen.

„Hast du bei einem Werk den Anfang gut gemacht, das Ende wird gewiss nicht minder glücklich sein", sagt Sophokles.

Wir wünschen Herrn Schasse, dass nicht nur der Anfang gelingt, sondern dass ihm das Ehrenamt des Presbyters die ganze Laufzeit hindurch Freude, Herausforderung und Bestätigung bringt.

Quelle
Reisebericht: Pfarrfamilie (ökumenische Ausgabe) Nummer 5, Dez. 2004; Das Interview führte Irmgard Granitzki
Zur Verfügung gestellt von
Edith Jarzombek / Pfarrarchiv St. Pankratius Oberpleis
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Evangelische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 3 (ab 2001)
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