Aufnahme: 2004
Besichtigungsfahrten des Montagstreffs
R. Abfahrt war am 17. Februar 2004. Um 9.55 Uhr fuhr der Bus vom Pfarrheim in Richtung Uthweiler, um die restlichen Fahrgäste aufzunehmen. Der Bus war vollbesetzt und fuhr über Landstraßen nach Vettelschoss. Hier befindet sich von der Firma Birkenstock die Versandabteilung. Von 2 Führern wurde man empfangen und in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Führung ging durch die 160 m lange Halle. Beschäftigte waren kaum zu sehen, da alles automatisiert ist. Förderbänder bringen die Pakete dorthin, wo sie gebraucht werden. Eine Arbeiterin nahm einen Schuhkarton, beklebte diesen mit einem Aufkleber-Code, öffnete den Karton, klebte einen Zettel auf die Innenseite - Inhaltsverzeichnis -, und legte dann den Karton auf ein Förderband. Nun brachte das Förderband den Karton entweder in das Hochregallager oder der Karton wurde an die bestimmten Stellen geleitet, um mit den auf dem Inhaltsverzeichnis angegebenen Schuhen bepackt zu werden. An einer Kontrollstelle wurde der Inhalt nochmals überprüft, und es ging auf dem Förderband weiter in Richtung Verpackungsmaschine. Hier wurde automatisch der Karton mit Klebeband verschlossen und war nun fertig für den Versand. Die Kartons werden auf Paletten gestapelt und von der Post direkt abgeholt. An den Förderbänder befinden sich Sensoren, die den Code ablesen und das Paket wird an die richtige Stelle hingeleitet. Ca. 45000 Paar Schuhe verlassen täglich das Lagerhaus. Im Versandgebäude sind ca. 180 bis 220 Mitarbeiter beschäftigt.
Nach der Besichtigung der fast vollautomatischen Versandhalle der Fa. Birkenstock fuhr man zur Brauerei Steffens und nahm dort in der Steffens Brauerei-Schänke das Mittagessen ein. Nach dem Mittagessen stand die Besichtigung der Brauerei auf dem Programm. In zwei Gruppen wurde man aufgeteilt. Unter der Führung eines Braumeisters bekam man die Braukunst erklärt. Aus Korn und Hopfen werden in 8 Stunden 48000 Liter Maische hergestellt. Später wird die Maische mit Hefe vermischt und auf ca. 60 Grad erhitzt, anschließend in große Vorratsbottiche abgefüllt und langsam abgekühlt. Nach weiteren 6 Tagen Lagerung wird das Bier durch Filter gereinigt und in große Fässer abgefüllt. Die Fa. Steffens stellt insgesamt 8 Sorten Bier her. Nachdem die zweite Gruppe die Brauerei besichtigt hatte, wurde die Fahrt fortgesetzt. In Bruchhausen wurde die Wallfahrtskirche besichtigt. Danach ging die Fahrt nach Aegidienberg zum Café Wolf. Ein Plauderstündchen bei Kaffee und Kuchen wurde hier eingelegt. Gegen 17.30 Uhr kam der Montagstreff wieder am Ausgangspunkt an.
Fahrt zum Tagebau nach Garzweiler
R. Der Montagstreff fuhr am 16. März 2004 zum Tagebau nach Garzweiler. Um 7.25 Uhr fuhr der Bus ab Pfarrheim in Richtung Uthweiler, um dort die restlichen Teilnehmer aufzunehmen. Der Busfahrer hatte die richtige Fahrstrecke ausgewählt, um die morgendlichen Staus zu umfahren. So fuhr man über Bonn Bornheim auf die A 61, um einem Stau bei Köln auszuweichen. Pünktlich kam man am Informationscenter in Garzweiler an. Eine Führerin nahm die Gruppe gleich in Empfang und führte in das Informationszentrum. Hier wurde man an einer Karte und einem Relief an den Tagebau herangeführt. Die rheinische Braunkohle ist über Jahrmillionen aus mächtigen Torfschichten entstanden, also aus abgestorbenen Pflanzen, den Überresten einer tertiären, subtropischen Vegetation. Urzeitliche Flüsse und das immer wieder vordringende Nordmeer überlagerten die Torfschichten mit gewaltigen Kies- und Sandmassen. Wer an die Kohle herankommen möchte, muss also zunächst diese Schichten, die der Bergmann Abraum nennt, abtragen. Dies ist wegen der lockeren Erdschichten nur im Tagebau möglich.
Die RWE Power gewinnt aus den drei Tagebauen Garzweiler, Harnbach und Inden jährlich bis zu 100 Millionen Tonnen Braunkohle. Rund 90 Prozent der Braunkohle werden zur Stromerzeugung in den rheinischen Kraftwerken von RWE Power eingesetzt und sichern 15 Prozent der allgemeinen deutschen Stromversorgung, ohne auf Subventionen angewiesen zu sein. RWE Power produziert im Rheinland feste Brennstoffe, wie Briketts, Braunkohlenstaub und Braunkohlenkoks. Tagebau, Kraftwerke und Fabriken bieten langfristig mehr als 10.000 sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze. Bei der sich anschließenden Fahrt durch die Grube bekam man erst den richtigen Durchblick. An der Verladestation wird in einer Minute ein Waggon mit Abraum oder mit Kohle beladen. Die Abraumzüge haben 10 Waggons und die Kohle deren 14 Waggons. Der Abraum oder die Kohle wird über Förderbänder zur Verladestation transportiert. Die Gesamtlänge der Förderbänder beträgt 77 Kilometer. Die Förderbänder laufen mit einer Geschwindigkeit von 27 km/h. Auch hatte man die Gelegenheit, einen in Reparatur befindlichen Bagger anzuschauen, denn die Bagger werden in der Grube repariert.
Für den Ab- und Aufbau eines Baggers benötigt man 5 Jahre. Der Anstrich benötigt 4 t Farbe und ein Bagger wird von 5 qualifizierten Personen bedient. Die Schaufelradgröße liegt bei 21,6 m, er hat eine Höhe von 96 m, eine Länge von 240 m und ist ca.13500 t schwer. Auch gibt es in der Grube Zwischenlager, wo man die Kohle hintransportiert, um sich eine Reserve zu schaffen. Die Führerin holte ein Stück Braunkohle, und die Teilnehmer konnten erkennen, dass die Braunkohle aus Pflanzen entstanden ist. Anschließend fuhr der Montagstreff durch die rekultivierten Landschaften mit den neu entstandenen - alten - Gemeinden. Ca. 60 % werden für die Landwirtschaft und 40 % als Wald rekultiviert. Der Mensch kann hier nur eine Starthilfe geben, die wesentliche Arbeit leistet die Natur selbst. Zum Mittagessen fuhr man zum Schloss Pfaffenhofen. Nach dem guten Mittagessen ging es weiter nach Bergheim. In der Fussgängerzone entdeckten viele Teilnehmer, was sie noch nicht hatten. Bei einem Eis oder Kaffee ging der schöne Tag zu Ende. Gegen 17.30 Uhr war man wieder in Oberpleis.
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