Aufnahme: 2003
Jugendfreizeit der evangel. Kirchengemeinde - Sit-on-top zu Wasser und zu Berg
Am Montag der vorletzten Sommerferienwoche ging es für sieben Mädchen und vier Jungen und natürlich unserer Leiterin Christa Schmitz schon früh in Richtung Lenggries bei München los zur Jugendfreizeit der Ev. Kirchengemeinde. Nach der Fahrt von über 8 Stunden und ein paar Stops bei Fastfood-Ketten kamen wir endlich in dem kleinen Städtchen Lenggries an. Dort wurden wir auch direkt von der Herbergsmutter in Empfang genommen und über das Motto der Jugendherberge aufgeklärt: „Lächele in die Welt und die Welt lächelt zurück!' „Na ja, jedem das seine!" dachten da schon einige, und auch die anderen Schulklassen aus Berlin und Lübeck guckten skeptisch.
Nun konnten wir endlich auf unsere Zimmer und auspacken. Die einen marschieren sofort in den Ort, die bayerische Wirtschaft anzukurbeln (Vorräte kaufen und hamstern), die anderen versuchten, die Betten zu testen, was aber an dem Türenzuschlagen der kleinen überzuckerten Kinder scheiterte, die ebenfalls im Haus untergebracht waren. Schließlich fand aber doch jeder seinen Schlaf. Das war auch gut so, denn am nächsten Morgen ging es schon um 7.30 Uhr raus für uns! Für Ferienverhältnisse doch etwas früh... Aber nach einem ausgiebigen Frühstück fühlten sich alle gestärkt für den anstrengenden Tag, an dem eine Rafting-Tour angesagt war. Als wir dann alle in engen Neoprenanzügen steckten, ging's endlich los auf das reißende Wasser der Isar. Am dritten Tag stand eine „Sit-on-top"-Kajak-Tour auf dem Programm. Das sind Kajaks, in denen man nicht drin sitzt, sondern oben wie der Name schon verrät. Wesentlich bequemer, bei 7 Stunden Fahrt!
Nach einer kleinen Einführung in die Künste des Lenkens eines Kajaks durften wir uns unter Anweisung unserer Begleiter in die Fluten stürzen. Nach kleinen Unfällen, bei denen Leute ins Wasser „fielen", ein wenig Armschmerzen, aber stolz über die Leistung, kamen wir nachmittags wieder am Ufer an.
Am Donnerstag gab es eine kleine Tour durch München zur Frauenkirche, vorbei an berühmten Denkmälern, und dazu gab es Erläuterungen, damit wir auch die Hintergründe erfuhren. Gegen Nachmittag besuchten wir noch das Deutsche Museum und fuhren mit dem Zug zurück, um uns für die bevorstehende Nachtwanderung noch auszuruhen. Um 16,00 Uhr kletterten wir zum Fuß des Berges hinter der Herberge. Dies entpuppte sich im Laufe der Zeit als sehr anstrengend, da der Weg steil und steinig war. Als schließlich alle oben außer Puste, aber mal wieder stolz auf ihre Überwindung ankamen, wurde es auch schon dunkel, und wir zündeten die fünf Öllampen an. Wir genossen den Blick über Lenggries und den Sternenhimmel und dachten an die armen Zuhausegebliebenen. Wir machten uns an den Abstieg, doch der wurde bald zum ungewissen Tritt ins Dunkle, da alle bis auf eine Öllampe ihren Geist aufgaben. Perfekte Vorbereitung von der Herberge! Okay, wir wollen uns nicht beschweren, weil wir ja doch noch alle leben, und es war keine schöne Erfahrung, einen steilen, rutschigen und steinigen Pfad herunterzutapsen, immer in der Angst, man könnte ausrutschen und den Vordermann mit in die Tiefe reißen!
Am letzten Tag konnten wir mal so richtig ausschlafen (die hyperaktiven Kinder waren inzwischen abgereist) weil wir an diesem Tag nur vorhatten, den Heim-Berg zu besteigen, oder besser gesagt mit der Seilbahn zu befahren. Aber wir stiegen das letzte Stückchen zum Restaurant hinauf, wo wir hausgemachten Apfelstrudel genossen, während uns die Sonne ins Gesicht schien und wir von einer traumhaften Aussicht umgeben waren. Nach dieser Idylle fuhren wir wieder hinab, um noch in einem Biergarten Halt zu machen und anschließend Minigolf zu spielen. Am späten Nachmittag gab es eine Feuerwehrübung, bei der alle evakuiert und „Opfer" herausgetragen wurden. Als das Haus endlich gelöscht war, durften wir wieder rein, und die Feuerwehrmänner setzten sich über das Alkoholverbot hinweg. Abends wurde dann noch schnell gepackt, gespielt und die ganz Harten lasen sich gegenseitig Foto-Love-Stories vor. Endlich hatten wir den Tischkicker für uns und lieferten uns ein
spannendes Match.
Samstagmorgen nahmen wir Abschied von dem schönen Örtchen. Wir kamen aber erst mit 1 ½ h Stunden Verspätung zu Hause an — dank des IC der Deutschen Bahn. Tja, also nächstes Jahr fahren wir nach Holland, weil da die Bahn irgendwie schneller ist, obwohl der sonnige Süden schon toll war..
Regine Oettershagen
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