Aufnahme: 2003

100 Jahre Konstantiahaus in Oberpleis - Ein Blick in die Geschichte - von Günther Steeg

Der Name „Konstantia" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Die Beständige". Bestand hat das Haus St. Konstantia in Oberpleis, auch wenn es im laufe des Jahrhunderts unterschiedliche sozial-karitative Zwecke erfüllte. Immer waren es die Olpener Franziskanerinnen, die dort wirkten und deren fortwährende und unerschrockene Zuwendung zum Nächsten die Gemeinde prägte. Die Zeit brachte immer neue Herausforderungen, aber die Schwestern reagierten auf jeden Wandel. Und so gehört das St.-Kontantia-Haus schon lange zum festen Bestandteil von Oberpleis.

Seit 100 Jahren ist das Haus für die Bürger da. Seit einigen Jahren setzt die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskaner zu Olpe einen Schwerpunkt im Bereich der Altenhilfe und reagiert damit im Sinne der Ordensgründerin Mutter Theresia Bonzel auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die aktuelle Altersentwicklung, die steigende Zahl der Schwer­ und Schwerstpflegebedürftigen und die gleichzeitige Forderung der Menschen nach größtmöglicher Selbstständigkeit zeigen die Notwendigkeit eines erweiterten Engagements im Altenhilfebereich auf.
      
Seit einigen Jahren haben auch die älteren Ordensschwestern im Konstantiahaus einen festen Platz gefunden. Im Anbau, dem Theresia-Bonzel-Haus, und der hauseigenen Kapelle nach Plänen des Architekten Josef Happ wurden 48 Plätze für die Schwestern geschaffen. Im Anschluss an dieses Projekt entstanden durch den Umbau des St. Konstantiahauses 27 weitere Plätze für alte und pflegebedürftige Menschen, sodass insgesamt 75 Betten zur Verfügung stehen.

Im Sommer 1991 begannen die Sanierung und Erweiterung des Hauses. 1994 konnte der Umbau abgeschlossen werden. Die Baukosten betrugen zehn Millionen DM. 75 Einzel- und Doppelbetten für rüstige bis pflegebedürftige Senioren sowie drei Kurzeitpflegeplätze für Urlaubsgäste stehen heute zur Verfügung. Die Erweiterung der Cafeteria hat zu einer weiteren Attraktivitätssteigerung des modernen Altenheimes geführt. Baubeginn der Cafeteria war im November 2000. Im Juni 2001 war der Anbau mit einer Fläche von 92 qm und einem Bruttorauminhalt von 374 cbm fertiggestellt. Kosten: 300000 DM.

Aber nicht nur das Äußere der ehemaligen Villa Konstantia hat sich gewandelt, auch die Arbeit der dort Wirkenden hat sich stets den Anforderungen der Zeit angepasst. So konnten Christoph Lange und Elisabeth Range im Oktober 2001 ebenso wie Schwester Veronika Fricke vom Verenenhof TÜV-Zertifikate entgegennehmen, die ihnen bescheinigen, dass sie ein Qualitätsmanagement-System erfolgreich aufgebaut haben. Weil die Schwestern nur über geringe finanzielle Mittel verfügten, versorgten sie sich über mehrere Jahrzehnte hinweg selbst, indem sie einen sehr großen Obst- und Gemüsegarten betrieben und Tiere für den Eigenbedarf hielten.

Wichtig war das ehemalige Krankenhaus im Konstantiahaus nicht nur für die Oberpleiser Patienten, sondern es bot auch Arbeitsplätze für die Bevölkerung. Das Krankenhaus wurde seinerzeit um eine geburtshilfliche Abteilung ergänzt. Allerdings beschäftigte das Haus keine eigene Hebamme. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Einrichtung von Bomben zerstört. Sie wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Nach der Zeit des Krankenhauses wurde das Gebäude in ein Müttererholungsheim umgebaut. Von 1953 bis 1970, so die Chronik, wurden jährlich bis zu 900 Frauen betreut, darunter auch sogenannte „Trümmerfrauen", aber auch Witwen und sozial schwache Mütter. Danach wurde das Kontantiahaus zu einem Altenheim umgewidmet und kam den Bedürfnissen der älter werdenden Oberpleiser Bevölkerung entgegen.

Im Rahmen der 100-Jahrfeier des St.-Konstantia-Hauses wurde in den Grünanlagen der Franziskus-Brunnen am Theresia-Bonzel-Haus eingeweiht. Dabei sang der Schedrik-Jugendchor aus Oberpleis.

Die Ordensschwestern sind aus dem Haus nicht mehr wegzudenken. Acht Franziskanerinnen gehören zum tätigen Konvent und 26 zum ruhenden Konvent. Ein Trakt des Konstantiahauses wurde nach der Gründerin des Ordens vor 140 Jahren benannt: Regina Christina Wilhelmine Bonze!, die am 17. September 1830 das Licht der Welt erblickte. 1863 gründete sie die Kongregation der "Armen Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung". Als Ordensschwester nahm sie den Namen „Maria Theresia vom Heiligen Sakrament" an. Von 1865 bis zu ihrem Tode am 6. Februar 1905 war sie Generaloberin.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 22 vom 28.05.2003; Bericht: Günther Steeg; Fotograf unbekannt
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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