Aufnahme: 1900

"Kennsde att et Piefeleedche?"

Ein neuer Besucher bei Engelbert Zens in Bellinghausen vor hundert Jahren musste diese seine Lieblingsfrage wohl verneinen, worauf der begeisterte Pfeifenraucher nur gewartet hatte und dann das Pfeifenlied, die Hymne des damaligen Pfeifenraucherclubs Grengelsbitze/Thomasberg, zum Besten gab: "Nä, kennsde nit? Dann well ich et ens sije* sahre:

Pfeifchen, wer hat dich erfunden,
wem verdankst du dein Entstehn?
Sein Nam' ist längst verschwunden,
ei, sag', warum, ei, sag', warum ist das geschehn?

Komm ich abends spät nach Hause,
wenn die Tür verschlossen ist,
ei, so nehm ich meine Pfeif' und rauche,
ja, bis die Tür, ja, bis die Tür geöffnet ist.

Lieg' ich einst im tiefen Grabe,
und mich deckt die kühle Erde zu,
so nehmet meine Pfeif' und rauchet,
ja, erst dann, ja, erst dann hab' ich meine Ruh!"

*Aussprache dieses - übrigens im Kölner Dialekt nicht vorhandenen - Adverbs, das soviel bedeutet wie schnell, flugs: wie das hochdeutsche "Sie", das e dabei hörbar, im Klang wie in dem Wort "Sage".

Quelle
nach mündlicher Mitteilung von Gretchen Weiler (Text) und Walter Weber (Melodie), Thomasberg Engelbert Zens mit Pfeife - Pfeifenraucherclub Grengelsbitze/Thomasberg
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