Eröffnung des Geschichtshäuschens am Düfelsarsch

Abgebildete Personen

Aufnahme: 2002

Eröffnung des Geschichtshäuschens am Düfelsarsch

mn. Seit dem 29. November 2002 verfügt Bockeroth über einen neuen Anziehungspunkt: Das Geschichts-häuschen am Düfelsarsch. Dank der Initiative von Helga und Hans Weber kann man einen Spaziergang — unter kundiger Leitung der von Sammelleidenschaft getragenen Initiatoren — durch die Arbeits- und Spielewelt der letzten 100 Jahre unternehmen. Im Haus Winterscheidt, den Urgroßeltern des heutigen Besitzers, in der Bockerother Straße 67 haben die Beiden Arbeitsgeräte, Hausrat, Puppen und Spielzeug zusammengetragen, die sie z. T. ererbt oder aber auf Flohmärkten, aus dem Sperrmüll und bei Händlern gefunden haben. Die landwirt-schaftlichen Geräte stammen zum großen Teil aus dem Haus, das nach der vorliegenden Kaufurkunde im Jahr 1874 in den Besitz der Familie Winterscheidt überging.

Vielfältig wurde es im Laufe der Zeit genutzt: als Backhaus, als Rübenhaus und als Waschküche. Zum großen Hobby von Hannelore Weber gehört das Restaurieren der zahllosen Puppen, die ausgestellt sind. Sie legt Wert darauf, die Puppen in den ursprünglichen Zustand zu bringen und auch deren Bekleidung muß diesem Kriterium entsprechen. Daneben findet man Puppenstuben, die ebenfalls Schicht für Schicht wieder in den einstigen Ursprungszustand versetzt wurden. Handarbeiten jeglicher Art sind ausgestellt und Utensilien zur Hausarbeit sind neben alten Reklametafeln ebenso zu finden, wie Nachkriegs-Gebrauchsgegenstände, die z. B. aus Geschoss-hülsen hergestellt wurden. Eine Geige, die nachweislich bei den Stieldorfer Passionsspielen benutzt wurde, findet sich neben einem handsignierten Musikbuch von Willi Ostermann.

Hannelore Weber, die in Schlesien geboren wurde, im Krieg nach Sachsen kam und dann in den Westen der Republik flüchtete, sieht den Ursprung ihrer Sammelfreude in diesem Ursprung und den zeitlichen Gegebenheiten. Sie freut sich an der Unterstützung durch ihren Mann, denn nur gemeinsam ließ sich das Projekt "Geschichtshäuschen" ausführen. Nach der Wende stellte sie viele Verbindungen in die neuen Bundesländer her, wo sie viele der Ausstellungsstücke noch günstig erwerben konnte. Es fällt schwer, das "Highlight" der alten Schönheiten zu küren, aber das kann jeder Besucher für sich entscheiden, wenn er sonntags oder dienstags von 14.00 bis 18.00 Uhr gegen eine Eintrittsgebühr von zwei Euro im Geschichtshäuschen Umschau hält. Besuchstermine lassen sich auch unter 02244-1709 telefonisch vereinbaren.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 51/52 vom 19.12.2002; Foto und Text: Majunke-Noll
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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