Aufnahme: 2001
Mitglieder der Bürgerinitiative vor dem Bebauungsplan
"Bürgerinitiative gegen geplante Verkehrsanbindung
mn. Seit Jahren gab es Ideen zu einem Neubaugebiet für etwa 100 Wohnhäusern auf einem Areal von 6,5 Hektar in Berghausen. Als Bebauungsplan 60/ 6, Berghausen südwestlicher Bereich, wurde er als eine der letzten Initiativen von Altbürgermeister Herbert Krämer auf allgemeinen Wunsch hin von den zuständigen Gremien abgesegnet und damit rechtskräftig. Vorgestellt wurde er den Berghausener Bürgern dann im letzten Jahr beim sogenannten Brunnengespräch, und plötzlich war die Welt nicht mehr in Ordnung.
Die Verkehrsanbindung im Bebauungsplan war in einem entscheidenden Punkt anders als die betroffenen Bürger vorher angenommen hatten. Entgegen früheren Planungen wurde nun nicht mehr der Wirtschaftsweg vor dem eigentlichen Ortskern Berghausens als Zufahrt ausgewiesen, sondern eine schleifenförmige Zuleitung, die durch das Ortszentrum führt. Die bestehenden Straßen Goldbergweg, Wiesenweg und Im Broich sollten hierfür teilweise erheblich verbreitert werden. Dennoch - so die Vertreter der Bürgerinitiative - würden die kritischen Einmündungspunkte an der Berghausener Straße aufgrund der derzeitigen Bebauung nicht angemessen erweitert werden können.
So kämen auf die Anwohner nicht nur ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, Staus und unfallträchtige Situationen zu, sie würden für die Erweiterung der Straßen auch erheblich finanziell belastet werden. Ein Mitglied des Vorstandes der Bürgerinitiative, Walter Lanzrath, sieht je nach Grundstücksgröße Kosten von bis zu 50000 DM auf einzelne Anwohner zukommen. Martina Lanzrath, ein weiteres Vorstandsmitglied, betonte: 'Wir sind nicht gegen das Neubaugebiet, wir wollen nur eine sinnvolle Straßenführung'. Über 100 Bürger haben sich in der Initiative zusammengeschlossen und bereits im Herbst 2000 einen Bürgerantrag mit 104 Unterschriften gestellt. Der wurde im Fachausschuss nicht weiter erörtert, da der Bebauungsplan zu diesem Zeitpunkt bereits rechtskräftig war und die Einwände zu spät erhoben wurden.
Auch ein Gespräch mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Hubert Kofferath, brachte neben Verständnis für das Anliegen der Bürgerinitiative nur den Hinweis auf die aktuelle Beschlusslage. Nach anfänglichen Terminschwierigkeiten wird es nun ein Gespräch mit Bürgermeister Peter Wirtz geben, auf das die Initiative große Hoffnung setzt. Ebenso wartet man auf das Ergebnis eines Normenkontrollverfahrens beim Oberverwaltungsgericht, das von einer Klägergemeinschaft im November 1999 angestrengt wurde. Für den 12. März ist ein Ortstermin angesetzt, und die Verhandlung wird am 11. Mai stattfinden. Die Bürgerinitiative wird die aus acht Bürgern bestehende Klägergemeinschaft unterstützen."
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.