Aufnahme: 2018

Mem Blauch et Dörrep èraff / mit der Walze die Dorfstraße hinab

Oberpleiser Mundartwörterbuch mit Suchfunktion und "Übersetzung Hochdeutsch in Platt" 

Eine Sammlung von Wörtern und Texten des Oberpleiser Siebengebirgs-Dialektes.

Durch Eingabe eines beliebigen Hochdeutschen oder in "Platt" geschriebenen Wortes, einer Silbe oder auch nur eines kleinen Wortteils im Übersetzungsprogramm (siehe Link unten) erscheint die entsprechende Dialekt-Wortschöpfung, soweit sie in der gespeicherten Dialektwörtersammlung verzeichnet ist.

Besonderheiten der Schreibweise und der Aussprache

Bei der Schreibweise der verwendeten und aufgezeichneten Wörter habe ich mich davon leiten lassen, diese so niederzulegen, wie sie phonetisch in meinem Ohr angekommen sind, bzw. wie ich sie noch aus meinem Elternhaus der 40-er Jahre her in Erinnerung habe.
Bewusst habe ich mich bei der Schreibweise der Dialektwörter ausschließlich der Normal-Buchstaben des Hochdeutschen Alphabetes bedient, wodurch dann manche Wörter etwas ungewohnt geschrieben erscheinen mögen, aber sie geben so - Buchstabe für Buchstabe gelesen - den Ton unserer Heimatsprache - wie ich meine - annähernd zutreffend wider. Auch wenn es mir widerstrebt, komme ich doch nicht umhin, einige wenige die Phonetik verdeutlichende Zeichen zu verwenden und somit einige wenige Akzent- und Betonungszeichen anzuwenden sowie einige wenige Leseregeln aufzustellen:

a) Der Buchstabe "e" in unserem Platt ist fast immer der kurz gesprochene, aus der Kehle hervorgestoßene Laut.

b) Wörter, die im Platt wie "ä" klingen, sind im Gegensatz zum Hochdeutschen auch immer wie "ä" geschrieben.

c) Im Rheinischen Dialekt, also auch im Oberpleiser Platt, gibt es einen Buchstaben, der im Hochdeutschen in dieser ausgeprägten Form und seiner unterschiedlichen Aussprache und Bedeutung so nicht verwendet wird und zwar meine ich den phonetisch zwischen „0" und "U" anzusiedelnden, als offenes „0" bezeichneten Buchstaben, der in der Dialektaussprache der bekannten Worte  „0oche“ (Aachen) und  „ööchener Pittjupp“ vorkommt und vom üblichen "O" wie im Hochdeutschen Wort "Ostern" oder „österlich" abweicht. Dieses sogenannte offene „0" und „Ö“ habe ich jeweils durch Unterstreichung kenntlich gemacht, damit diese Worte richtig ausgesprochen werden und ihr Sinn verstanden werden kann. Man muss ja schließlich die Trööt (Jauche) von der Trööt (Trompete) wie auch den Broode (Bruder) vom Broode (Braten)  hörbar unterscheiden können.

d) Um dem singenden Klang unseres „Platt" gerecht zu werden, der davon geprägt ist, entgegen der im Hochdeutschen meist gleichtönenden Aussprache, bestimmte Buchstaben - vornehmlich Selbstlaute - einen halben Ton höher auszusprechen als die übrigen Wortteile, habe ich diese Buchstaben manchmal schräg (kursiv) geschrieben Bespiele: affriiße - abreißen oder  "Di-e" - Tier Man muß ja schließlich die "Mue" - Mauer von einer Mue - Möhre unterscheiden können. (Op de Mue lich en Mue. - Auf der Mauer liegt eine Möhre -)

e) Der Buchstabe „u" wird in einigen wenigen vorkommenden Worten unseres Dialektes kurz ausgesprochen, sodass dieses einer besonderen Beachtung bedarf: Soweit die Kurzaussprache nicht durch einen folgenden Doppel Umlaut (z.B. Fummel oder Dussel) deutlich gemacht ist, habe ich z.B. bei den Wörtern „Bùch" (Hochdeutsch Bauch), jebruch (gebraucht) oder ..en de Jùch jare. (erschrecken) Akzentzeichen gesetzt, um dies herauszustellen. Wörter mit lang gesprochenem „u“ sind überwiegend mit Doppel-u (uu) oder (uh) geschrieben.

f) Die Hochdeutsche Buchstabenfolge "ie" (für langgezogenes "i" ist als " Doppel-i" (ii) ausgeführt. Die Buchstabenfolge "i-e" ist im Dialekt immer getrennt geschrieben und zu lesen (z.B. datt Di-e = das Tier), was auch auf die Buchstabenfolge "ae, ue und oe" zutrifft.

g) Der Buchstabe "R" ist möglichst vermieden, er wird besonders bei Endungen entweder weggelassen (z.B. im Wort "wedde" = wieder) oder innerhalb eines Wortes durch Laute, die wie "e" oder "ä" klingen ersetzt (z.B. in den Worten Pferd = Peäd, Wert = Weät, Örtchen (kleiner Ort), der wie Öätche geschrieben und ausgesprochen ist.

h) Den Buchstaben '"V" findet man vorwiegend als "F".

Bitte beachten, dass es in einigen Orten zu einigen Dialektwörtern Abweichungen in Schreibweise und Aussprache und auch der Formulierung gibt, insbesondere in von den Bewohnern der Rheinschiene und vom moselfränkisch beeinflussten Gebieten.

Zur Verfügung gestellt von
Paul Winterscheidt: Text; Georg Verweyen: Programm Zum Übersetzungsprogramm
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