Aufnahme: 1926
Null Einwohner, aber ein offizielles Ortsschild
Margarethenhöhe, Kappesbungert, Hünscheiderhof – drei Ortsteile von Königswinter, die eins gemeinsam haben: Sie haben alle keine Einwohner mehr, tauchen aber dennoch in der offiziellen Einwohnerstatistik der Stadt Königswinter auf. Auf die Idee, die viel frequentierte Margarethenhöhe als „Lost Place“ zu bezeichnen, auch wenn dort seit Ende 2024 niemand mehr einen dauerhaften Wohnsitz angemeldet hat, würde aber wohl keiner kommen. Und auch Hünscheiderhof, einem vermutlich aus dem Jahr 1794 stammenden Hof am Ortsrand von Oberpleis, der heute unmittelbar an eine Autowerkstatt im Gewerbegebiet an der Humboldtstraße grenzt; er scheint angesichts eines geparkten Autos nicht völlig verlassen.
Kappesbungert indes ist ein echtes Geisterdorf. Und zwar eines mit eigenem Ortsschild, genauer gesagt einer „Ortshinweistafel“, wie die grünen Schilder genannt werden.
Letzter Dorfbewohner starb vor 34 Jahren
Kappesbungert liegt an einer schmalen Straße unterhalb von Sassenberg. Idyllisch ist es hier: Der Blick schweift über Wiesen und Felder und ein kleines Tal. In der Ferne sind die ersten Häuserreihen von Eudenbach zu sehen. Viel Natur, ansonsten regt sich hier an diesem sonnigen Nachmittag rein gar nichts. Eine Behausung? Fehlanzeige – zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick entdeckt man Kappesbungert oder besser gesagt, das, was davon übrig geblieben ist, zwischen Bäumen, Sträuchern und viel Gestrüpp auf einer Weide: eine traurige Ruine aus ein paar stehengebliebenen Außenmauern, hinter denen irgendjemand Kloschüsseln aus Porzellan entsorgt hat.
Der letzte Dorfbewohner wird es wahrscheinlich nicht gewesen sein. Der soll nämlich schon vor 34 Jahren spätabends von einem Auto überfahren worden sein, so wird es im benachbarten Sassenberg erzählt. Die Geschichte des Ortes ist damit anscheinend abrupt zu Ende gegangen – dabei hätte Kappesbungert in zwei Jahren 300-jähriges Bestehen feiern können. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort nämlich bereits im Jahr 1728. Laut dem Verein für Heimat- und Brauchtumspflege „Oberhau aktuell“ soll 1809 eine Familie Weber dann dort ein Haus mit Brunnen, Backes und – man beachte – Außenklo dort gebaut haben.
Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger - siehe Link unten.
Das Einzugsgebiet des virtuellen Museums Oberpleis
Die Ortschaften, deren Leben und Geschichte unser Oberpleiser virtuelles Museum dokumentiert, sind in der obigen Karte benannt. Sie bilden das östliche Stadtgebiet von Königswinter. Seine westliche Grenze ist die Autobahn A3.
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