Aufnahme: 1990
Umweltschutzpreis für Familie Bäßgen
Am Umweltschutztag wurde dem landwirtschaftlichen Betrieb Bäßgen (Wahlfelder Hof) der Umweltpreis der Landwirtschaftskammer Rheinland verliehen. Damit wurden besondere Leistungen für den Umweltschutz in Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft ausgezeichnet. Der Preis besteht aus 2 000 DM, einer Kristallvase und einer Urkunde. Die Überreichung nahm der Vizepräsident Wilhelm Lieven vor. Den Preis nahmen Felix-Peter Bäßgen und seine Frau Doris entgegen. Felix-Peter Bäßgen und sein Vater Felix hatten schon frühzeitig ein waches Auge für Umweltprobleme. Sie sahen, dass die schluffigen Böden bei starken Regenfällen durch Abschwemmung, insbesondere beim Maisanbau, gefährdet sind. Seit 15 Jahren führen die Bäßgens in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Versuche durch und haben dabei die gewonnenen Erkenntnisse konsequent verwirklicht.
Dabei ließ sich die Bäßgens auch nicht von Rückschlägen entmutigen. Lieven: ‚Es gibt wohl wenige Landwirte, die so experimentierfreudig sind wie Felix-Peter Bäßgen. 'Inzwischen sind die Verfahren so ausgereift, dass ein flächendeckender Erosionsschutz auf der gesamten Maisfläche erfolgt. Neben den Erosionsschutzstreifen, die drei Meter breit sind und alle 50 Meter angelegt werden, wird Weidelgras zwischen den Maisreihen eingesät. Hierzu kommt eine verringerte Herbizid Anwendung durch Bandspritzung. Der Erosionsschutz im Ackerbau hat die Zielsetzung, einerseits den wertvollen Boden und die darin enthaltenen Pflanzennährstoffe vor Abschwemmung und damit vor Verlusten zu schützen und zugleich das Eindringen dieser Nährstoffe in die Gewässer zu verhindern. Die Familie Bäßgen beteiligt sich auch am Ackerrandstreifenprogramm des Rhein-Sieg-Kreises. Die Familie Felix-Peter und Doris Bäßgen haben sich auch zum Ziel gesetzt, alte Obstbäume in Weideflächen zu pflegen. Sie haben zudem ihr Gehöft überwiegend mit einheimischen Gehölzen eingegrünt.
Felix-Peter Bäßgen ist Mitglied der Fördergemeinschaft ‚Integrierter Pflanzenbau‘. Im Rahmen des Projektes ‚Landwirtschaft zum Anfassen‘, das die Fördergemeinschaft, der Rheinische Landwirtschaftsverband und die Landwirtschaftskammer gemeinsam betreiben, zeigt er interessierten Gruppen seinen Betrieb und trägt so dazu bei, in der Öffentlichkeit das Verständnis für die Probleme des Berufsstandes zu fördern. Sein Betrieb wird von zahlreichen Besuchergruppen besichtigt. Zu erwähnen ist auch, dass Felix-Peter Bäßgen neben der Bewirtschaftung seines Betriebes die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Königswinter leitet und auch dort mit vielfältigen Problemen des Umweltschutzes in Berührung kommt. Die Glückwünsche des verhinderten zuständigen Ministers überbrachte Ministerialdirigent Prof. Dr. Gisbert Vogel vom Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft. Er überreichte ein Buchgeschenk und ein Bild des Ministers. Für den Rhein-Sieg-Kreis gratulierte Landrat Dr. Franz Möller. Er betonte, dass sich der Betrieb nun in der dritten Generation schon in der Familie befindet. Ein Wappen des Rhein-Sieg-Kreises wird nun ein Zimmer des bäuerlichen Anwesens zieren. Die Familie Bäßgen gehört zu den wenigen Landwirten, die nicht nur produzieren, sondern auch die wunderschöne Gegend in Ordnung halten, betonte Bürgermeister Günter Hank in seiner Glückwunschrede.
Die Stadt sei stolz auf die Familie Bäßgen, der Vater sei seit vielen Jahren Mitglied im Rat und ein Sohn der Familie Bäßgen werde dafür sorgen, dass der Wahlfelder Hof noch viele Jahrzehnte bestehe. Hank überreichte als Geschenk ein süffiges Produkt aus der Stadt. Die Überreichung des Umweltschutzpreises fand vor Ort statt. Der Umweltpreis der Landwirtschaftskammer wurde gestiftet, um besondere Leistungen für den Umweltschutz in Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft auszuzeichnen, aber auch um Umweltprobleme und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Für den Umweltpreis 1990 erhielt die Landwirtschaftskammer acht Vorschläge. Aus diesen Vorschlägen hat der Hauptausschuss entsprechend dem Vorschlag der Bewertungskommission den Betrieb der Eheleute Bäßgen ausgewählt. Seit 1961 befindet sich der Landwirtschaftsbetrieb in Wahlfeld, er wurde aus der engen Dorfslage von Oberpleis ausgesiedelt. Damals umfasste der Betrieb 16,7 Hektar. Inzwischen ist er auf 106 Hektar angewachsen. Auf 20 Hektar wird Mais angebaut. Dinkel-Korn wird auf zehn Hektar gezüchtet. Angepflanzt auf sechs Hektar wird Winterweizen. Auf 70 Hektar verteilt sich das Grünland. 76 Milchkühe und 68 Stück Rindvieh leben zurzeit auf dem Wahlfelder Hof."
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