Aufnahme: 1988 (Bericht)

Der Bellinghauserhof bei Oberpleis, Stammsitz der Familie Bellinghausen

Mehr als tausendmal Bellinghausen
R. Aus Anlaß ihres 75-jährigen Bestehens hat die „Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde" mit Sitz in Köln ein Sonderheft ihrer „Mitteilungen" herausgebracht, in dem u.a. die im Rhein-Sieg-Kreis beheimatete Familie Bellinghausen in ihren historischen Bezügen zum Bellinghauserhof bei Oberpleis umfassend dargestellt wird. Der Verfasser, Helge Göhring, hat alle Namensträger aus den Kirchenbüchern ab etwa 1700 und später aus den Standesämtern bis 1875 systematisch aufgezeichnet und, soweit dies möglich war, in ihre familiären Zusammenhänge eingeordnet. In 1018 von 1175 Fällen ist dies gelungen. Allein bei 502 Nachkommen ist die Abstammung vom Bellinghauserhof bei Oberpleis nachweisbar, während sie bei den übrigen nur als höchstwahrscheinlich vermutet werden kann. Die Familie verbreitete sich vor allem in den Bereichen der heutigen Stadtgebiete von Königswinter, Hennef, Sankt Augustin und im rechtsrheinischen Bonn.

Die Hoffamilie ist 13 Generationen weit bis etwa 1642 zurückzuverfolgen. Die frühesten Angaben sind der Arbeit von Wilhelm Schumacher in Siegburg zu verdanken, der anhand der Akten des Klosters Siegburg und des Stiftes St. Cassius zu Bonn die Bellinghausen der ersten und zweiten Generation herausgefunden hat. Während die Familienangehörigen bis 1875 durch Archivarbeit im Großen und Ganzen wohl lückenlos erfaßt werden konnten, sind die bis zur heutigen Zeit führenden Angaben abhängig von der Auskunftsbereitschaft der Betroffenen. Dazu haben zwei Familienchronisten, Peter Bellinghausen in Detmold und Wilhelm Bellinghausen in Komp, umfangreiche Angaben beigetragen. Nach der Lektüre dieser Arbeit, die im nächsten Heft der „Mitteilungen" fortgesetzt wird, müßte es eigentlich jedem Bellinghausen möglich sein, wenigstens über die Groß- oder Urgroßeltern auf seine eigene Vorfahrenreihe zu stoßen. Dies gilt auch für jene, die eine Bellinghausen-Mutter unter ihren Vorfahren haben. Die Bellinghausen sind eine Halfenfamilie, die als Erbpächter, auch Villici genannt, zuerst auf dem der Abtei Heisterbach gehörenden Bellinghauserhof nachzuweisen sind.

Wir finden sie dann auch auf ähnlichen Besitzungen im Umkreis, wie Sonnenbergerhof bei Stieldorf, Burg Niederpleis, Combahn bei Beuel, Felderhauserhof bei Söven und Theißhohn bei Hennef, wo Heinricus Bellinghausen seine heimatgeschichtlich so interessanten und wie einem Roman zu lesenden Aufzeichnungen aus der „Franzosenzeit" und der Napoleonischen Kriege angefertigt hat: „Und ich, Heinricus B, will meinen Nachkömmern dieses hinterlaßen ..." So ist diese familiengeschichtliche Darstellung eine Fundgrube besonderer Art. „Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde", Heft 5-6/1988, Verlag Degener & Co., 8530 Neustadt (Aisch), Postfach 1340. Preis dieses Doppelheftes DM 25, normales Einzelheft (für die Fortsetzung) DM 12.

 Wappen der Familie Bellinghausen

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 11 vom 17.03.1988; Fotograf unbekannt; Bericht: R.
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) / Sigrid Wenzel: Wappen Der Bellinghauser-Hof im Virtuellen Heimatmuseum Thomasberg / Heisterbacherrott
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Agrarbereiche Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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