Aufnahme: 1987
Der Kippenhohner Hof
"Die Akten über dieses im Stadtteil Oberpleis, in der Nähe des Bellinghauser Hofes an der E 5 gelegenen Gutes sind spärlich. Als Hof ist das ehemals abteiliche Gut erhalten, nicht jedoch in seiner alten Bausubstanz. 1803 wurde der Gebäudewert auf 700 Rtlr. geschätzt. Zum Hof gehören ca. 52 Morgen Ackerland und ca. 68 Morgen Wiesen und Waldungen.(336) Anfang September 1804 sollte Separatkommissar Lenzen für diesen Hof mit dem Pächter Philipp Reuter eine höhere Pacht aushandeln. Im Verhandlungsprotokoll vom 6. Oktober 1804 werden als alte Pachtabgaben 10 Malter Roggen und schmale Pächte im Wert von 59 Rtlr. 39 Stb. angegeben. Diese Pacht sollte beibehalten werden. Ein kleiner Zehnt von 150 Ballen Stroh, die Reuter zukamen, sollten nach Ablösung des Zehnten wegfallen. Ausgenommen vom Pachtvertrag waren 72 (!) Morgen Waldungen; dafür sollte Reuter von der Forstverwaltung das nötige Brennholz angewiesen bekommen.
Den Beitrag zur Feuerversicherung hatte der Pächter zu entrichten.(337) In Geld betrug die Pacht nach diesen Angaben (s. Bellinghauser Hof) rund 386 FF. Erstaunlich ist, dass nach einer Auflistung der Domänengüter von 1813 die Pacht nur 225,70 FF betrug. Inwieweit dies mit einer zwischen 1804 und 1813 vorgenommenen Verkleinerung des Hofes zusammenhängt, bleibt zu klären, da uns für die Zeit nach 1804 keine weiteren Namen möglicher Pächter bekannt sind.(338) In den Akten des Hauptstaatsarchivs Düsseldorf taucht der Kippenhohner Hof zum letzten Mal in einer Liste des Jahres 1822 auf. Hier wird er zu den bis 1821 unveräußerten Gütern gezählt. Sein Verkaufswert betrug 3 000 Rtlr.(339)"
Anmerkungen
"336 Werner Dahm, Bellinghausen, Zur Geschichte eines Dorfes im Pleiser Hügelland, in: Heimatblätter des Rhein-Sieg-Kreise. Jahrbuch 1980, 100-116
337 HStAD JB II 6368, Sep.Kom. an Lenzen am 7.9.1804; ebd., Abschrift Pachtbrief vom 30.4.1805
338 HStAD Gen.Gouv.Berg. 605
339 HStAD Reg. Köln 3925, Nr. 13."
Mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer Markus Hoitz und der Stadtverwaltung Königswinter: "Die Aufhebung der Abtei Heisterbach" in: "Königswinter in Geschichte und Gegenwart", Heft 3, 1987.
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