Aufnahme: 1973 (Bericht)

Waldbauverein Oberpleis

"Der Waldbauernverein ist noch keine Forstwirtschaftsgemeinschaft.
 
Die Mitglieder des Waldbauvereins Oberpleis wollen sich entgegen dem Wunsch ihres Vorsitzenden, Willi Weber, noch nicht zu einer Forstbetriebsgemeinschaft zusammenschließen. Jahrelange Bemühungen des Vorsitzenden in dieser Hinsicht sind vorerst gescheitert. Die Mitglieder vertraten auf der jüngsten Generalversammlung ‚Im Auel‘ die Ansicht, daß die Zeit für eine Umwandlung noch nicht reif sei. Die Forstbehörden sollen konkrete Vorschläge unterbreiten. Erst dann könne weiter verhandelt werden. Wilhelm Weber sprach zu Beginn Grußworte an Landesforstmeister Schmidt aus Siegburg, Oberforstmeister Schmoo vom Siebengebirge sowie an die Forstamtsmänner Klauschke und Spieß. Weiter galt der Gruß des Vorsitzenden seinen ‚Kollegen‘ Wilhelm Büllesbach von der Waldwirtschaftsgemeinschaft Eudenbach und Herrn Wintersberg vom gleichen Verein in Aegidienberg.
 
Ausführlich berichtete Weber über die Ereignisse im Waldbauverein des vergangenen Jahres. 31 ar wurden aufgeforstet, 27 ar Laubholzkulturen und 4 ar Fichten. Gegenüber dem Jahr 1971 ist die aufgeforstete Fläche weit zurückgegangen. Weber betonte dazu, daß die meisten Mitglieder ihre Waldflächen aufgeforstet hätten. Während 1971 noch 250 Kubikmeter Holz verkauft werden konnten, wurde 1972 kein einziger Festmeter verkauft. Oberforstmeister Schoo und Forstamtmann Spieß erklärten dazu, daß sich die Holzpreise von 1971 zu 1972 wesentlich verschlechtert haben. Über die Kassenlage berichtete ebenfalls der Vorsitzende. Karl Schoroth wurde gedankt; er ist bereits seit 20 Jahren Kassierer beim Waldbauverein.

Zu der Umwandlung in eine Forstwirtschaftsgemeinschaft meinten Schoo und Spieß, dass zwar noch einiges im Unklaren sei, jedoch würde eine solche Gemeinschaft finanzielle Vorteile bringen: 'Die staatlichen Forstbehörden würden der Forstwirtschaftsgemeinschaft nicht in ihre Arbeit hineinreden', erklärten Schoo und Spieß. Einstimmig wurde der Vorstand entlastet. Wilhelm Weber wurde wiederum zum I. Vorsitzenden bestellt. Sein Stellvertreter ist Wilhelm Wasserheß. Weiter gehören dem Vorstand an: Karl Schoroth als Kassenführer, Marie Luise Quardt als Geschäftsführerin, Heinrich Klöver (Ittenbach), Mathias und Erich Pannenbecker (Nonnenberg), Wilhelm Meis (Sand), Michael Dahm (Uthweiler), Willi Meurer (Stieldorferhohn) und Mathias Hovenbitzer (Thomasberg) als Beisitzer.
 
Der Beitrag wurde um 100 % jährlich von 3, —- DM auf 6, — DM erhöht. 1973 soll die 19. Lehrfahrt gemeinsam mit den Freunden aus Eudenbach in den Hunsrück führen. Ein Mitglied kritisierte den schlechten Zustand der Waldwirtschaftswege. Da die Wege Eigentum der Stadt Königswinter sind, soll die Stadt um Instandsetzung gebeten werden."

        

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 10 vom 09.03.1973; Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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