Aufnahme: 1955
Der Bönnschenhof (Luftaufnahme)
"Ursprünglich im Besitz des Cassiusstiftes zu Bonn, findet er erstmalig Erwähnung im Jahr 859. Noch vorhanden ist eine Urkunde aus dem Jahr 1131. Über die ursprünglichen Größenverhältnisse ist nichts Näheres bekannt. Wie die anderen kirchlichen Güter, im Zuge der Säkularisation vom Staat konfisziert, muß es sich aber um größere Dimensionen gehandelt haben, wie das um die Jahrhundertwende entstandene Foto mit Verwalter, Großknecht und Gesinde ausweist. Im Jahre 1790 ist als Pächter Peter Joseph Schurff benannt, dessen Gattin Anna den Mädchennamen Kemp (Eisfeld) trug. Die Schlußfolgerung dürfte gar nicht so abwegig sein, daß in gewissen Kreisen immer bewußt geheiratet bzw. verheiratet wurde.
1830 wurde aus dem Pächter der Eigentümer, wie aus einem noch vorhandenen Zehntbuch hervorgeht, welches sich im Besitz der Familie Hübbers befindet. Alten Überlieferungen zufolge diente ein Steinkreuz mit der Jahreszahl 1851, welches ‚In der Lütz‘ stand, als Grenze zum Propsteihof. Es steht heute am Bönnschenhof . Die weitere Bewirtschaftung des Hofes übernahm Adolf Schurff, der u. a. auch Beigeordneter der Oberpleiser Amtsverwaltung war. Dessen Sohn Michael Schurff, Leutnant der Kavallerie im Ersten Weltkrieg, pflegte seine Ländereien nur ‚per Pferd‘ zu begutachten. Er übergab das Anwesen, das durch Erbteilung, Verkauf usw. viel von seiner ursprünglichen Größe eingebüßt hatte, seinem Sohn Franz, der gemeinsam mit seiner Gattin vor kurzem Gäste aus der Partnerstadt Cleethorpes und der Stadt Königswinter mit Brot aus dem hauseigenen Steinofen bewirtete.
Der Bellinghauser Hof mit 161 1/2 Morgen und der Kippenhohner Hof mit 97 1/4 Morgen waren ehemals im Besitz der Abtei Heisterbach und bis zum Jahre 1803 der Propstei zugehörig. Über beide Höfe wird noch zu berichten sein.
Vom Nonnenhof bei Oberpleis ist nicht bestätigt, daß er auch in Nonnenberg lag. Bekannt ist, daß er im Jahr 1327 für den Betrag von 475 Mark vom Canonicus Leo zu Vilich dem Ritter Heinrich von Bachern und seiner Gattin Lysa von Drachenfeld übereignet wurde.
Das Gütchen zu Gratzfeld, zum Pastorat Honnef gehörig, hatte nur 9 Morgen Land und mußte der Propstei jährlich 23 Denare Pacht zahlen.
Einen besonderen Status in der Geschichte nehmen die Häuser Niederbach, Eisfeld und Bellinghausen ein."
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